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Legende: Video Proteste in Bukarest abspielen. Laufzeit 01:10 Minuten.
Aus Tagesschau vom 11.08.2019.
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«Inkompetenz und Korruption» Zehntausende protestieren in Bukarest gegen Regierung

  • Zehntausende Menschen haben am Samstagabend im Zentrum von Bukarest gegen die von der Sozialdemokratischen Partei (PSD) geführte Regierung demonstriert.
  • Der Protest richtete sich gegen die von Demonstranten angeprangerte «Inkompetenz und Korruption» der Machthaber.
  • Die Teilnehmer der Kundgebung riefen Losungen wie «Nieder mit der Regierung!» und «Diebe!».

Das Nachrichtenportal «hotnews.ro» schätzte die Anzahl der Teilnehmer auf 25'000. Zu dem Protest aufgerufen hatten im Ausland lebende Rumänen.

Vor genau einem Jahr, am 10. August 2018, hatten bei einer ähnlichen Kundgebung Provokateure unter den Demonstranten versucht, den Regierungssitz anzugreifen. Die Polizei hatte mit Gewalt gegen die Demonstranten reagiert. Mehr als 400 von ihnen sowie 20 Polizisten waren verletzt worden.

Inzwischen ist die sozialliberale Koalition deutlich geschwächt. Bei der Europawahl im Mai erlitt sie kräftige Einbussen. Ihr eigentlich starker Mann, der ehemalige PSD-Vorsitzende Liviu Dragnea, musste unmittelbar nach der Europawahl eine Gefängnisstrafe wegen Korruption antreten, womit er seine politischen Ämter verlor.

Behörden in der Kritik

In weiteren Misskredit geriet die Regierung durch den Fall von zwei verschleppten Mädchen, die vergewaltigt und ermordet wurden. Die 15-jährige Alexandra hatte im Juli nach ihrer Entführung und vor ihrer Ermordung per Handy mehrfach den Polizeinotruf angerufen.

Die Behörden hatten auf die verzweifelten Anrufe viel zu spät und unsachgemäss reagiert. Der Fall löste in Rumänien grosse Erschütterung aus.

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8 Kommentare

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  • Kommentar von Fritz Meier  (FriMe)
    Erst 1990 wurden die sog. "Ostblockstaaten" vom russo-sowjetischen Imperium befreit. Diese Teilung wird noch lange nachwirken. Die Rumänen gehen seit über drei Jahren zu Zehn- oder Hunderttausenden ständig auf die Strasse, um für eine funktionierende Demokratie zu kämpfen. Ich erachte dies viel eher als Zeichen grosser zivilgesellschaftlicher Reife, denn als EU-"Hypothek". Ich bin nicht so sicher, ob in spät. 20 J. zB IT (Salvini), FR (Le Pen) od. AT (Strache) noch demokratisch regiert werden.
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  • Kommentar von Alex Kramer  (Kaspar)
    eine sozial-liberale Regierung. Korrupt bis unters Dach, wer hätte das gedacht?
    Ich hoffe, dass sich die Rumänen an Weihnachten '89 zurückbesinnen und sich bewusst werden, dass man als Volk (gemeinsam mit der Armee) aufgeräumt hat.
    Ich wünsche den Rumänen mehr direkte Demokratie und mehr Einfluss, um die Macht von Exekutive und Judikative wieder in ihre Bahnen zu lenken, auch wenn das den Oberen nicht gefallen wird.
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  • Kommentar von Bendicht Häberli  (bendicht.haeberli)
    Es ist wie überall auf der Welt: Eine relative Kontrollierbarkeit von Korruption und weiteren kriminellen Gelüsten, ist nur durch Machtentzug der einzelnen Person oder Partei, zu realisieren. Warum sollten ausgerechnet Politiker bessere Menschen als der grosse Rest des Zweibeiners sein. In Rumänien wird das Nachhallen der Ceausesqu-Diktatur eben doch noch nicht ganz abgeklungen zu sein, auch wenn die Regierung durch Sozialdemokraten geführt wird. Machtverteilung ist gefragt.
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