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Widersprüchliche Angaben zu Opfern und Schäden
Aus HeuteMorgen vom 08.01.2020.
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Iranischer Raketenangriff «Trump hat überraschend ruhig reagiert»

In Irak sind zwei Militärstützpunkte, auf denen auch US-Truppen stationiert sind, mit Raketen angegriffen worden. Das bestätigte das US-Verteidigungsministerium. Die Raketen seien aus dem Iran abgefeuert worden. Philipp Scholkmann über das, was man schon weiss.

Philipp Scholkmann

Philipp Scholkmann

Auslandredaktor

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Auslandredaktor Scholkmann war langjähriger Nahost-Korrespondent von Radio SRF. Vor seiner Tätigkeit im Nahen Osten war er Korrespondent in Paris und Moderator beim «Echo der Zeit».

SRF News: Was weiss man sicher?

Philipp Scholkmann: Es war einerseits die Ain al Asad-Luftwaffenbasis, westlich von Bagdad im Visier, der wohl wichtigste der amerikanischen Stützpunkte in Irak, ausserdem ein Stützpunkt ausserhalb von Erbil, im kurdisch kontrollierten Gebiet, der von US-Truppen benutzt wird. Darin stimmen alle Berichte überein. Mehr als zwei Dutzend Raketen seien abgefeuert worden, hiess es von US-amerikanischer und irakischer Seite.

In der iranischen Darstellung ist die Rede von einem Dutzend Raketen, sie hätten schwere Schäden an der Infrastruktur angerichtet. Über Todesopfer ist bis jetzt nichts bekannt geworden, von der US-Seite klang es zunächst eher so, als sei der Angriff glimpflich abgelaufen. Man sei aber daran, die Schäden noch zu erheben.

Die irakische Armee meldet, sie beklage keine Opfer. Das dänische und norwegische Militär, die ebenfalls auf Ain Al Assad kleine Kontingente stationiert haben, meldeten, alle seien wohlauf. Nur das iranische Fernsehen wollte zwischenzeitlich Berichte haben von mehreren Dutzend Toten, ohne das aber in irgendeiner Form zu belegen. Und inzwischen klingt es auch dort eher abgemildert.

Wie fallen die ersten Reaktionen aus?

Die Revolutionsgarden, also die Eliteeinheit, reagierte mit Säbelrasseln, und scharfen Warnungen vor einer Reaktion. Die USA müssten aus Irak und überhaupt Iran abziehen. Der iranische Aussenminister Zarif nahm eher mässigend Stellung. Die Angriffe seien die rechtmässige und verhältnismässige iranische Antwort auf die Ermordung von General Soleimani. Die Antwort sei nun abgeschlossen, so Zarif. Iran wolle keine Eskalation. Aber habe ein Recht, sich zu verteidigen.

Gemessen an der scharfen Kriegsrhetorik der letzten Tage wirken die Angriffe tatsächlich sehr kalibriert, soweit man sie schon überblicken kann, falls sich die Darstellung des iranischen Fernsehens nicht plötzlich erhärten würde mit den hohen Todeszahlen. In Iran sollen sich Revolutionsführer Khamenei und auch Präsident Rohani noch äussern.

Und aus den USA – wie fallen dort die Reaktionen aus?

Präsident Trump hat – gemessen an den letzten scharfen Drohgebärden – in einer ersten Stellungnahme ebenfalls überraschend ruhig reagiert. Die genauen Schäden würden nun erhoben. «Soweit, so gut», twitterte er wörtlich in der Nacht. Er will sich am Mittwoch Ortszeit – heute Nachmittag – genauer äussern zu den Angriffen dieser Nacht. Und den Konsequenzen.

Das Gespräch führte Roger Aebli.

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14 Kommentare

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  • Kommentar von Klaus Waldeck  (kdwbz)
    Möglicherweise hat er realsiert das er mit dem Auftrag zur Tötung des iranischen Generals Suleimani ein "ganz grossen Mist" gebaut hat und besser beraten ist wenn er Zurückhaltung übt.
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  • Kommentar von Reto Blatter  (against mainstream)
    Wieso sollte Präsident Trump nicht gelassen reagieren? Er weiss, dass er auf der ganzen Linie gesiegt hat:)
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  • Kommentar von Andreas Meier  (Epikur)
    Schon nur die Annahme, dass es zu einem offenen Krieg kommen könnte, ist lächerlich. Hinter den Kulissen geht es dem einen nur drum, nach innen den starken Mann zu markieren, der er nicht ist, mittels feiger Tötung eines prominenten Exponenten. Und dem anderen Regime, seiner Bevölkerung und seinen Verbündeten gegenüber nicht als Schwächlinge dazustehen. Einen Krieg werden beide nie beginnen, weil schlicht zu teuer und politischer Selbstmord. Es ist ein einziges Theater und Machtgelpänkel.
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