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Legende: Video Libyen: Kampf um die Macht abspielen. Laufzeit 01:30 Minuten.
Aus Tagesschau vom 08.04.2019.
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Kämpfe in Libyen Die Kämpfe haben den Flughafen von Tripolis erreicht

  • In Libyen hat der Kampf um die Hauptstadt Tripolis auch den einzig verbliebenen Flughafen der Stadt erreicht.
  • Kampfjets bombardierten Gebäude in der Nähe des Flughafens Mitiga, sagte ein Sprecher der libyschen Einheitsregierung.
  • Der Flugbetrieb sei eingestellt und der Flughafen evakuiert worden.

Aus Flughafenkreisen hiess es jedoch, dass es direkte Angriffe auf das Flughafengelände gegeben habe. Passagiere seien in Panik geraten, berichteten Augenzeugen der Deutschen Presse-Agentur. Bilder in den sozialen Netzwerken zeigten Rauchsäulen über dem Rollfeld. Der Flughafen Mitiga ist der einzig verbliebene funktionierende Airport von Tripolis. Insgesamt sind bei den erneuten Kämpfen um die libysche Hauptstadt seit Donnerstag bereits mindestens 49 Menschen getötet worden.

Gegenoffensive läuft

Anhänger der international anerkannten Regierung von Ministerpräsident Fajis al-Sarradsch hatten eine Gegenoffensive gegen die Truppen Haftars gestartet. Die Operation «Vulkan des Zorns» habe das Ziel, alle libyschen Städte von illegalen Kräften zu «säubern», erklärte ein Militärsprecher der Regierungsanhänger. Die Streitkräfte würden mit «eiserner Faust» gegen jeden vorgehen, der denke, die Einheit und Sicherheit Libyens anzugreifen.

Regierungstruppen aus Misrata in einem Panzer.
Legende: Die Regierungstruppen machen sich bereit zum Kampf gegen Haftars Libysche Nationalarmee (LNA). Keystone

Haftars Libysche Nationale Armee (LNA) rückt seit Donnerstag auf die Hauptstadt Tripolis vor. Der General will Tripolis einnehmen und das gespaltene Land unter seine Führung bringen.

Um den Flughafen im Osten der Hauptstadt gab es bereits in der Vergangenheit immer wieder Kämpfe. Der internationale Flughafen von Tripolis wurde bei Kämpfen 2014 zerstört, so dass inzwischen alle Flüge über Mitiga abgewickelt werden müssen.

USA, Russland und EU fordern Dialog

Das US-Militär hat wegen der Eskalation in Libyen bereits Soldaten aus dem Krisenland abgezogen. «Der einseitige militärische Feldzug gegen Tripolis gefährdet Zivilisten und untergräbt die Aussichten auf eine bessere Zukunft für alle Libyer», sagte US-Aussenminister Mike Pompeo. Es könne «keine militärische Lösung für den Libyen-Konflikt» geben. Die USA würden sich mit ihren internationalen Partnern weiter für eine Rückkehr zu «politischen Verhandlungen» in Libyen unter UNO-Vermittlung einsetzen.

USA ziehen Soldaten ab

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Aufgrund der Unruhen hat das Afrikakommando der US-Streitkräfte ein Kontingent von Soldaten vorübergehend aus dem Land abgezogen, wie es am Sonntag mitteilte.

Die Sicherheitsbedingungen vor Ort seien zunehmend unvorhersehbar, erklärte Kommandeur Thomas Waldhauser. Man beobachte die Lage weiter. Um wie viele Soldaten es sich handelt und wohin sie verlegt wurden, erklärte er nicht.

Neben den USA ruft auch die EU die verfeindeten Kriegsparteien zu einem Waffenstillstand auf. Dieser sei dringend nötig, um die humanitäre Situation im Land zu verbessern, sagte EU-Aussenbeauftragte Federica Mogherini. Die G7-Staaten hatten am Samstag insbesondere Haftar aufgerufen, die Eskalation zu beenden. Auch Russland fordert einen Dialog.

Libyen-Krise sorgt für teureres Öl

Die Ölpreise haben angesichts hoher Angebotsrisiken neue fünfmonatige Höchststände erreicht. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete am Morgen 70.60 US-Dollar. Das waren 26 Cent mehr als am Freitag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 25 Cent auf 63.33 Dollar. Marktteilnehmer nannten die drohende Eskalation der Krise in Libyen als einen Grund für die Preisaufschläge am Ölmarkt.

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21 Kommentare

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  • Kommentar von Peter Amthauer  (Peter.A)
    Die international anerkannte Regierung in Tripolis will gegen alle Vorgehen, die meinen, dass Land Spalten und die Einheit und die Sicherheit Libyens angreifen zu können. Ich frage mich welche Einheit hier gemeint ist. Haftar hat beinahe alle Stämme hinter sich. In Punkto Sicherheit möchte ich auf die Lage der Flüchtlinge in Libyen hinweisen.
    MfG
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  • Kommentar von Marc Bühler  (Capten Demokratie)
    Die Worte seitens des US Aussenminister sind mehr als nur Zynisch. Denn nur durch ihre Gewalt und Illegaler Bombadierung wurde das Land erst zum Fail Staat. Haftar ist es gelungen Lybien wieder zu einnen, natürlich musste er Kompromisse dafür eingehen. So ist eben mal die Politik. Politik funktioniert nicht wie die Theorie wie wir sie in den Schulen lernen, sondern so wie sie Makiavelli einst beschriben hat.
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  • Kommentar von Christian Szabo  (C. Szabo)
    Die verschiedenen Krisen in Nahost sind insgesamt gut für Oelspekulanten. So werden auch lange unrentable Oelförder-Quellen wieder sehr interessant. Und je mehr Quellen eine Grossmacht irgendwie kontrolliert, umso rentabler werden Konflikte inklusive riesiger Waffenlieferungen. Als exemplarisches Beispiel kann hier Saudi-Arabien dienen. Lange war deren Gewinn eher tief. Jetzt sprudeln die Oel Dollars wieder wunderbar. Fracking in den USA ist ein weiteres Beispiel. Und so weiter und so fort.
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