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Italien im Krisenmodus
Aus Tagesschau vom 10.03.2020.
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Kampf gegen Coronavirus So handeln die Nachbarländer der Schweiz

Deutschland: Mehrere Bundesländer haben mittlerweile Veranstaltungen mit mehr als 1000 Besuchern untersagt: unter anderem Bayern, Schleswig-Holstein, Bremen und Nordrhein-Westfalen. Hessen und Niedersachsen haben ebenfalls entsprechende Handlungsempfehlungen herausgegeben. Betroffen sind diverse Spiele der Fussball-Bundesliga. So finden das «rheinische Derby» zwischen Borussia Mönchengladbach und dem 1. FC Köln am Mittwoch oder das «Revierderby» Borussia Dortmund gegen Schalke 04 am Samstag ohne Zuschauer statt.

Die Länder folgen einer Empfehlung von Gesundheitsminister Jens Spahn, der so die Ausbreitung des Virus verlangsamen will. Diverse Grossveranstaltungen wie die Leipziger Buchmesse und die internationale Tourismusbörse wurden bereits abgesagt. Grundsätzlich liegt ein Veranstaltungsverbot bei den lokalen Behörden – der Bund hat lediglich eine koordinierende Rolle.

Italien: Das Land ist in Europa am stärksten vom Coronavirus betroffen. Deshalb hat die Regierung drastische Massnahmen ergriffen: Landesweit sind alle Schulen und Universitäten geschlossen. Zudem hat der italienische Regierungschef Giuseppe Conte ganz Italien wegen der Corona-Epidemie zur Sperrzone erklärt. Die Massnahmen sollen ab heute Dienstag gelten.

Demnach sollen alle öffentlichen Versammlungen verboten werden. Die Menschen sollen nun zu Hause bleiben, sofern sie nicht zur Arbeit müssen oder dringende Angelegenheiten zu erledigen haben. Der öffentliche Verkehr werde in Betrieb bleiben.

Kinos, Theater, Museen, Schwimmbäder, Skigebiete und Fitnesszentren sowie Pubs und Discotheken bleiben geschlossen. Hochzeiten und Beerdigungen müssen verschoben werden. Die Polizei darf Bürger anhalten, um von ihnen zu erfahren, warum sie sich nicht zu Hause aufhalten. Auch alle Sportveranstaltungen, eingeschlossen der Spiele der Serie A, werden ausgesetzt.

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Italien-Korrespondent Zahn: «Die Leute sind sehr gefasst»
Aus Tagesschau vom 10.03.2020.
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Österreich: Auch unser östlicher Nachbar ergreift rigorose Massnahmen: So wird die Einreise aus Italien nach Österreich massiv erschwert, wie Bundeskanzler Sebastian Kurz sagte. Kontrollen an der Grenze zum südlichen Nachbarland werden in nächster Zeit wieder zur Normalität. Fast niemand aus Italien darf mehr aus beruflichen oder privaten Gründen nach Österreich fahren. Für Touristen, die jetzt noch in Italien sind, gilt: Die Durchreise durch Österreich ist möglich – aber ohne Stopp.

Eine Ärztin kontrolliert die Temperatur eines Autofahrers an einem Grenzübergang.
Legende: Eine Ärztin kontrolliert die Temperatur eines Autofahrers am Grenzübergang am Brenner. Keystone

Veranstaltungen in geschlossenen Gebäuden mit mehr als 100 Besuchern sind verboten. Betroffen sind weltbekannte Spielstätten wie das Burgtheater oder die Staatsoper in Wien. Für Veranstaltungen im Freien gilt ein Verbot ab einer Grösse von mehr als 500 Menschen. Die nächsten beiden Runden in der 1. und 2. österreichischen Bundesliga wurden deshalb verschoben. Auch die Universitäten sind betroffen. Es werde spätestens ab kommenden Montag keine Lehrveranstaltungen mehr an Universitäten und Fachhochschulen geben, sagte Kurz. Der Betrieb solle, soweit es möglich sei, online fortgesetzt werden.

Frankreich: Angesichts der wachsenden Ansteckungen hat die Regierung am Sonntag Veranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern im ganzen Land verboten. Betroffen vom Verbot ist das Champions-League-Spiel zwischen Paris Saint-Germain und Borussia Dortmund am Mittwoch, das als Geisterspiel ausgetragen wird.

Auch in Frankreich wurden bereits Schulen geschlossen – nun wird die flächendeckende Schliessung von Bildungseinrichtungen sowie die Einschränkung öffentlicher Verkehrsmittel erwogen. Um die Bevölkerung zu beruhigen, wurden zudem Atemmasken beschlagnahmt, um den Bestand vor Hamsterkäufen zu sichern. Ausserdem deckelte die Regierung den Preis für Handdesinfektionsmittel.

Tagesschau, 09.03.2020, 19.30 Uhr; srf/blac/schp

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26 Kommentare

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  • Kommentar von Andreas Hug  (AndiHug)
    kann mir vielleicht jemand erklären warum in der türkei und syrien noch keine fälle bekannt sind? macht man da keine test? auch lybien ist noch frei von fällen. aber rundum haben alle das virus. kann das wirklich stimmen?
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  • Kommentar von Tim Luethi  (timluethi)
    Das gefährliche an dem Virus ist nur die Panikmacherei und der Schaden der dadurch entsteht. Es hätte genügt die Schwächeren zu schützen und die Hygienemassnahmen zu erhöhen. Alles andere ist übertrieben und richtet enormen Schaden an. Viele werden arbeitlos werden, wegen diesem unüberlegtem Handeln der Politiker. Es hat sich ja bereits gezeigt, dass das Virus sich nicht explosionsartig ausbreitet.
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    1. Antwort von Andreas Müller  (Hugh Everett)
      wo hat sich das gezeigt?
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    2. Antwort von Tim Luethi  (timluethi)
      Bei einer täglichen Zunahme von ca.20% kann ja nicht gerade von einer Explosion die Rede sein. Zudem wurden in China bei fast 1.4 Milliarden Einwohner nicht mal 100'000 Fälle registriert, auch wenn die Dunkelziffer 10 mal höher wäre sind das nicht mal 0.7 Promille der Bevölkerung. Wie viele Meschen sterben jährlich an Übergewicht, Alkohol und Rauch. Hyperventilieren dort die Regierungen auch und verbieten den Zucker etc. in den Läden. Der Corona Virus hat wohl keine Lobby im Parlament.
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    3. Antwort von Eva Werle  (Eva Werle)
      Dank der massiven Gegenmassnahmen!
      Wer weiss, wie es andernfalls ausgesehen hätte?
      Und trotz der Massnahmen muss in italienischen Spitälern mittlerweile zwischen Schwerstbetroffenen um die letzten Plätze auf den Intensivstationen gerungen werden.
      Ich verstehe nicht, warum Sie dem Virus eine Lobby geben möchten. Sind Sie für eine stärkere Verbreitung und drastischere Konsequenzen?
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    4. Antwort von Reto Camenisch  (Horatio)
      timluethi. Toll, dass Sie, wenigstens hier, als Experte zu Wort kommen.
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  • Kommentar von Franz Giger  (fjg)
    Ganz Italien gilt ab heute als Sperrzone, also weder rein noch raus. Tatsächlich?
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