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Moderna will Impfstoffzulassung für EU beantragen
Aus Nachrichten vom 30.11.2020.
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Kampf gegen das Coronavirus Moderna beantragt Zulassung für Corona-Impfstoff in der EU

  • Der US-Pharmakonzern Moderna will als erstes Unternehmen eine Zulassung für den Impfstoff gegen das Coronavirus in der EU beantragen.
  • Noch am Montag soll der Antrag bei der europäischen Arzneimittel-Agentur Ema gestellt werden, teilte Moderna mit.
  • Parallel dazu soll eine Notfall-Zulassung bei der US-amerikanischen Arzneimittelbehörde FDA beantragt werden.

Der Wettlauf um den ersten Corona-Impfstoff geht im Rekordtempo weiter. Mit der Antragsstellung für die Zulassung des Impfstoffs von Moderna könnte eine diesjährige Impfung näher rücken.

Symbolbild: Person wird geimpft
Legende: Symbolbild: Person lässt sich impfen. Keystone

Der Impfstoff könnte bereits im Dezember in die EU ausgeliefert werden

Vergangene Woche hatte EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen mitgeteilt, dass mit Moderna ein Rahmenvertrag über bis zu 160 Millionen Impfstoff-Dosen abgeschlossen worden sei. Demnach sollen zuerst 80 Millionen Dosen geliefert werden, 80 Millionen weitere Dosen stehen zur Option. In der EU könnte das Mittel nach Angaben von Moderna im Dezember ausgeliefert werden, sofern es die Zulassung erhält. Parallel zur EU werde auch in den USA eine Zulassung beantragt.

In der Schweiz hatte Moderna diesen Schritt vor gut zwei Wochen vollzogen.
Im August hatte der Bund einen Vertrag mit der US-Firma abgeschlossen – über insgesamt 4.5 Millionen Impfdosen. Ein Datum für eine allfällige Auslieferung in der Schweiz gibt es noch nicht.

94.1-prozentige Wirksamkeit

Zu dem RNA-Impfstoff von Moderna läuft bereits bei der EMA ein «Rolling-Review-Verfahren»: Der Zulassungsprozess soll beschleunigt werden und die Herstellenden können vorab schon einzelne Teile zu Qualität, Unbedenklichkeit und Wirksamkeit des Präparats einreichen.

Der Impfstoff mRNA-1273 hat eine Wirksamkeit von 94.1 Prozent, wie das Unternehmen mitteilt. Das gehe aus der neuesten Analyse von Daten der klinischen Phase III-Studie hervor, an der 30'000 Menschen in den USA teilnehmen. Die eine Hälfte der Teilnehmenden bekommt dabei den Impfstoff, die andere ein Placebo-Mittel. Für den vollen Impfschutz sind zwei Dosen in zeitlichem Abstand notwendig.

Insgesamt wurden unter den Probandinnen und Probanden bislang 196 Fälle von Covid-19 bestätigt. Elf dieser Fälle entfielen auf die Gruppe mit dem Impfstoff, 185 Fälle auf die Placebogruppe. Daraus errechnet sich eine Wirksamkeit von 94.1 Prozent. Zudem teilte Moderna mit, dass die insgesamt 30 schweren Covid-19-Verläufe in der Studie ausschliesslich die Placebogruppe betrafen und die Wirksamkeit von mRNA-1273 sei, laut Moderna, über alle Altersgruppen hinweg ähnlich.

Der Impfstoff enthält die genetischen Informationen des Erregers

Das Moderna-Präparat ist wie das von Pfizer und Biontech ein sogenannter RNA-Impfstoff. Er enthält genetische Informationen des Erregers, aus denen der Körper dann ein Viruseiweiss herstellt. Ziel der Impfung ist es, das Immunsystem zur Bildung von Antikörpern anzuregen, um die Viren abzufangen. Noch gibt es keinen zugelassenen Impfstoff dieser Art.

Video
Aus dem Archiv: So funktioniert eine mRNA-Impfung
Aus SRF News vom 16.11.2020.
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SRF 4 News, 30.11.20, 14:00 Uhr;

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21 Kommentare

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  • Kommentar von Monika Mitulla  (momi)
    Es gibt schon Fakten, die allgemein bekannt sind. Es ist weltweit das erste Mal, dass ein m-RNA Impfstoff zugelassen werden soll. Durch die relativ kurze Entwicklungs- und Zulassungszeit, die normalerweise 6-10 Jahre dauert, können Nebenwirkungen gar nicht abschliessend abgeklärt sein. Zudem sollen laut Reuters Pharmakonzerne Verbandsangaben zufolge in Europa bei unerwarteten Nebenwirkungen ihrer Corona-Impfstoffe von der Haftung freigestellt werden. Da wird auch die Schweiz nachziehen müssen.
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  • Kommentar von Thomas Steiner  (Thomas Steiner)
    Jeden Tag kostet das neue Coronavirus um die 10'000 Menschen das Leben, es wird Zeit dass das Massensterben endlich aufhört.
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    1. Antwort von Monika Mitulla  (momi)
      Andere Krankheiten wie beispielsweise unsere "Zivilisationskrankheiten" fordern täglich hunderttausende Tote - v.a. in den unteren sozialen Schichten - weltweit. Aber das interessiert offenbar nicht. Die Coronamassnahmen und deren Berichterstattung nehmen viel zu viel Raum ein in unserer Welt.
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  • Kommentar von Erich Zoller  (Erich Zoller)
    Bereits haben sich auch hier einige Impfgegner positioniert. Es wird noch weitere geben. Keiner dieser Impfgegner kann eine Alternative aufzeigen um dem Horror ein Ende zu setzen. Ich weiss, viele sehen als Alternative, dass über 70-jährige sowieso bald sterben und die paar wenigen unter 70 haben dann halt Pech gehabt.
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    1. Antwort von Astrid Meier  (Swissmiss)
      Es hindert Sie ja niemand daran, sich impfen zu lassen, und so für sich persönlich dem Horror ein Ende zu setzen. Im Übrigen ist nicht jedermann, der einer brandneuen Impfung gegenüber kritisch ist, ein Impfgegner. Ich bin gegen einige Krankheiten geimpft, verzichte aber auf die Impfung gegen die Grippe, und auf die gegen Covid-19, zumindest vorläufig.
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