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Schweiz sichert sich Covid-19-Impfstoff
Aus Rendez-vous vom 07.08.2020.
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RNA-Technik von Moderna «Solch ein Impfstoff wäre rasch in grösseren Mengen herstellbar»

Moderna setzt bei seiner Impfstoffentwicklung gegen das Coronavirus auf die relativ neue RNA-Technik. Was es mit dieser auf sich hat, weiss SRF-Wissenschaftsredaktor Daniel Theis.

Daniel Theis

Daniel Theis

SRF-Wissenschaftsredaktor

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Daniel Theis ist promovierter Atmosphärenchemiker und Mikrobiologe. Seine Spezialgebiete sind Energiethemen, Mobilität und technische Entwicklungen. Er arbeitet seit 2013 in der SRF-Wissenschaftsredaktion.

SRF News: Was ist neu an der Impfstoffforschung von Moderna?

Daniel Theis: Die sogenannte RNA-Methode ist eine spezielle Technik, bei der die Forscher die genetische Information des Virus nutzen. Bei uns heisst der genetische «Bauplan» DNA, bei Coronaviren ist es ein sehr ähnliches Molekül, die RNA.

RNA lässt sich relativ leicht im Labor herstellen.

Die Idee des Ansatzes von Moderna ist, dass der Impfstoff Teile dieser Viren-RNA enthält. Der menschliche Körper baut sich aus diesen Teilen dann selber ein bestimmtes Bruchstück des Coronavirus zusammen. Auf diese Virenteile reagiert unser Immunsystem mit der Produktion von Antikörpern. Damit wäre es dann darauf vorbereitet, falls wir mit dem richtigen Coronavirus infiziert würden. Ein grosser Vorteil dieser Impftechnik: RNA lässt sich relativ leicht im Labor herstellen.

Kann deshalb von diesem Impfstoff auch mehr und in kürzerer Zeit hergestellt werden?

Ja, ein solcher Impfstoff wäre rasch in grösseren Mengen und günstig herstellbar. Deshalb gilt die RNA-Technik seit Jahren als grosser Hoffnungsträger. Dagegen ist etwa die Produktion von Grippe-Impfstoff, der in Hühnereiern gezüchtet wird, viel aufwendiger und teurer. Allerdings ist dies eine bewährte Technik, von der man weiss, dass sie funktioniert. Die neue RNA-Technik hingegen ist den Beweis, dass sie funktioniert, bisher schuldig geblieben. Noch gibt es keinen einzigen zugelassenen solchen Impfstoff.

Der Impfstoff wird derzeit an Hunderten oder sogar Tausenden Menschen getestet.

Wo steht Moderna derzeit bei der Entwicklung ihres Impfstoffs?

Moderna befindet sich in der Phase 3 der Impfstoffentwicklung. Das heisst, er wird derzeit an Hunderten oder sogar Tausenden Menschen getestet. Damit will man sehen, ob er funktioniert. Falls sich zeigt, dass der Impfstoff sicher ist, und dass die Menschen zu einem möglichst hohen Prozentsatz geschützt sind, dann hat man eine gute Basis.

Moderne – eine junge Biotechfirma

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Moderne – eine junge Biotechfirma

Gegründet wurde das US-Biotechunternehmen Moderna 2011, seit 2018 ist es an der Börse. Moderna hat bisher noch keine Medikamente oder Impfungen fertig entwickelt und verkauft. Für seine Forschungen sammelt es aber sehr viel Geld ein. So hat die US-Regierung fast eine Milliarde Dollar in die Impfstoffsuche von Moderna investiert. Die Investoren glauben denn auch an den Durchbruch der RNA-Technik – diese hat auch den Namen des Unternehmens geprägt. (thel)

Ist die Corona-Impfstoffentwicklung von Moderna auf RNA-Basis am weitesten fortgeschritten?

Das lässt sich nicht so genau sagen, denn die verschiedenen Firmen lassen sich bei ihrer Forschung für einen Impfstoff nicht in die Karten blicken. Es geht dabei auch darum, sich wirtschaftlich zu positionieren. Für die Firmen geht es auch um den eigenen Aktienkurs. Doch Moderna gehört sicher zu jener Handvoll Firmen, die bei der Coronavirus-Impfstoffentwicklung jetzt vorne dabei sind.

Das Gespräch führte Daniel Hofer.

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Bund schliesst Impfstoff-Vertrag mit Biotechfirma Moderna
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Rendez-vous, 7.8.2020, 12.30 Uhr;

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105 Kommentare

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  • Kommentar von Rolf Künzi  (Unbestimmt)
    Der ganze Corona. Zirkus ist eine einzige Aneinanderreihung von Geheimnissen und Stillschwereinbarungen. Wann immer das so ist ist eh alles falsch. Sobald es um Geld geht lebt man im Land der Black Boxes. Alles zum Wohle der Menschen natürlich. Der Rückgang der Geburtensterblichkeit verdanken wir zum Glück keiner Impfung, es war nur ein bisschen Hygiene. So,ist es immer. Der Staat sind wir alle, wirklich?
  • Kommentar von Eva Werle  (Wishbone Ash)
    Man kann in vielerlei Hinsicht kritisch sein, was Schulmedizin und Pharmaindustrie betrifft. Da läuft sicher einiges nicht optimal. Aber Impfungen gehören zu den wenig problematischen und sehr erfolgreichen Errungenschaften der Medizin. Die schweren Nebenwirkungen von Medikamenten, die man gegen eine Erkrankung einnehmen muss, stehen meist in keinem Verhältnis zu denen der entsprechend vorsorglichen Impfung. Ganz zu schweigen von letalen Folgen einer Erkrankung!
    1. Antwort von Kurt Looser  (Dremel)
      Ach ja und das gilt dann automatisch auch für neue Verfahren welche noch nie angewendet wurden.
      Bin kein Impfgegner, aber ich Impfe mich auch nur, wenn es nötig und nicht umstritten ist.
  • Kommentar von erna schneider  (erna's)
    Keine Testphase also somit keine Haftung der Pharma. Absolut keine Erfahrung mit solchen neuen Impfungen die in unser Genom eingreifen! (Siehe deutsches Ärzteblatt)
    1. Antwort von Eva Werle  (Wishbone Ash)
      Deutsches Ärzteblatt??? Das will ich sehen!!!
      Alleine schon, dass es keine Testphasen gäbe, ist eine Lüge!
    2. Antwort von Beat R. von Wartburg  (Beat R. von Wartburg)
      Weder greift die Impfung in unser Genom ein, noch stimmt ihre Aussage, dass es keine "Testphase" gibt. Mit anderen Worten: alles nur Fake News zwecks Verunsicherung der Leser.
    3. Antwort von Roberto Collini  (Rob Collini)
      Alle drei Sätze dieses Kommentars sind falsch, dass muss man erst mal schaffen. Weder gab es "keine Testphase", noch greift das Verfahren in unser Genom ein, noch behauptet das dt. Ärzteblatt derartiges.
    4. Antwort von Nico Basler  (Bebbi 1)
      @erna's
      Fake-News vom Feinsten. Absolut verantwortungslos!
    5. Antwort von Andreas Müller  (Hugh Everett)
      JA wirklich ein Post bei dem jeder einzelnes Satz falsch ist, so etwas wird veröffentlicht. Warum eigentlich?
    6. Antwort von Kurt Looser  (Dremel)
      Aha, SRF ist ziemlich unerbittlich mit seiner Netiquette, da würde ich sagen, so falsch sind die Aussagen nicht.
      Sie wissen genau, dass das Zulassungsverfahren abgekürzt wurde, was das genau heißt dürften die wenigsten wissen und das RNA Verfahren ist zudem noch nicht erprobt. Aber schön wissen sie bereits alle, dass es unbedenklich ist.