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Tempo 30 in Paris: Trägt es die Bevölkerung mit?
Aus Rendez-vous vom 30.08.2021.
abspielen. Laufzeit 04:16 Minuten.
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Kampf gegen Luftverschmutzung In Paris gilt jetzt Tempo 30

  • Auf den meisten Strassen in Paris darf nur noch mit Tempo 30 gefahren werden. Dies gilt seit heute Montag, 30. August.
  • Zudem werden 52 Kilometer Velowege, die während der Pandemie eingerichtet wurden, in dauerhafte Velowege umgewandelt.
  • Ausgenommen von der Tempobeschränkung sind wichtige Verkehrsachsen und die Stadtautobahn Péripherique.

Über 60 Prozent der Pariserinnen und Pariser hätten einer Geschwindigkeitsbegrenzung bei einer Umfrage zugestimmt, begründete die Stadtverwaltung den Schritt. Auf 60 Prozent der Strassen gelte ohnehin schon Tempo 30, hiess es ausserdem. In Lille und in Grenoble gilt diese Regel schon. «Anne Hidalgo, die Stadtpräsidentin, hatte die Wahl gewonnen, weil sie damals versprach, den Autoverkehr zu reduzieren», sagt Daniel Voll, SRF-Frankreich-Korrespondent.

Legende: Der starke Smog in Paris soll verschwinden: Luftverschmutzung vernebelt häufig den Eiffelturm. Reuters

In der Agglomeration allerdings, wo viele Autopendler und -pendlerinnen leben, sei es genau umgekehrt, die Leute seien nicht begeistert. «Sie befürchten, dass sie noch länger im Stau stehen werden oder dass ihr Arbeitsweg mit den ÖV noch länger dauert.» Bei der Umfrage wurden auch Bewohnerinnen und Bewohner des Grossraums Paris befragt, die nicht alle per Metro an ihr Ziel gelangen können. 61 Prozent von ihnen sprachen sich gegen die Massnahme aus.

Und der Interessensverband der Autofahrer «40 millions d'automobilistes» zweifelt den Zweck der Massnahme an. Innerhalb von Paris gebe es ohnehin wenige Unfälle, und wenn, dann seien meist Radfahrerinnen und Radfahrer betroffen, hiess es.

Heute schon sehr langsam

«Tempo 30 ist Teil des Plans gegen Luftverschmutzung, den die Stadt Paris schon vor einigen Jahren entwickelt hat», erklärt Voll. Das Ziel sei, weniger Verkehr und weniger Schadstoffe in der Innenstadt und auch weniger Lärm und Unfälle zu haben. «Allerdings ändert sich wenig, wenn man von den Zahlen ausgeht», so der Korrespondent. «Denn die Durchschnittsgeschwindigkeit in Paris beträgt heute 11 km/h.»

Es gehe den Stadtbehörden darum, den Verkehr zu verflüssigen und mit Tempo 30 einen psychologischen Effekt zu erzielen: «Es gibt Autofahrerinnen und Autofahrer, die auf bestimmten Strecken deutlich schneller als 50 fahren. Wenn nun Tempo 30 gilt, werden sie zwar nicht 30 fahren, aber wenigstens nicht mehr schneller als 50 km/h.»

Neue Velowege

Zudem werden 52 Kilometer während der Corona-Pandemie eingerichtete Pop-Up-Radwege in dauerhafte Radspuren umgewandelt, wie die Stadtverwaltung weiter mitteilt. Auf anderen Strassen müssen die Autos ganz den Fussgängerinnen und Fussgängern weichen, öffentliche Begegnungsflächen und Fahrradstellplätze werden geschaffen und Bäume und Gartenflächen gepflanzt.

Auch für die Metro bestünden Ausbaupläne, sagt der SRF-Korrespondent. «Die Metrolinie 14 wurde bereits verlängert. Sie wird im Jahr 2024 noch einmal verlängert.» Sogar eine ganz neue Metrolinie werde gebaut, die Linie 15. Sie soll 2030 in Betrieb genommen werden.

Rendez-vous, 20.08.2021, 12:30 Uhr;

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9 Kommentare

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  • Kommentar von Peter Meier  (pmeier)
    Brauchen wir auch in Zürich. 50 in Städten macht keinen Sinn mehr.
  • Kommentar von Maciek Luczynski  (Steine)
    Wie soll das die Luftverschmutzung reduzieren, wenn Verbrennungsmotoren langsamer (dafür länger) fahren?
    Das ist mal wieder so eine politische Lösung/Kompromiss ohne technischen Hintergrund.
    Wie wäre es mit der Lösung, dass nur noch Einwohner in die Wohnquartiere/Zentrum mit einem Verbrennungsmotor reinfahren dürfen? (Und das auch nur noch für die nächsten 5 oder 10 Jahre und keine neuen Verbrenner mehr registriert?)
    Und das man dann einen günstigen Austausch für die Einwohner bietet.
    1. Antwort von Walter Zaugg  (Saturn)
      Geehrte Herr Luczynski. die Kombination machts aus. Die Franzosen haben den Kreisel Verkehr erfunden, kombiniert mit langsamen Verkehr bleibt dieser flüssiger. Das ständige Anfahren und Stoppen mit Ampeln entfällt grösstenteils. Ständiges anfahren erhöht den Verbrauch enorm. Hat lange gebaucht bis wir bei uns die Vorteile eines Kreisels System begriffen haben. Auch in Deutschland werden immer mehr Ampeln mit Kreiseln ersetzt wo möglich. Zudem benötigt ein Kreisel keine Energie wie Ampeln.
    2. Antwort von Olaf Schulenburg  (freier Schweizer)
      Die Gesamtmenge des Pneuabriebes ist enorm und belastet die Umwelt maximal mit Mikrokunststoff. Je tiefer die Geschwindigkeit umso weniger Abrieb.
    3. Antwort von Fabio Scheidegger  (Fabioski)
      Neben den technischen Aspekten, die bereits geschildert wurden: Das soll dafür Sorgen, dass man keine Lust hat mit Tempo 30 durch die Stadt zu tuckern und dafür ausserhalb Paris in die Bahn steigt.
  • Kommentar von Walter Zaugg  (Saturn)
    Temporeduktion= Flüssiger Verkehr. Mehr Sicherheit, Lärmschutz, Umweltschutz.