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Hongkong: Aktivist Joshua Wong zu Haftstrafe verurteilt
Aus Tagesschau vom 02.12.2020.
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Kampf um Demokratie Hongkong: Aktivist Joshua Wong zu Haftstrafe verurteilt

  • Der prominente Hongkonger Aktivist Joshua Wong und zwei seiner Mitstreiter sind für das Organisieren eines Protests zu Gefängnisstrafen verurteilt worden.
  • Ein Hongkonger Gericht verurteilte Wong zu einer Haftstrafe von 13.5 Monaten.
  • Die ebenfalls bekannten Aktivisten Agnes Chow und Ivan Lam müssen für zehn beziehungsweise sieben Monate ins Gefängnis.

Die drei Demokratie-Aktivisten hatten zuvor gestanden, im Juni des Vorjahres, als es in Hongkong beinahe täglich Proteste gegen die Regierung gab, an der Organisation einer nicht genehmigten Versammlung vor dem Hongkonger Polizeipräsidium mitgewirkt zu haben.

«Massive Einschränkungen der Freiheitsrechte»

Mit dem Antritt der Haftstrafe hofft Wong, dass so weltweite Aufmerksamkeit auf das Hongkonger Justizsystem gelenkt wird. Es werde von Peking manipuliert, so Wong.

Beobachter hatten in dem Prozess ein weiteres, extrem besorgniserregendes Zeichen für massive Einschränkungen der Freiheitsrechte durch Polizei und Staatsanwalt in Hongkong gesehen.

Einschätzung von China-Korrespondent Martin Aldrovandi

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martin aldrovandi

Mit dem öffentlichen Schuldbekenntnis vergangene Woche machten die Aktivisten nochmals auf die schwierige Lage in Hongkong aufmerksam. Andererseits dürfte sich der Auftritt schuldmindernd ausgewirkt haben: Man hat mit mehreren Jahren Haft gerechnet, jetzt wurden es mehrere Monate für Joshua Wong und seine Mitstreiterin und Mitstreiter.

Für die Demokratiebewegung bedeutet die Verhaftung von Wong nichts Gutes. Die Regierung geht hart gegen Kritikerinnen und Kritiker vor. Seit die Demokratiebewegung letztes Jahr wieder an Schwung gewonnen hat, wurden zahlreiche Menschen angeklagt und verurteilt, weil sie an Protesten teilgenommen haben. Viele Menschen in Hongkong – nicht nur Aktivisten, sondern auch Bürger, die sich um die Zukunft ihrer Stadt sorgen – äussern sich aus Angst mittlerweile nicht mehr politisch.

Die Aktivisten betonen zwar immer wieder, dass sie nicht aufgeben wollen. Demokratische Forderungen wie etwa das allgemeine Wahlrecht werden in Hongkong aber in absehbarer Zeit nicht verwirklicht werden. Und mit dem nationalen Sicherheitsgesetz, das seit Juli in Kraft ist, geht die Regierung gezielt gegen Kritiker vor.

Für Wong ist es die dritte Gefängnisstrafe, seit er sich in Hongkong für die Demokratiebewegung engagiert. Der 24-Jährige hatte bereits als Teenager Proteste organisiert. Nach den 2014 ausgebrochenen «Regenschirm-Protesten» für mehr Demokratie musste er zweimal mehrere Monate in Haft verbringen.

Zwei junge Männer werden in Handschellen in einen Transporter gebracht.
Legende: Hongkonger Aktivisten Joshua Wong (rechts) und Ivan Lam (links) steigen in den Transporter ein, der sie ins Gericht fährt. Keystone

SRF4 News, 02.12.20, 08:30 Uhr;

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15 Kommentare

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  • Kommentar von Kerzenmacher Boris  (zombie1969)
    Die grösste Unterstützung aus dem Westen gab es in den 90er Jahren für Tibet. Die Chinesen haben das erfolgreich ausgesessen und heute ist die tibetische Kultur in Tibet fast verschwunden. Da werden sie die paar Proteste um Hongkong nur weglächeln.
    Bleibt nur die Frage, wann Taiwan eingenommen wird. Vermutlich dann, wenn China sich stark genug fühlt, um ein internationales Wirtschaftsembargo des Westens auszuhalten. Denn militärisch wird niemand einschreiten.
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  • Kommentar von Sascha Ehring  (MountainmanSG)
    Wer Mist baut muss dafür gerade stehen, so ist es doch überall.
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  • Kommentar von Mihai Löchli  (Siebenbürgen)
    Das größte Irrtum der westlichen Welt, sowas wie das chinesischen System anzustreben, kann für alles was uns heute lieb ist fatal sein, vorallem aber für die Freiheit. Jeder der Freiheitsfeindliche Systeme gut findet, sollte eine Auszeit in China, N. Korea oder Venezuela nehmen. Keine Utopie, auch nicht die Sozialistische, kann die Menschheit voranbringen.
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    1. Antwort von Andy Gasser  (agasser)
      Ja. Wer China toll findet wird sich am ende auf der falschen Seite der Geschichte wiederfinden. War schon vor 80 Jahren in Europa so.
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    2. Antwort von Charles Grossrieder  (View)
      Joshua Wong, wurde vom Hong Kong Gericht, nach HKG geltendem Gesetz verurteilt und nicht von China. Dass HKG solange Geduld mit ihm zeigte, ist in sich selber verwunderlich, wenn man Vorort anschaut was für Schäden er und Gefolge hier angerichtet haben. Nicht nur physische Schäden, aber auch HKG’s Pre 2019 Freiheit zu untergraben, in welcher China HKG wallten ließ.
      Alles im Interesse Dritter, welchen China zu stark wird.
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    3. Antwort von Mihai Löchli  (Siebenbürgen)
      Ja, ist es so Herr Gasser, ich kann nicht genug davon warnen. Meine ganze Familie hat darunter gelitten, aber damals war noch eine Hoffnung, das System auf die andere Seite des eisernen Vorhangs. Mit die heutigen Ausspäh- und Kontrollmöglichkeiten, falls es wiederkommt, wird in eine richtige Tragödie enden, diesmal für die ganze Menschheit.
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    4. Antwort von Charles Grossrieder  (View)
      Wer China nur von den westlichen Medien kennt, wird es nicht toll finden. Jener der es sieht und den Fortschritt miterlebt, kann nur staunen ob dieser übertriebenen Negativität gegen China. Es mit den former sozialistischen Staaten Europas zu vergleichen ist sehr abwegig; da es auf einer anderen Kultur und Denkungsart aufgebaut ist. Chinesen sind stolz auf ihr Land und das ist was zählt schlussentlich.
      Sie leiden und flüchten nicht, auch nicht wenn im Urlaub in CH, sagt doch was oder nicht?
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