Nebulöser Plan: Am Ostermontag hiess es aus via US-Medien aus Geheimdienstkreisen, den Kriegsparteien USA und Iran sei ein von Pakistan, Ägypten und der Türkei vermittelter Plan für eine Waffenruhe mit Friedensgesprächen vorgelegt worden. Das Weisse Haus bestätigte dessen Existenz, nahm aber eine ablehnende Position ein: Trump habe den Vorschlag nicht unterzeichnet, die Operation ‹Epische Wut› gehe weiter. Selbes Bild auf der anderen Seite: Auch der Iran lehne Pläne zu einer Waffenruhe ab, so ein Sprecher des iranischen Aussenministeriums.
Letzte Chance? Das US-Nachrichtenportal «Axios» berichtete unter Berufung auf Aussagen von US-, israelischen und regionalen Quellen, der Friedensplan sei die einzige Chance, eine dramatische Eskalation noch zu verhindern. Aktuell gilt ein Ultimatum des US-Präsidenten bis Dienstag 20 Uhr US-Zeit (Mittwoch 2 Uhr Schweizer Zeit) mit der Drohung der Bombardierung von Infrastruktur im Iran. Und laut «Axios» hätten entsprechende US-Angriffe Vergeltungsschläge gegen Energie- und Entsalzungsanlagen in den Golfstaaten zur Folge.
Strittiger Engpass: Angesichts des ruppigen Tons beider Seiten scheint eine Annäherung allemal weit entfernt. Trump gab dem Iran noch bis Ablauf des Ultimatums Zeit, um «die verdammte Strasse (von Hormus)» zu öffnen. «Oder ihr werdet in der Hölle landen», schrieb der US-Präsident auf seiner Plattform Truth Social. Versehen mit der Beleidigung «crazy bastards» – mit «verrückte Mistkerle» noch wohlwollend übersetzt. Dem «Wall Street Journal» gegenüber konkretisierte der US-Präsident: «Wenn sie bis Dienstagabend nichts unternehmen, bleibt kein Kraftwerk und keine Brücke stehen.»
Schallendes Echo: Der Iran seinerseits lehnte es ab, Hormus für den Schiffsverkehr freizugeben. Zeitgleich stiess Teheran eigene Drohungen aus: Sollten die USA und Israel ihre Angriffe eskalieren, könnten für den globalen Energiemarkt wichtige Schifffahrtswege jenseits der Strasse von Hormus gefährdet sein, warnte Ali-Akbar Welajati, aussenpolitischer Berater des obersten iranischen Führers, laut dem regierungstreuen Sender Press TV. Davon betroffen sein könnte die Meerenge Bab al-Mandab und damit die Einfahrt zum Roten Meer und zum Suezkanal. Auch der Iran sparte nicht mit Kraftausdrücken: Mehdi Tabatabaei, der für Kommunikation zuständige Beamte im Präsidialbüro, bezeichnete Trump als «Bastard-Narr».
Zweierlei Ansprüche: Die iranische Führung übermittelte eigenen Angaben zufolge ihre «Forderungen und Ansprüche» an die Vermittler. Die Forderungen der USA seien «überzogen und inakzeptabel», sagte Aussenamtssprecher Ismail Baghai laut der staatlichen Nachrichtenagentur Irna. Im Gespräch ist seit längerer Zeit ein 15-Punkte-Plan der USA, der vom Iran grosse Zugeständnisse fordert.
Blutiger Alltag: Jenseits der diplomatischen Prozesse verschärfte sich die Lage am Persischen Golf am Ostermontag weiter. In der Nähe von Teheran kamen iranischen Angaben zufolge bei einem Luftangriff auf ein Wohngebäude mindestens dreizehn Menschen ums Leben; weitere fünf starben in der Stadt Ghom. Israel will im Iran weiter eine Gasfeld angegriffen haben. Im Gegenzug musste das Land eigenen Angaben zufolge Einschläge iranischer Geschosse in mehreren Städten hinnehmen. Meldungen über Angriffe kamen schliesslich auch aus Kuwait, Bahrain und den Vereinigten Arabischen Emiraten.