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In Kroatien wird es eine Stichwahl geben
Aus Tagesschau vom 22.12.2019.
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Knappes Rennen in Kroatien Amtsinhaberin und Ex-Regierungschef in Stichwahl

  • Im Rennen um die Präsidentschaft in Kroatien kommt es zu einer Stichwahl.
  • Im Januar treffen die konservative Amtsinhaberin Kolinda Grabar-Kitarović und der ehemalige sozialdemokratische Regierungschef Zoran Milanović aufeinander.
  • Das ergaben die offiziellen Teilergebnisse am Sonntagabend.

Wie die Wahlkommission am Abend nach Auszählung von knapp 98 Prozent der Stimmen mitteilte, lag Milanović in der ersten Runde mit 29.5 Prozent in Führung. Grabar-Kitarović kam demnach auf 26.7 Prozent.

Mann vor Mikrophonen.
Legende: Der oppositionelle Sozialdemokrat Zoran Milanović war früher Regierungschef. Keystone

Da keiner der Kandidaten im ersten Anlauf auf 50 Prozent der Stimmen kommen wird, wird eine Stichwahl am 5. Januar zwischen den beiden Erstplatzierten entscheiden.

Enges Rennen zwischen den Kandidaten

Umfragen hatten im Vorfeld der ersten Wahlrunde ein enges Rennen zwischen Grabar-Kitarović, Milanović und dem nationalistischen Sänger und Geschäftsmann Miroslav Škoro vorausgesagt. Škoro kam laut den Teilergebnissen auf 24.4 Prozent der Stimmen.

Amtsinhaberin.
Legende: Amtsinhaberin Kolinda Grabar-Kitarović am Tag der Wahl. Reuters

Die Wahlbeteiligung lag gut zwei Stunden vor Schliessung der Wahllokale nach Angaben der Wahlkommission bei 38.82 Prozent. Wahlberechtigt waren 3.8 Millionen Kroaten.

Spaltung kommt Milanović zugute

Grabar-Kitarović ist seit 2015 Präsidentin. Die 51-Jährige wird von der Mitte-rechts-Partei HDZ unterstützt, die seit Kroatiens Unabhängigkeit 1991 das Land die meiste Zeit regierte. Im Wahlkampf gelang es der konservativen Staatschefin nicht, am rechten Lager der Partei festzuhalten, das sich eher dem Nationalisten Škoro zuwandte.

Die Spaltung des rechten Lagers kam dem Mitte-links-Kandidaten Milanović in der ersten Wahlrunde zugute. Allerdings ist nicht klar, ob sich dies auch in der Stichwahl so darstellt, sollte das rechte Lager sich dann wieder vereint zeigen.

Als Regierungschef von 2011 bis 2016 war Milanović als arrogant kritisiert worden. Nun setzte er auf ein Comeback mit dem Versprechen, Kroatien zu einem «normalen» Land zu machen, mit einer unabhängigen Justiz und Respekt für Minderheiten.

Rückschlag für Regierung

Beobachter sehen in einer Niederlage für Grabar-Kitarović einen Rückschlag für den gemässigten Regierungschef Andrej Plenković von der HDZ. Plenkovićs Regierung übernimmt am 1. Januar für sechs Monate die EU-Ratspräsidentschaft. Der Urnengang gilt überdies als Stimmungstest vor der Parlamentswahl im kommenden Herbst.

Die Regierung kämpft derzeit mit einer zunehmenden Abwanderung: Immer mehr Kroaten verlassen das Land auf der Suche nach besserer Bezahlung und besseren Jobchancen in wohlhabenderen EU-Staaten. Viele, die abwandern, kritisieren auch Vetternwirtschaft und Korruption und eine schlechte öffentliche Versorgung.

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8 Kommentare

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  • Kommentar von Drago Stanic  (drago stanic)
    Kroatische traditionele Diaspora in Deutschland, Schweiz,Östereich hat seit 30 Jahre mit klare Mehrheit immer Nationaliste gewählt. Aber in Irland sind in letzte Jahre viel junge Familie ausgewandert und einzige Überraschung heutige Tages ist, dass Kolinda Kitarovic nur 3% dort bekommen hat. Junge ausgebildete Kroate wollen veränderung.
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  • Kommentar von Drago Stanic  (drago stanic)
    Kitarovic Kolinda wird locker Wahl gewinnen. Erste Wahlgang hat gezeigt, dass in konservativen Regionen Kroatien Kolinda und Skoro dominieren, während in Istrien, Zagreb und Varazdin Milanovic klare Sieger ist. Kolinda hat sich unzählige peinlichkeiten erlaubt und trotzde Armee von ihre Wähler stehen zu ihr. Einzige positives an diese Wahl ist, dass Verlierer Skoro wird neue Partei grunden und damit Nationaliste spalten.
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  • Kommentar von Alexander Ognjenovic  (Alex)
    Da ich selbst ursprünglich aus Kroatien (Dalmatien) stamme und auch serbische Wurzeln habe, hoffe ich dass die neue Regierung Kroatiens (falls eine neue Regierung kommt) ebenfalls der Zollunion zwischen Serbien, Republika Srpska, Bosnien-Herzegowina, Montenegro und Nordmazedonien beitritt! Ich sehe die Zukunft Kroatiens vor allem in einer besseren Beziehung mit Russland und Serbien! Und vor allem sehe ich die Zukunft ausserhalb der EU und ausserhalb der NATO! Die EU und NATO haben nur geschadet!
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    1. Antwort von Alexander Ognjenovic  (Alex)
      Können mir die Ablehner meines Kommentars bitte erklären was sie gegen eine Zusammenarbeit Kroatiens mit Serbien und Russland haben und was haben die Ablehner meines Kommentars gegen den Beitritt Kroatiens zu einer Zollunion mit Serbien, Republika Srpska, Bosnien-Herzegowina, Montenegro und Nordmazedonien? Und wo ist das Problem wenn Kroatien aus den Kriegsbündnissen NATO und EU austreten würde? Für Kroatien würden sich nur Vorteile ergeben bei einer politischen Neuorientierung!
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    2. Antwort von Drago Stanic  (drago stanic)
      Ich habe Sie nicht abgelehnt aber Kroatien hat eine Regierung welche alle Anweisungen von EU treu verfolgt. Kroatien hat eine Presidäntin welche mehrmals treue zu USA geschworen hat. Kroatien hat starke Kriegsveterane Verbände welche haben bewiesen, dass sie in jede Moment jede Regierung stürzen können. Und Kirche in Kroatien ist allmächtig und sie wollen auch nicht nach Osten blicken. Und kroatische Regierung bei NATO und EU Beitritt haben Wille des Volkes ignoriert.
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    3. Antwort von Albert Planta  (Plal)
      Kroatien und Slowenien als EU-Mitglieder stehen um Welten besser da als die anderen Ex-Jugoslawischen Länder.
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    4. Antwort von Alexander Ognjenovic  (Alex)
      Albert Planta // Sie kennen die Realität im ehemaligen Jugoslawien und auf dem Balkan gar nicht! Die einzigen 2 Länder auf dem Balkan die weitgehend unabhängig sind und wirtschaftlich gut da stehen sind Serbien und Griechenland! Alle anderen Länder sind wirtschaftlich vom Westen abhängig! Kroatien verliert sehr viel an Bevölkerung durch Auswanderung und diejenigen die bleiben sind meist sehr arm, während Serbien ein Wirtschaftsaufschwung erlebt!
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    5. Antwort von Jörg Frey  (giogio)
      Ich habe abgelehnt, da ich schläuer bin, als all die Leichtgläubigen, die den Quatsch der Trollen von St. Petersburg und Putin glauben. Putin ist imperialistisch und mischt sich in die Politik jedes Landes ein und will den Europäern die Freiheit nehmen.
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