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Deutscher Bundestag beschliesst Kohleausstieg
Aus Tagesschau vom 03.07.2020.
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Kohleaustieg bis 2038 Deutschland beschliesst «Ende des fossilen Zeitalters»

  • Deutschland will nach der Atomenergie nun auch aus der Kohlestromgewinnung aussteigen.
  • Der Bundestag beschloss am Freitag die Abschaltung aller Braun- und Steinkohlekraftwerke bis spätestens 2038.
  • Ausserdem wurde ein Gesetz verabschiedet, das Hilfen von 40 Milliarden Euro für die Kohleländer vorsieht.

Die Kohle, bei deren Verbrennung grosse Mengen des Treibhausgases CO2 entstehen, hat in Deutschland traditionell einen hohen Anteil an der Stromversorgung. Europas grösste Volkswirtschaft verfügt über grosse heimische Braunkohlevorkommen.

Quelle: Bundesverband Braunkohle, 03.07.2020Titel (~40pt)Untertitel (~28, mind. 25)Text mind. 25pt. Für Text-Hierarchien z.B. mit Schriftstärke oder grösseren Schriften Arbeiten.Hier ein mögliches Beispiel:Body Text (mind. 25pt)Legende (mind. 25pt)Überschrift (mind. 25pt)Beschriftung (~25pt)Rheinisches RevierMitteldeutsches RevierLausitzer RevierGrösste Abbaugebiete für Braunkohle in Deutschland

Wegen teurer Emissionsrechte ist der Kohlestromanteil aber schon deutlich gesunken. Voriges Jahr stammten noch 18.8 Prozent des in Deutschland erzeugten Stroms aus heimischer Braunkohle und 9.4 Prozent aus importierter Steinkohle.

Milliardenentschädigungen

Die Strukturhilfen sollen in den Kohleregionen in Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt, Sachsen und Brandenburg beim Umbau der Wirtschaft sowie beim Ausbau der Infrastruktur helfen. Betreiber von Kohlekraftwerken sollen Entschädigungen von etwa 4.3 Milliarden Euro für das vorzeitige Abschalten ihrer Anlagen bekommen.

Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) bezeichnete den Kohleausstieg als historisches Generationenprojekt. «Wir sind das einzige Industrieland dieser Grösse, das aus der Nutzung der Kernenergie und 15 Jahre später aus der Kohleverstromung aussteigt», sagte er im Bundestag. «Das fossile Zeitalter geht mit dieser Entscheidung unwiderruflich zu Ende.»

Braunkohleabbau in Profen, im mitteldeutschen Revier
Legende: Braunkohleabbau in Profen, im mitteldeutschen Revier: Einem der drei grossen Abbaugebiete in Deutschland. Keystone

Kritik von grüner Seite

Grünen-Chefin Annalena Baerbock kritisierte, der Ausstieg komme viel zu spät. Die Bundesregierung sei an entscheidenden Stellen vom Konzept der Kohlekommission abgewichen. Der FDP-Abgeordnete Lukas Köhler sprach von einem «extrem teuren Gesetz».

Denn wegen der stark gestiegenen Preise für Emissionsrechte werde die Kohleverstromung ohnehin unrentabel. «Die Kohle geht aus dem Markt, und das völlig ohne Entschädigung», sagte Köhler.

Greenpeace-Aktivisten kletterten aus Protest gegen das Gesetz auf das Dach des Reichstagsgebäudes. Unter dem Schriftzug «Dem deutschen Volke» am Architrav des Westportals brachten sie ein grosses Transparent mit der Aufschrift «Eine Zukunft ohne Kohlekraft» an. Greenpeace will weiter für einen Kohleausstieg bis 2030 kämpfen.

Teil der deutschen Energiewende

Der schrittweise Kohleausstieg ist Teil der deutschen Energiewende, die mit dem von der rot-grünen Regierung Anfang des Jahrtausends eingeleiteten Atomausstieg begonnen hatte.

Derzeit sind in Deutschland noch sechs Kernkraftwerke in Betrieb, von denen drei im nächsten und drei im übernächsten Jahr vom Netz gehen sollen. 2019 steuerte Atomenergie noch zwölf Prozent zum deutschen Strommix bei.

Erneuerbare Energien aus Wind, Sonne und Biomasse wurden in den vergangenen zwei Jahrzehnten in Deutschland mit Subventionen in dreistelliger Milliardenhöhe gefördert. Bezahlt wurden diese von den Stromkunden mit einer Umlage auf den Strompreis.

Der Anteil der Erneuerbaren am Gesamtstrom soll in Deutschland von jetzt gut 40 Prozent auf 65 Prozent im Jahr 2030 und 80 Prozent 2050 steigen.

SRF 4 News, 03.07.2020; 15:30 Uhr;

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31 Kommentare

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  • Kommentar von Nick Schaefer  (Nick Schaefer)
    Die Kohlepfennig-Subventionen und die AKW-Subventionen sind ein Vielfaches aller jemals im Umlageverfahren finanzierten Erneuerbaren Energieanlagen.

    Der von AKW und CO2 angerichtete Schaden ist nochmals um ein Mehrfaches grösser.

    In D wird heute kostendeckend neuer Solar- und Windstrom zu 4 cts/kWh produziert.

    Die Aufräumkosten für CO2/Uran belaufen sich um 30-100 cts/kWh auf der kumulierten Produktion.

    Alles andere als sofortiger Ausstieg aus CO2/Uran ist wirtschaftlicher Unsinn.
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  • Kommentar von Nick Schaefer  (Nick Schaefer)
    Seit 1824 kennt man den Treibhauseffekt.
    Seit 1854 ist CO2 als Treibhausgas bekannt.
    Seit 1960 weiss die Öl- und Kohle-Industrie um den von ihr verursachten Klimawandel.

    2020 hat Spanien das letzte Kohlekraftwerk ausgeschaltet.

    Aber trotzdem will die Kohle in D noch Geld für ihre Verbrechen?
    Trotzdem hat D noch Kohlekraftwerke gebaut?
    Wo in EU Stromüberschuss herrscht?

    Wo neue Solar- und Windkraft günstiger und sicherer ist?

    Wo Umschulung aller Kohlekumpel auf Wind billiger wäre?
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  • Kommentar von Jürg Häusermann  (Abraham)
    Gut, dann braucht es auch Nordstream nicht mehr, diesen sicherheitspolitische Sündenfall
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