Zum Inhalt springen

Header

Inhalt

Konflikt in Korea Nordkorea will Südkorea mit Flugblättern «bombardieren»

  • Nordkorea will als Strafaktion gegen Südkorea Millionen von Propagandaflugblättern auf das Nachbarland niederregnen lassen.
  • Die kommunistische Führung in Pjöngjang hatte eine solche Massnahme als Vergeltung für eine ähnliche Propagandaaktion von Aktivisten und nordkoreanischen Flüchtlingen in Südkorea mehrfach angedroht.
  • Es seien bisher zwölf Millionen Flugblätter gedruckt worden, die «den Zorn und Hass der Menschen aus allen Gesellschaftsschichten» widerspiegelten, heisst es in den Staatsmedien.
Video
Aus dem Archiv: Neuer Tiefpunkt zwischen Nord- und Südkorea
Aus Tagesschau vom 16.06.2020.
abspielen

Zudem seien verschiedene Mittel zur Verbreitung der Handzettel über die Grenze vorbereitet worden, darunter auch mehr als 3000 Ballons. «Die Zeit für vergeltende Bestrafung rückt näher», heisst es.

Spannungen spitzen sich zu

Die Spannungen auf der geteilten koreanischen Halbinsel verschärfen sich derzeit wieder. Nordkorea hatte zuletzt verärgert auf eine Flugblattaktion in Südkorea reagiert, bei der Bürgerorganisationen Ende Mai nahe der Grenze etwa 500'000 in Ballons verpackte Flugblätter mit Kritik an der nordkoreanischen Führung in Richtung Norden geschickt hatten. Nordkorea wirft der Regierung in Seoul vor, diese häufig durchgeführte Kampagne zu tolerieren.

Nach der Unterbrechung aller Kommunikationsleitungen zu Südkorea hatte Nordkorea in der vergangenen Woche auch ein gemeinsames, aber zuletzt ungenutztes Verbindungsbüro nahe der Grenze gesprengt.

Das Vereinigungsministerium in Seoul hatte Nordkorea am Samstag aufgerufen, die geplante Propagandaaktion zurückzuziehen. Seoul sieht darin eine Verstoss gegen bilaterale Vereinbarungen von 2018 über vertrauensbildende Massnahmen einschliesslich der Einstellung von Flugblattaktionen und Lautsprecherdurchsagen entlang der militärischen Demarkationslinie zwischen beiden Ländern. Nordkorea wies die Forderung zurück.

Der Nordkorea-Konflikt: Eine Chronologie der Ereignisse

Textbox aufklappenTextbox zuklappen
Süd- und Nordkoreanische Staatschefs auf einem Plakat
Legende:Keystone

1910: Japan annektiert das Kaiserreich Korea.

1945: Nach der Kapitulation Japans am Ende des Zweiten Weltkriegs wird Korea auf dem 38. Breitengrad in zwei Besatzungszonen geteilt. Die damalige Sowjetunion besetzt das nördliche Gebiet, die USA das südliche.

1950: Mit dem Ziel einer gewaltsamen Wiedervereinigung greift die Demokratische Volksrepublik Korea (Nordkorea) die Republik Korea (Südkorea) an.

1950-1953: Der Koreakrieg zwischen dem Norden mit der verbündeten Volksrepublik China gegen den Süden mit Hilfe der USA schürt die Angst vor einem dritten Weltkrieg.

Nach 1953: Die mehreren Millionen Todesopfer des Koreakriegs zementieren die Spaltung des einstigen Kaiserreichs bis heute.

10.02.2005: Nordkorea räumt erstmals offiziell den Besitz von Nuklearwaffen «zur Selbstverteidigung» ein.

17.12.2011: Kim Jong-Un kommt nach dem Tod seines Vaters Kim Jong-Il an die Macht. Sein Grossvater, der 1994 gestorbene Staatsgründer Kim Il-Sung, ist «Ewiger Präsident».

Dezember 2012: Trotz internationaler Warnungen schiesst Nordkorea einen Satelliten ins All. Die USA und Südkorea befürchten, dass damit eine Interkontinentalrakete getestet werden sollte.

25.08.2015: Vereinbarung zur Beendigung der eskalierten Spannungen.

06.01.2016: Nordkorea meldet den Test einer Wasserstoffbombe als vierten unterirdischen Kernwaffentest.

09.09.2016: Nordkorea behauptet, es habe erstmals atomare Sprengköpfe auf ballistische Raketen montiert. Der Test wird international verurteilt, auch von China.

3.9.2017: Sechster unterirdischer Kernwaffentest, worauf der UNO-Sicherheitsrat einstimmig die bis dato schärfsten Sanktionen gegen Nordkorea beschliesst.

1.1.2018: Kim Jong-Un kündigt in seiner Neujahrsansprache überraschend Dialogbereitschaft mit Südkorea an. Gleichzeitig bekräftigt er gegenüber den USA, Nordkorea sei 2017 endgültig zur Atommacht aufgestiegen

05.03.2018: Kim Jong-Un empfängt erstmals seit seinem Amtsantritt 2011 eine Regierungsdelegation aus Südkorea.

21.04.2018: Nordkorea erklärt, keine Atom- und Raketentests mehr durchzuführen.

27.04.2018: Kim Jong-Un trifft mit dem neuen südkoreanischen Staatspräsidenten Moon Jae-In zusammen. In der «Panmunjom-Erklärung» bekennen sich beide Seiten zu einer «kompletten Denuklearisierung» und zu einem Friedensvertrag.

12.06.2018: Historisches Gipfeltreffen zwischen Kim Jong-Un und Donald Trump in Singapur als erste Begegnung eines nordkoreanischen Staatsführers und eines US-Präsidenten.

18.-20.9.2018: Fünftes innerkoreanisches Gipfeltreffen in Pjöngjang zur Wiederbelebung der ins Stocken geratenen Atomwaffen-Diplomatie zwischen Kim Jong-Un mit Moon Jae-In.

16.06.2020 Nordkorea sprengt als Vergeltungsaktion für wiederholte Flugblattaktionen von nordkoreanischen Überläufern das gemeinsame Verbindungsbüros, das während des Friedensprozesses 2018 eingerichtet worden war. Nordkorea will in der Grenzregion wieder Truppen zu stationieren.

(Munzinger, Wikipedia)

SRF 4 News, 9 Uhr, 22.06.20;

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.
Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Push-Mitteilungen aktivieren

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

10 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.