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Konflikt in Tigray Äthiopien erklärt Militäroffensive für beendet

  • Seit mehr als drei Wochen wüten Kämpfe zwischen Äthiopiens Streitkräften und der Führung der Region Tigray.
  • Nun hat die Regierung Äthiopiens ihre Militäroffensive in der Region Tigray nach eigenen Angaben siegreich beendet.
  • Bei dem präzisen Militäreinsatz sei sichergestellt worden, dass Zivilisten nicht zum Ziel wurden, hiess es weiter.

«Die Föderalregierung beherrscht nun die Stadt Mekelle komplett», sagte Ministerpräsident Abiy Ahmed über die Hauptstadt der Region Tigray. Die Volksbefreiungsfront von Tigray (TPLF) äusserte sich zunächst nicht zur Siegesmeldung der Regierung.

Nach Beendung der Offensive werde die Polizei nun nach «TPLF-Kriminellen» suchen und sie vor Gericht stellen, teilte Abiy mit. Zudem stünde der Wiederaufbau von Tigray bevor und die Geflüchteten müssten zurückgeholt werden.

Offensive gegen die TPLF

Nach Monaten der Spannungen hatte Äthiopiens Regierung Anfang November eine Offensive gegen TPLF eröffnet, die in der Nordregion an der Macht ist. Während die TPLF den äthiopischen Streitkräften vorwarf, auch Zivilisten anzugreifen, bestand die Zentralregierung darauf, dass nur militärische Ziele angegriffen und Zivileinrichtungen sowie Wohngebiete geschont worden seien.

NGOs warnen vor humanitärer Katastrophe in Tigray

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Hilfsorganisationen warnen vor einer humanitären Katastrophe in Tigray. Jüngst sagten Caritas International und andere NGOs, dass keine der Kriegsparteien gewillt sei, Hilfsorganisationen Zugang zu den notleidenden Menschen zu gewähren. Etwa 1.5 Millionen Menschen seien von Kampfhandlungen bedroht und von der Lebensmittel- und Wasserversorgung abgeschnitten, warnten sie. Mindestens 43'000 Menschen sind dem UN-Flüchtlingshilfswerk zufolge bereits in das Nachbarland Sudan geflohen.

Allerdings war es während des Konflikts nicht möglich, Aussagen beider Seiten zu verifizieren. Internet- und Telefonverbindungen waren weitgehend gekappt, Strassen blockiert und die Strom- und Wasserversorgung war eingeschränkt.

«Gesetzesvollzugs-Operation»

Die Gefechte entlarven die tiefen Risse in Äthiopien. Während Abiy mit seinem Reformkurs und Friedensschluss mit dem Langzeit-Rivalen Eritrea weltweit gefeiert wurde und 2019 den Friedensnobelpreis erhielt, verschärften sich in seiner Heimat unter seiner Regierung die ethnischen und politischen Spannungen – unter anderem zwischen der Zentralregierung und der TPLF.

Die Partei und Rebellengruppe TPLF dominierte mehr als 25 Jahre lang das Land und regierte mit harter Hand, wurde aber seit 2018 von Abiy zunehmend rausgedrängt. Abiy bezeichnete die Offensive nun auch als «Gesetzesvollzugs-Operation» gegen eine Gruppe, die sich der Zentralregierung widersetzt habe. Die TPLF hingegen beschrieb den Konflikt als Angriff auf die Menschen von Tigray.

Rendez-Vous; 26.11.20; 12:00 Uhr;

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3 Kommentare

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  • Kommentar von Kerzenmacher Boris  (zombie1969)
    Entwicklungshilfe stoppen. Wer Waffen kaufen kann der kann auch sein Essen anbauen und seine Brunnen selber bauen. Der Europäer geht nicht Arbeiten damit andere mit seinem Geld Krieg spielen können.
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  • Kommentar von Hans Furrer  (Antifa)
    Der Konflikt in Tigray bringt mich ziemlich in ein Dilemma. Einerseits verurteile ich Krieg gegen ethnische Minderheiten, auch wenn sie selbst gewalttätig sind, andererseits kann ich Abiy verstehen, da ihm die TPLF lange genug auf der Nase herum getanzt ist. Hier nur ein Beispiel: Nach dem Friedensschluss Äthiopiens mit Eritrea, haben sich die tigrayischen Generäle in Mekele geweigert, sich aus den von ihnen besetzten Gebieten in Eritrea zurückzuziehen und damit den Friedensprozess behindert.
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    1. Antwort von Michael Tarnutzer  (Kotei)
      Ich stimme Ihnen zu der Frieden mit Eritrea sorgt für Stabilität in der Region, die TPLF sind Terroristen und morden munter vor sich hin, leider kann man diese nicht mit Liebe zur Vernunft bringen, sondern muss sich auf das Gesetz Aktion=Reaktion besinnen, ich persönlich und viele Bekannte aus Äthiopien und Eritrea halten Abiy für einen ausserordentlich hervorragenden Prädodenten und ich wäre dankbar wenn er nicht der Korruption anheim fallen würde, wie es leider sehr oft vorkommt
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