Kongo: Rebellen offenbar auf Rückzug

Die Rebellenmiliz M23 hat nach UNO-Angaben augenscheinlich mit ihrem Abzug aus der kongolesischen Grenzstadt Goma begonnen. Nun wird sich zeigen, ob die Regierung auf die Forderungen der Rebellen eingeht.

Person auf einem Feldweg mit Waffe. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Die Rebellen scheinen abzuziehen. Mehr als 140'000 Menschen sollen vor den Kämpfen geflüchtet sein. Keystone

Es habe am Dienstagabend Anzeichen gegeben, dass sich die Kämpfer aus Goma zurückzögen oder sich auf einen Abzug vorbereiteten, sagte der Leiter der UNO-Friedenseinsätze. Ugandas Oberkommandeur sagte, der Abzug aus Goma würde bis Donnerstagmittag abgeschlossen sein.

Die M23-Miliz hatte die Stadt an der Grenze zu Ruanda am Dienstag vergangener Woche eingenommen. Während die Sorge vor einer erneuten Eskalation der Gewalt in der unruhigen Provinz Nord-Kivu wuchs, verliessen zehntausende Menschen ihre Häuser.

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Die Forderungen der Rebellen

Die M23 besteht auf der Freilassung politischer Gefangener sowie auf einer unabhängigen Untersuchung der Vorwürfe gegen den Generalstabschef der kongolesischen Armee, Gabriel Amisi. Dieser war von seinem Amt suspendiert worden, nachdem ihm in einem UNO-Bericht Waffenschmuggel an Milizen vorgeworfen worden war.

Erfolgreiche Verhandlungen

Bei Verhandlungen zwischen dem M23-Militärkommandeur und Armeeführern aus der Region in Kampala am Montagabend gelang es jedoch, eine Einigung über einen Rückzug der M23 aus Goma zu erreichen. Demnach sollen sich ihre Kämpfer innerhalb von drei Tagen 20 Kilometer weit zurückziehen.

In der M23-Miliz haben sich frühere Tutsi-Rebellen zusammengeschlossen, die 2009 im Zuge eines Friedensvertrags in die Armee eingegliedert worden waren, diese im April aber aus Protest gegen ihre schlechte Behandlung wieder verliessen.

UNO-Experten zufolge wird die Miliz von Ruanda unterstützt, was dessen Regierung bestreitet. Der Rebellengruppe werden zahlreiche Gewalttaten gegen die Zivilbevölkerung vorgeworfen. Die Region von Nord- und Süd-Kivu war in den 1990er Jahren bereits Ausgangspunkt zweier verheerender Kriege.