Zum Inhalt springen

Header

Video
Der Innenminister am «Tatort»
Aus Tagesschau vom 22.06.2020.
abspielen
Inhalt

Krawalle in Stuttgart «Alarmsignal für den Rechtsstaat»

  • Nach der Stuttgarter Chaos-Nacht mit Plünderungen und Randale von mehreren hundert Menschen verlangt der deutsche Innenminister Horst Seehofer harte Strafen für die Täter.
  • «Ich erwarte, dass die Justiz den Tätern, die gestellt werden konnten oder noch können, auch eine harte Strafe ausspricht», sagte der CSU-Politiker.
  • Die Ausschreitungen könnten grössere Spuren hinterlassen: Die Deutsche Polizeigewerkschaft brachte ein Alkoholverbot auf öffentlichen Plätzen und eine Sperrstunde für Teile der City in die Debatte.

Seehofer bezeichnete die Randale von Stuttgart als «Alarmsignal für den Rechtsstaat». Es gehe nicht nur um Gewalt gegen die Polizei, sondern auch um die Verunglimpfungen der Beamten mit Worten. «Aus Worten folgen immer auch Taten.»

Glassplitter in Polizeiauto.
Legende: Die Randalierer griffen auch mehrere Polizeiautos an. Keystone

Nach dem Ausbruch der Gewalt in der Nacht zum Sonntag wurden am Montag laut Polizei sieben Haftbefehle beantragt, unter anderem wegen Landfriedensbruchs und gefährlicher Körperverletzung. Ob die Tatverdächtigen bereits dem Haftrichter vorgeführt wurden, war bis zum Abend nicht bekannt.

Versuchter Totschlag wird untersucht

Am Vorabend waren bereits ein weiterer Haftbefehl erlassen und einer gegen Auflagen ausser Vollzug gesetzt worden. Ein 16-Jähriger muss sich wegen versuchten Totschlags verantworten, weil er nach Angaben der Staatsanwaltschaft einem am Boden liegenden Studenten gezielt gegen den Kopf getreten haben soll.

Gelegenheit zur Aufarbeitung in der Politik soll eine Sondersitzung des baden-württembergischen Innenausschusses am Mittwochmorgen im Landtag geben. Dort will die Opposition Innenminister Thomas Strobl (CDU) ausführlich zur kriminellen Gewalt und zu Massnahmen zum Schutz von Gesellschaft und Polizei befragen. Die Polizei hat angekündigt, in den kommenden Wochen mit verstärkten Kräften in Stuttgart unterwegs zu sein.

19 verletzte Polizisten

Textbox aufklappenTextbox zuklappen

Stuttgarts Polizeivizepräsident Thomas Berger bezifferte den Schaden durch die marodierenden Gruppen auf einen sechs- bis siebenstelligen Betrag.

Unter anderem wurden in der Nacht zum Sonntag 40 Läden beschädigt und zum Teil geplündert, zudem zwölf Streifenwagen demoliert, sagte der Leiter des Polizeieinsatzes noch während der Nacht.

19 Polizisten seien infolge «total enthemmter Gewalt» verletzt worden, einer davon brach sich das Handgelenk, sagte Berger.

Dennoch könnte die Randale grössere Spuren hinterlassen. Neben den politischen Konsequenzen wird im Stuttgarter Rathaus über die Folgen für den Handel und den Ruf der Stadt beraten: Die Deutsche Polizeigewerkschaft brachte ein Alkoholverbot auf öffentlichen Plätzen und eine Sperrstunde für Teile der City in die Debatte.

Polizei künftig zu dritt unterwegs

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) verurteilte die Krawalle scharf. Regierungssprecher Steffen Seibert sagte in Berlin, die Szenen seien «abscheulich» gewesen und mit nichts zu rechtfertigen.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier stellte sich demonstrativ hinter Polizeibeamte. «Wer Polizistinnen und Polizisten angreift, wer sie verächtlich macht oder den Eindruck erweckt, sie gehörten entsorgt, dem müssen wir uns entschieden entgegenstellen.»

«Da ist viel aufgestauter Ärger vorhanden»

Textbox aufklappenTextbox zuklappen

Der Kriminologe Christian Pfeiffer sieht in den Coronavirus-Beschränkungen eine Ursache für die Krawalle. «Da ist viel aufgestauter Ärger vorhanden», sagte er der «Augsburger Allgemeinen».

«Wir haben viele Verlierer durch Corona.» Hinzu komme, dass die Leute mehrere Wochen wie eingesperrt gewesen seien, wenn man es mit dem sonst vertrauten Leben vergleiche. «Menschen, die eingesperrt waren, sind aggressiver.»

Zum Schutz der Beamten wird die Bundespolizei nach Worten Seehofers nicht mehr einzeln oder zu zweit in einer Streife unterwegs sein, sondern künftig zu dritt. Es werde bei der Bundespolizei keine Streifen mehr geben unter drei Personen, um die Beamten im Alltag stärker zu schützen, sagte der Innenminister in Stuttgart. Das habe er bereits vor einigen Wochen beschlossen.

Tagesschau, 22.6.2020, 19:30 Uhr;

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.
Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Push-Mitteilungen aktivieren

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

25 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Josephk Ernstk  (Joseph ernst)
    "Wir schaffen das" war gewiss ein gewagter Ausspruch. Zig tausende sind unkontrolliert eingewandert und ein Grossteil ist abgetaucht. Den wirklich Vertriebenen muss selbstv. Asyl gewährt werden. Die Neuankömmlinge sind seit geraumer Zeit Wirtschaftsflüchtlinge. Es ist zu hoffen, dass Seehofers Worte nicht nur Worte bleiben. Multikulti kann nicht funktionieren, es schafft Paralellgesellschaften !
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Claudia Beutler  (Claudia)
      Die Ausschreitungen hat soviel mit einem Miragtionshintergrung zu tun wie Kravalle bei einem Fussballspiel. Nur Lust an Randale. Dafür braucht man keinen Migationshintergrund. Das können auch die Bio Deutschen. Nach Aussage der Polizei waren es 50 % . Wie lange muss man diesen Spruch vom Miragtionshintergrund eigentlich hören bis in die 2.,3. oder 4.Generation?
      Gut wenn man Migranten hat denen man die Schuld geben kann
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Hans König  (Hans König)
    Das sind Tatsachen nicht Alarmsignale!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Mike Steiner  (M. Steiner)
    Das ist kein Alarmsignal für den Rechtsstaat, sondern ein Alarmsignal für fehlenden Anstand und Bildungsbreite. Was Wunder, wenn man sich die heutige Gesellschaft so anschaut und wie oder wo sie ihre Werte bezieht...
    Ablehnen den Kommentar ablehnen