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Krieg in Syrien Vertreter der OPCW erhalten Zugang zur Stadt Duma

Legende: Video Was geschah in Duma am 7. April wirklich? abspielen. Laufzeit 1:04 Minuten.
Aus Tagesschau vom 16.04.2018.
  • Seit Sonntag warten die Experten der Organisation für das Verbot Chemischer Waffen (OPCW) auf die Erlaubnis, Duma zu besuchen, um den mutmasslichen Giftgasangriff auf die syrische Stadt zu untersuchen.
  • Nun hat Russland grünes Licht gegeben. Es erklärte die Verzögerung des Zugangs der OPCW-Experten mit den Raketenangriffen auf Ziele in Syrien.
  • Ob sie zwei Wochen nach der Tat noch Beweise finden, wird sich zeigen.
Fahrzeug der UNO vor einer Tiefgarage.
Legende: Das OPCW-Team ist seit Samstag in Damaskus. Am Mittwoch erhalten sie Zugang zu Duma. Keystone

Die Experten der Organisation für das Verbot Chemischer Waffen (OPCW) sollen sich am Mittwoch ins syrische Duma begeben können. Das kündigte der russische Botschafter Alexander Schulgin am Montagabend in Den Haag an.

Das OPCW-Team war am Samstag in Damaskus eingetroffen. Russland und Syrien hatten den Experten unter Verweis auf «Sicherheitsprobleme» während mehrerer Tage nicht erlaubt, nach Duma zu gehen, wie OPCW-Chef Ahmet Üzümcü bei einer Dringlichkeitssitzung der Organisation in Den Haag sagte.

Die OPCW-Experten hätten eigentlich am Sonntag mit ihren Untersuchungen in Duma beginnen wollen. Sie trafen sich stattdessen mit Behördenvertretern in ihrem Hotel in Damaskus. Russland erklärte die Verzögerung im Zeitplan mit den Raketenangriffen Frankreichs, Grossbritanniens und der USA auf Syrien.

Proben sammeln – sofern vorhanden

Der Journalist Paul-Anton Krüger hat sich jahrelang mit chemischen Waffen beschäftigt. «Sie werden Proben aus der Umgebung entnehmen», erklärt er das Vorgehen der OPCW-Experten. Dies könnten Bodenproben sein, oder Proben aus den Trümmern getroffener Häuser. «Man wird versuchen, Munitionsreste, wenn noch welche da sind, zu analysieren.»

Paul-Anton Krüger

Paul-Anton Krüger

Journalist

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Krüger ist Nahost-Korrespondent der «Süddeutschen Zeitung» mit Sitz in Kairo und betreute während Jahren das Dossier internationale Sicherheit.

Und man werde versuchen, mit Überlebenden zu sprechen, so Krüger weiter. Ziel sei auch, Opfern Blut- und Gewebeproben zu entnehmen, um «aus all den Proben und Informationen ein Gesamtbild zu erstellen».

Nachweis nach zwei Wochen schwierig

Die Proben – falls welche gefunden werden – würden in OPCW-eigenen Labors analysiert und zeitgleich zertifizierten Vergleichslabors gegeben, erklärt Krüger. «Am Ende wird geprüft, ob die Analyse übereinstimmt. Dann wird die OPCW die Ergebnisse in einem Bericht an ihren Exekutivrat zusammenfassen.»

Das Problem sei, dass chemische Kampfstoffe nicht lange nachweisbar sind. Der Angriff auf Duma ist zwei Wochen her. Gase wie Chlor verflüchtigen sich schnell. Und auch flüssige Chemiewaffen wie Sarin halten sich nicht lange.

Je mehr Zeit zwischen einem Angriff und der Beweissicherung vergeht, desto schwieriger wird es.
Autor: Paul-Anton KrügerJournalist

Entsprechend sei es fraglich, ob die OPCW-Experten etwas finden werden, sagt Krüger. «Je mehr Zeit zwischen einem Angriff und der Beweissicherung vergeht, desto schwieriger wird es.» Dies auch, weil man nicht wisse, ob an den betreffenden Orten Veränderungen vorgenommen worden seien. Nur wenn man Rückstände fände – zum Beispiel Abbaustoffe eines Kampfstoffs – könne man Rückschlüsse auf einen C-Waffeneinsatz ziehen, so der Journalist.

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14 Kommentare

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  • Kommentar von Sebastian Mallmann (mallmann)
    Der unabhängige Journalist Robert Fisk hat sich in Duma ein Bild gemacht. Sein Bericht ist bei independent.co.uk zu finden. Nach Aussagen eines Arztes waren die in den Medien gezeigten, beatmeten Opfer keinem Giftgas ausgesetzt, sondern litten aus anderen Gründen an Atemnot. Zudem würden viele befragte Zivilisten nicht an die Giftgas-Geschichten glauben, da sie meist von den Islamisten/White Helmets verbreitet würden. Ein weiterer glaubwürdiger Report also, der den Mainstream in Frage stellt.
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  • Kommentar von Alex Volkart (Lex18)
    Wenn der mögliche Giftgasanschlag überprüft wird sollte man auch die zerstörten Fabriken untersuchen in denen sich angeblich Giftgas befunden haben soll.
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  • Kommentar von Peter Amthauer (Peter.A)
    Darf denn nochmals, so wie im Irak, nichts gefunden werden? Und: Wenn nichts gefunden wird, hat die russische Administration die Beweise sicher schon beseitigt. MfG
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