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Kriminalität Schlag gegen Kinderpornografie – Festnahmen auch in der Schweiz

International arbeitende Ermittler haben nach eigenen Angaben ein Betrugsnetzwerk im Darknet mit oftmals kinderpornografischen Inhalten stillgelegt.

Das ist passiert: Mehr als 373'000 Seiten wurden abgeschaltet und 600 Tatverdächtige bereits identifiziert, wie Justizministerium und Polizei des deutschen Bundeslandes Bayern mitteilten. In der Schweiz wurden fünf Personen identifiziert und vorläufig festgenommen, wie das Bundesamt für Polizei Fedpol auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA mitteilte. Den Beschuldigten werde vorgeworfen, im Darknet über die Plattform «Alice with Violence CP» Darstellungen sexuellen Kindesmissbrauchs konsumiert und aktiv versucht zu haben, weiteres Material zu beschaffen.

Person tippt auf beleuchteter Laptop-Tastatur.
Legende: Ermittler haben ein Betrugsnetzwerk im Darknet stillgelegt, auf dem oftmals kinderpornografische Inhalte verbreitet wurden. Gemäss Angaben vom Fedpol wurden auch in der Schweiz Personen festgenommen. Keystone/PHILIP DULIAN

Internationale Ermittlungen: Insgesamt werde weltweit gegen rund 600 Nutzende, die zwischen Februar 2020 und Juli 2025 auf kinderpornografischen Plattformen Zahlungen getätigt hätten, ermittelt. Obschon sie versucht hätten, ihre Identität im Internet zu verschleiern, konnten Ermittlungsbehörden sie mittels neuer Tools ausfindig machen. Es seien dafür Kryptowährungsströme ausgewertet worden, teilten das Justizministerium und die Polizei Bayern mit.

Fedpol und Kantonspolizeien beteiligt: An der von der europäischen Polizeibehörde Europol koordinierten «Operation Alice» beteiligten sich 23 Staaten – neben europäischen Ländern auch die USA, Kanada und Australien. In der Schweiz waren ausser dem Fedpol die Luzerner Polizei, die Kantonspolizei St. Gallen, die Kantonspolizei Thurgau und die Kantonspolizei Zürich an der Operation beteiligt

Jahrelange Ermittlungen: Seit mehr als vier Jahren hatten die bayerischen Ermittler den Angaben zufolge eine Darknet-Plattform im Visier, auf der in letztlich betrügerischer Absicht vorrangig Abbildungen schwerer sexualisierter Gewalt gegen Kinder angepriesen wurden, um Interessierte zum Kauf weiterer Fotos und Videos zu animieren.

89 Beschuldigte in Deutschland

Box aufklappen Box zuklappen

In Deutschland habe es Durchsuchungen gegen 14 Verdächtige in neun Bundesländern gegeben. Insgesamt wurden Verfahren gegen 89 Beschuldigte aus Deutschland geführt. Die Beamten in München betonten, dass sofort gehandelt worden sei, wenn Gefahren für Kinder erkannt wurden – etwa wenn Minderjährige bei Tatverdächtigen wohnten.

Internationale Fahndung läuft: Nach dem mutmasslichen Kopf hinter dem Ganzen werde international gefahndet. Es handle sich um einen 35-jährigen Chinesen mit Wohnsitz in der Volksrepublik. Der Mann soll Interessierte mit echten Abbildungen schwerer sexualisierter Gewalt gegen Kinder in Fake-Shops gelockt haben, um sie dort abzuzocken. Er bot demnach auch andere kriminelle Leistungen gegen Bezahlung an, ohne diese zu erbringen.

Der Vorwurf gegen den Hauptverdächtigten: Dem gesuchten Chinesen wird von Ermittlern vorgeworfen, von November 2019 bis zuletzt ein aus bis zu 287 Servern bestehendes Netzwerk betrieben zu haben – samt einschlägiger Linksammlungen und Darknet-Suchmaschinen, um auf die Seiten aufmerksam zu machen. Die Server mietete er demnach überwiegend bei deutschen Serverprovidern an. Zwischen Februar 2020 und Juli 2025 habe der mutmassliche Täter auf 32 unterschiedlichen Plattformen kinderpornografische Inhalte zum Kauf angeboten, die über mehr als 90'000 Seiten erreichbar waren. Auch wenn diese letztlich nicht geliefert wurden: «Die Fake-Shops warben mit echtem kinderpornografischem Material», betonte Bayerns Justizminister Georg Eisenreich.

SRF 4 News, 20.03.2026, 15:30 Uhr ; 

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