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Armeniens Armee fordert Regierungschef zum Rücktritt auf
Aus Tagesschau vom 25.02.2021.
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Krise im Südkaukasus Armeniens Regierungschef spricht von Putschversuch der Armee

  • In der Südkaukasus-Republik Armenien spitzt sich die innenpolitische Krise zu.
  • Das Militär stellt sich auf die Seite der Opposition und fordert den Rücktritt von Regierungschef Nikol Paschinjan.
  • Der Regierungschef spricht daraufhin vom «Versuch eines Militärputsches».

Das werde aber nicht klappen, sagte der Regierungschef vor seinen Anhängern in der Hauptstadt Eriwan. «Alles wird friedlich enden.» Die Lage sei «unter Kontrolle». Er habe zudem nicht vor, mit seiner Familie das Land zu verlassen.

Am Nachmittag schlossen sich Zehntausende Menschen einer Kundgebung der Opposition an. Ebenso viele gingen zur Unterstützung Paschinjans auf die Strasse. Rund um das Verteidigungsministerium war ein grosses Aufgebot an Polizisten im Einsatz. Beobachter sprachen von einer angespannten Situation. Sie rechneten aber nicht mit einem Rücktritt. Darüber müsse das Volk entscheiden, sagte Paschinjan.

Opposition fordert Rücktritt

Die grösste Oppositionspartei «Blühendes Armenien» forderte Paschinjan eindringlich auf, seinen Posten zu räumen, und warnte ihn vor einem Blutvergiessen. Vertreter der Opposition wollten die kommende Nacht auf dem zentralen Freiheitsplatz in Eriwan verbringen. Sie seien auf den Kampf vorbereitet, sagte ein Sprecher. Präsident Armen Sarkissjan rief seine Landsleute zur Zurückhaltung auf.

Das Militär bekräftigte in einem weiteren Schreiben die Rücktrittsforderung. Dies sei die klare Position der Generäle und Offiziere, heisst es in einer Erklärung, aus der armenische Medien zitierten. Paschinjan nannte dies eine «emotionale Reaktion» des Militärs. Er wollte zudem Generalstabschef Onik Gasparjan entlassen.

Die Nato hat die politischen Lager im Partnerland Armenien zu einer friedlichen Lösung aufgefordert. «Es ist wichtig, alle Worte und Taten zu vermeiden, die zu einer weiteren Eskalation führen könnten», teilte Bündnissprecherin Oana Lungescu am Donnerstagabend mit. Die Nato beobachte die Entwicklungen in Armenien sehr genau. Die politischen Differenzen müssten friedlich und demokratisch und im Einklang mit der armenischen Verfassung gelöst werden.

Ursprung im Berg-Karabach-Konflikt

Paschinjan steckt seit dem Ende der Kämpfe um die Konfliktregion Berg-Karabach vor mehr als drei Monaten in einer schweren Krise, weil die Opposition ihn persönlich für die Niederlage gegen Aserbaidschan verantwortlich macht. Seit Wochen gibt es schon Proteste.

In dem jüngsten Krieg um Berg-Karabach vom 27. September bis 9. November holte sich das muslimisch geprägte Aserbaidschan weite Teile des anfangs der 1990er verlorenen Gebiets zurück.

Kremlsprecher Dmitri Peskow sagte laut Agentur Interfax in der russischen Hauptstadt Moskau, man beobachte die Situation in Armenien «mit Besorgnis». Das russische Aussenministerium appellierte, die Lage friedlich zu lösen. Die Türkei verurteilte den «Putschversuch».

SRF 4 News, 25.02.2021, 13 Uhr;

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Ueli Lang  (Wochenaufenthalter)
    Ein verlorener Krieg fordert seinen Preis, auch in der armenischen Innenpolitik! Wer hunderte von Toten mitzuverantworten hat, muss wohl abtreten. Lehre daraus, wer militärisch nicht fit ist, riskiert vieles!
    1. Antwort von Marco Hunziker  (erlagfr)
      wer militärisch nicht fit ist, riskiert vieles? Was für ein Plädoyer für eine globale Aufrüstung. Je hochgerüsteter die Welt, desto sicherer? Einfach Quatsch! Um mit dem reicheren Aserbaidschan mithalten zu können, müsste Armenien etwa 7x mehr Geld in Rüstung investieren - um mit der Türkei gleichzuziehen rund 35x mehr. Das würde je nach Rechnung etwa 25% bzw. 120% der jährlichen BIPs Armeniens ausmachen. Frieden erreichen wir über Bildung, Demokratie und mensch. Kontakte, nicht durch Waffen.
    2. Antwort von Ueli Lang  (Wochenaufenthalter)
      @M.Hunziker
      Sie übersehen, dass fit sein, militärisch gesprochen, nicht so viel mit den Ausgaben für die Rüstung zu tun hat. Ansonsten hätten die Israeli den Sechstageskrieg so wenig gewonnen, wie die Panzerschlacht auf den Golanhöhen 1973. Fit sein, heisst hinsichtlich Technologie, Einsatzdoktrin und Kampfplan auf der Höhe zu sein. Dies bedingt nicht, dass sie mehr Geld ausgeben, als der Gegner, sondern, dass sie den Krieg von heute nicht so führen wie jenen gestern! Wer stehenbleibt stirbt!
    3. Antwort von Karl Frank  (Europäer)
      Der Krieg der Armenier gegen Türken ist nie zu gewinnen, ohne Russland. Vor Türkei nur Russland konnte die Armenier, Bulgaren und Rest des Balkans, Georgien verteidigen können. Nicht einmal Persien vermochte die Kurden vor Türkei zu verteidigen. Nur Russland. Der jetziger Präsident von Armenien und Georgier sowie anderen kaukasischen Völker haben es vergessen und des Russlans die Rücken in Richtung USA kehrt. Aber die werden auf russischer Geschoss zurückkehren. Das verlangt armenische Militär.
    4. Antwort von Karl Frank  (Europäer)
      @Marco Hunziger Wie stellen sie sich es vor? Sowie auf dem Balkan oder Baskenland so auch im Kaukasus dauern diese Feinschaften seit ein paar Tausend Jahren. Im Falle der Armenier nachweisslich seit 3 Tausend Jahren. Zwar nicht mit Turkvölker weil die Türken sind erst vor 800 Jahren nach Kaukasus vorgeddrungen, aber mit anderen. Einzige Möglichkeit ist der Russischer Fedöration beizutretten so wie seiner Zeit Georgien dem zaristischen Russland beigtretten ist.