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Legende: Video Mit Musik gegen Maduro abspielen. Laufzeit 01:18 Minuten.
Aus Tagesschau vom 22.02.2019.
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Krise in Venezuela Krankheiten breiten sich stark aus

  • Die Krise in Venezuela hat auch gesundheitliche Folgen.
  • Wissenschaftler des Fachmagazins «Lancet» berichten von einer Zunahme von Krankheiten wie Malaria oder dem Dengue-Fieber.
  • Demnach stieg die Zahl der Malariainfektionen von knapp 30'000 im Jahr 2010 auf über 411'000 im Jahr 2017 an.
  • Wegen der Versorgungsengpässe kommen kaum noch Medikamente ins Land, Tausende Ärzte sind ausgewandert.

«Das Wiederaufkommen zahlreicher Infektionskrankheiten führt zu einer Krise des öffentlichen Gesundheitswesens in Venezuela und könnte die regionalen Bemühungen zur Ausrottung von Krankheiten untergraben», schreiben die Autoren der Studie.

Dabei galt Venezuela als Vorreiter im Kampf gegen Infektionskrankheiten in der Region und verfügte lange über ein solides öffentliches Gesundheitswesen. 1961 wurde Venezuela von der WHO bescheinigt, in großen Teilen des Landes Malaria ausgemerzt zu haben. Seit einigen Jahren leidet das einst reiche Land allerdings unter einer schweren Versorgungskrise. Aus Mangel an Devisen kann Venezuela kaum noch Lebensmittel, Medizin und Hygieneartikel einführen.

Kommen Hilfsgüter am Wochenende ins Land?

«Die Lage ist kritisch: Wir haben keine Medikamente, wir haben kein Material», sagte die Internistin Ana Vielma vom Krankenhaus Algodonal in der vergangenen Woche bei Protesten in Caracas. Sie forderte, dass die Regierung des umstrittenen Präsidenten Nicolás Maduro die bereitgestellte humanitäre Hilfe in das Land lassen soll.

An der Grenze zu Venezuela sind Lebensmittel, Medikamente und Hygieneartikel für die notleidende Bevölkerung parat. Allerdings lässt Maduro die Lieferungen nicht hinein, weil er sie für einen Vorwand für eine militärische Intervention hält. Der selbst ernannte Interimspräsident Juan Guaidó will die Hilfsgüter am Wochenende gemeinsam mit Tausenden Helfern ins Land holen.

Venezuela macht Grenze zu Brasilien dicht

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Der Streit um die humanitäre Hilfe für Venezuela spitzt sich immer weiter zu: Nachdem der Krisenstaat international bereits weitgehend isoliert ist, hat Präsident Nicolás Maduro auch die Grenze zum Nachbarland Brasilien geschlossen. «Ab heute bleibt die Grenze zu Brasilien geschlossen – bis zu einer neuen Anweisung», sagte der Präsident bei einer Sitzung mit ranghohen Militärs. Zuvor hatte die sozialistische Regierung bereits die Grenze zu den niederländischen Karibikinseln Curaçao, Aruba und Bonaire dicht gemacht.

Die Brasilianer halten allerdings an ihrem Plan fest, am Wochenende vom Bundesstaat Roraima aus Hilfsgüter nach Venezuela zu schaffen. «Am Samstag werde ich in Roraima sein, um die Auslieferung der humanitären Hilfe zu begleiten, die dem venezolanischen Volk von Brasilien in Zusammenarbeit mit den USA zur Verfügung gestellt wurde», schrieb Aussenminister Ernesto Araújo auf Twitter.

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15 Kommentare

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  • Kommentar von R. Raphael  (R.Raphael)
    Herr Gmür hat recht. Die westlichen Medien berichten, insbesondere in der EU, systemisch einseitig was die Hilfsgüter anbelangt. Die Eroberung Venezuelas wurde seit Jahren mit harten Sanktionen Seitens der US-Finanzeliten vorbereitet. Ihr nachgeschobenen Hilfeleistungen sind letztlich ein zynischer Schowcase. Wann begreifen dies die globalen Mehrheiten endlich?
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  • Kommentar von Reto Blatter  (against mainstream)
    Und dies obwohl die seit Tagen bereitstehenden Hilfsgüter der USA für eine Entlastung sorgen könnten. Ein Land welches eine solche Führung wie Venezuela hat braucht wahrlich keine Feinde. Unglaublich aber war; auch hier bei uns gibt es etliche Kommentatoren welche dieses Regime auch noch unterstützen.
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    1. Antwort von Haller Hans  (H.Haller)
      Wenn es darum geht, "Antiamierkanismus" zu verbreiten, finden sich viele "mediale Frontkämpfer für den Sozialismus". Womöglich stehen die sogar noch im Solde selbiger und arbeiten ganz in deren Sinne. Denkbar wäre es jedenfalls schon. Und in der Tat, so eine "Unterstützung" ist nicht nur peinlich, sondern zeigt auch ein doch bescheiden, dürftiges Weltanschauungsbild. - Ob die das jemals selber merkten? Ich zweifle doch sehr daran. Ein echter SOZI geht mit jedem Despoten durch dick und dünn.
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  • Kommentar von jan gmür  (Neutrino)
    Mich würde nur interessieren wieso in unseren Medien nicht über die 300 Tonnen Hilfgüter aus China und Russland berichtet wird. Herr Maduro hat nämlich keinerlei Probleme diese ins Land zu lassen. Ausser in der Zeitung die Welt habe ich aber nichts lesen können. Ich glaube es geht hier vielmehr darum eine Rechtfertigung für den nächsten Einmarsch in ein ölreiches Land zu schaffen.
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    1. Antwort von Hans Peter Auer  (Ural620)
      Ueber die 300 T, Hilfsgueter aus RU und CN habe ich am 19.02.2019 schon berichtet. Siehe Beitrag Dienstag, 19. Februar 2019, 10:06 Uhr.
      https://www.srf.ch/news/international/politische-krise-in-venezuela-trump-ruft-militaer-zur-abkehr-von-maduro-auf
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    2. Antwort von Haller Hans  (H.Haller)
      Herr Hans Peter Auer gerade eben sehr brandaktuell betreffend Hilfsgüter. Kim Jon-Un braucht Nahrungsmittel und hat sich bei der UNO gemolden. Mir scheint, mit der sozialistischen Bruderhilfe wird da auch eine doch auffällig selektive Verteilung angestrebt. - Nur so nebenbei erwähnt. - Es ist grundsätzlich zu Verurteilen, Hilfsgüter zu instrumentalisieren. Das gilt für die USA aber genau so für Russland, China und Maduro usw. eben genau so !
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