Zum Inhalt springen

Header

Navigation

Legende: Audio Veränderungen bei der UNRWA seien dringend, sagt Schneider-Schneiter abspielen. Laufzeit 03:42 Minuten.
Aus SRF 4 News aktuell vom 30.07.2019.
Inhalt

Kritik am UNRWA «Es braucht jetzt grundsätzliche Entscheidungen»

Nach Korruptionsvorwürfen stellt die Schweiz die Zahlungen ans Palästinenserhilfswerk UNRWA ein. Die Präsidentin der Aussenpolitischen Kommission des Nationalrats, Elisabeth Schneider-Schneiter, fordert nun rasche Schritte.

Elisabeth Schneider-Schneiter

Elisabeth Schneider-Schneiter

Nationalrätin (CVP/BL)

Personen-Box aufklappenPersonen-Box zuklappen

Elisabeth Schneider-Schneiter, von Beruf Juristin, ist Baselbieter CVP-Nationalrätin und Präsidentin der Aussenpolitischen Kommission (APK).

SRF News: Was ging Ihnen durch den Kopf, als sie von den Vorwürfen gegen die UNRWA-Führung gehört haben?

Elisabeth Schneider-Schneiter: Ich bin sehr erstaunt, zumal die UNRWA mit Pierre Krähenbühl von einem Schweizer geführt wird. Da erwarte ich, dass die Organisation so geführt wird, wie wir es uns gewohnt sind. Schade ist, dass die UNRWA erneut in die Negativschlagzeilen kommt. Das zeigt, dass es grundsätzliche Entscheidungen braucht, wie mit ihr weitergefahren wird.

Ist es richtig, dass die Schweiz jetzt die Zahlungen ans UNRWA einstellt?

Es kann ein Schritt sein, um den Druck zu erhöhen und Massnahmen einzuleiten. Bereits haben ja auch andere Staaten ihre Zahlungen ausgesetzt. Man muss sicher sein können, dass das Geld im Sinne der betroffenen Menschen verwendet wird.

Es müssen Lösungen gesucht werden, damit das eingesetzte Geld dort ankommt, wo es ankommen soll.

Was muss die Schweiz sonst noch tun?

Die Schweiz muss Pierre Krähenbühl jetzt zur Rede stellen. Es müssen Fragen beantwortet und Lösungen gesucht werden, damit das eingesetzte Geld dort ankommt, wo es ankommen soll. Zusammen mit der UNO müssen längst notwendige Mandatsveränderungen gesucht und eingeführt werden. Wir müssen auch den Mut haben, im Israel-Palästina-Konflikt neue Wege zu finden.

Das steht im internen Untersuchungsbericht

Personen-Box aufklappenPersonen-Box zuklappen

Die internen Ermittler werfen einer kleinen Gruppe ausländischer UNRWA-Führungskräften

  • «sexuelles Fehlverhalten,
  • Vetternwirtschaft,
  • Diskriminierung,
  • anderer Machtmissbrauch zum eigenen Nutzen, zur Unterdrückung legitimer abweichender Meinungen und zur Erlangung anderweitiger persönlicher Ziele» vor.

Dem Bericht zufolge musste ein ranghoher UNRWA-Mitarbeiter die Organisation wegen «ungebührlichen Verhaltens» im Zuge der Untersuchungen verlassen, andere seien aus «persönlichen Gründen» zurückgetreten.

Auch UNRWA-Chef Pierre Krähenbühl steht im Verdacht. 2015 soll eine Kollegin, zu der er eine Liebesbeziehung hatte, auf einen ihm zugeordneten neu geschaffenen Beraterposten gekommen sein – nach einem «äusserst schnellen» Auswahlverfahren.

Sollten die laufenden Untersuchungen zu Ergebnissen führen, die «Korrektur- oder andere Managementmassnahmen erforderlich machen, werden wir nicht zögern, diese zu ergreifen», erklärte Krähenbühl gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. (sda/afp)

Hat die Schweiz zu Recht so schnell reagiert?

Das EDA hat wohl schon vorher von den Vorwürfen über Unregelmässigkeiten gewusst – vielleicht schon damals, als Aussenminister Ignazio Cassis seine Kritik am UNRWA geäussert hat. Wichtig ist, dass man die nötigen Gespräche rasch führt und Druck gegenüber der UNRWA aufsetzt, damit endlich Massnahmen ergriffen werden. Die Organisation ist darauf angewiesen, jene Schlagkraft zu besitzen, um die Probleme der Palästinenser zu lösen.

Das Gespräch führte David Karasek.

Schliessen

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

19 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von fridoline kisewetter  (kise)
    Das UNRWA-Modell ist kaputt / nicht nachhaltig und basiert auf einer endlos wachsenden Anzahl von Begünstigten. Palästinenser, die in Flüchtlingslagern leben, verdienen es viel besser.“
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Hanspeter Büchi  (Berg)
    Wieso das Erstaunen? Cassis hatte längst gewarnt - und da ist auch die jahrelange Kritik an der UNRWA vor allem ob der Indoktrination der Schüler gegen Israel (Schulmaterial etc.). Die UNRWA hat keine Probleme gelöst, sie nur perpetuiert. Dazu kommt der vererbbare Flüchtlingsstatus. Von Krähenbühl – ich traf ihn persönlich - ist weder Einsicht noch Aenderung zu erwarten. Da waren u.a. die in UNRWA-Schulen gelagerten Hamas-Raketen, sein Bestreiten antisemitischer Aktivitäten von UNRWA-Leuten.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Hans Furrer  (Antifa)
      Zuerst denken, dann schreiben. Wie können Palästinenser ‚antisemitisch‘ sein, denn arabisch ist genau so eine semitische Sprache wie hebräisch. Sie meinten wahrscheinlich ‚anti-israelisch‘ und das sind die Palästinenser wohl begreiflich, nachdem sie von Israel aus ihrem Land vertrieben wurden
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von D. Crabtree  (D. Crabtree)
    Wie viel von dem Geld landet innerhalb von Minuten auf einem privaten Bankkonto in der Schweiz? Das Bankgeheimnis für ausländische Kontoinhaber muss abgeschafft werden. Und als allerestes ihre Elite aus der Schweiz ausgeschafft.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen