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Nach Machtübernahme der Taliban: Dramatische Szenen am Flughafen in Kabul
Aus Tagesschau vom 16.08.2021.
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Machtübernahme in Afghanistan Das sind die Anführer der Taliban

Nach der Erstürmung des Präsidentenpalastes in Kabul haben die Taliban die Macht in Afghanistan an sich gerissen. Über den Führungszirkel und die Führungsstruktur der Miliz ist seit der Gründung in den 1990er-Jahren nur wenig bekannt. Ein Überblick über die wichtigsten Führungspersönlichkeiten der heutigen Taliban, unter denen sich auch heute noch Gründungsmitglieder befinden.

Haibatullah Achundsada

Legende: Keystone

Nachdem Vorgänger Mullah Mansur 2016 bei einem US-Angriff getötet wurde, trifft Haibatullah Achundsada als sogenannter «Anführer der Gläubigen» die endgültigen Entscheidungen über politische, religiöse und militärische Angelegenheiten der Taliban. Er gilt als einer der wenigen Männer, die das Vertrauen des langjährigen, verehrten Talibanchefs Mullah Omar genossen. Dieser soll in einem Testament Achundsada als seinen Nachfolger bestimmt haben.

Der religiöse Hardliner gehört zur Gründergeneration der Bewegung. Bis zu seiner Ernennung zum obersten Taliban-Führer war Achundsada jedoch ein islamistischer Prediger ohne grossen Bekanntheitsgrad. Seine Ernennung wurde als Zeichen dafür gewertet, dass er vor allem als ideologische Führungsfigur und weniger als militärischer Kommandeur der Taliban dienen sollte. Er sollte die zersplitterte Miliz wiedervereinen.

In Quellen wird der heute etwa 60-Jährige als ehemaliger Oberster Richter der Taliban oder als dessen Stellvertreter beschrieben.

Siradschuddin Hakkani

Legende: Fahndungsbrief. Reuters

Das einflussreiche, militärisch erfahrene Oberhaupt des Hakkani-Netzwerkes ist einer von Achundsadas Stellvertretern. Das Netzwerk, das Washington unter anderem wegen Angriffen auf US-Bürger und Verbindungen zu Al-Kaida als Terrororganisation einstuft, wird für einige der grausamsten Anschläge in Afghanistan verantwortlich gemacht. Der etwa Mitte 40-jährige Siradschuddin Hakkani wird von den USA mit einem Kopfgeld in siebenstelliger Höhe gesucht.

Mullah Abdul Ghani Baradar

Legende: Reuters

Abdul Ghani Baradar wuchs in der afghanischen Metropole Kandahar auf – spätere Geburtsstadt der Taliban. Der Mitbegründer und Vizechef der radikalen Islamisten wurde 2010 in Pakistan festgenommen und 2018 auf Druck der USA wieder freigelassen. Als Leiter des politischen Büros der Taliban in Katar war er in Verhandlungen stets präsent. Im Februar 2020 unterzeichnete er etwa für die militante Organisation das Abkommen mit den USA unter anderem über ein Ende des US-geführten Militäreinsatzes in Afghanistan. Der nach Interpol-Angaben 1968 geborene Baradar sprach mit dem damaligen US-Präsidenten Donald Trump und traf mehrmals Aussenminister Mike Pompeo.

Scher Mohammed Abbas Staneksai

Legende: Reuters

Als Chefunterhändler führte er die Taliban-Delegationen bei den Verhandlungen mit den USA und der afghanischen Regierung an. Der fast 60-Jährige ist leicht erkennbar an seinen markanten Brillen im 70er-Jahre-Stil. In der Talibanregierung bis 2001 war er stellvertretender Aussen- und Gesundheitsminister.

Mullah Jakub

Der älteste Sohn des langjährigen, verstorbenen Taliban-Chefs Mullah Omar ist ein weiterer Stellvertreter. Mit ihm soll der Mythos Omars als identitätsstiftendes Bindeglied am Leben gehalten werden. Er soll etwa Mitte 30 sein und die Milizen steuern. Fotos von ihm gibt es kaum.

Tagesschau vom 16.08.2021, 13 Uhr;

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15 Kommentare

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  • Kommentar von Norbert Zeiner  (ZeN)
    In zivilisierte Welt kaum vertrauenserweckende Finsterlinge aus einer anderen Zeit müsste man meinen.
    1. Antwort von Werner Gürr  (FrMu)
      Ja Herr Zeiner, das dachte ich auch. Jedenfalls ist das der Reflex, den diese Personen in der Aufmachung, in der sie hier abgebildet sind, bei westlichen Betrachtern auslösen dürften. Dieselben Personen ohne Bart und Turban aber im Anzug und mit Kravatte würden vom Westen als potentiell durchaus vertrauenswürdig betrachtet. Die Macht der Bilder.
    2. Antwort von Thomas Leu  (tleu)
      @ Werner Gürr: Die Tsliban-Führer haben alle direkt oder indirekt Blut an den Fingern. Da nützt eine Rasur und eine Krawatte auch nichts mehr.
  • Kommentar von Alex Volkart  (Lex18)
    Es ist spannend was man im Internet über diese nicht gerade sympathisch wirkenden Männer findet. Unter Anderem haben Sie Verbindungen zu Al Kaida und zum pakistanischen Geheimdienst. Vielleicht sollte die USA den Zeitpunkt nutzen und endlich ihre Zusammenarbeit mit Pakistan und Saudi-Aragien. zu überdenken. Denn schliesslich ist es bekannt dass muslimische Länder wie Saudi-Arabien und Pakistan zu den Unterstützern der Taliban gehören.
  • Kommentar von Elgyn Sulaco  (Elgyn)
    @srf: kõnnen sie die Aussage "2018 auf Druck der USA wieder freigelassen" ein wenig erklären? Es warum wurde speziell diese Lebensform freigelassen? DAS wäre doch eine gute Zusatzinformation.
    1. Antwort von Brigitte Pozner  (Elefant27)
      Ja diese Info wäre gut. Trump schiesst wie verrückt auf Biden Aber diesen Weg in Kabul hat ER doch eingeleitet, und so ein Teil dieses Gruselkabinett unter anderem freigelassen......Das in Afghanistan ist tragisch, wäre aber trotz dem Westen niemals zum verhindern gewesen.......