Zum Inhalt springen

Header

Video
Jeanine Añez: «Ich werde alle nötigen Massnahmen ergreifen, um das Land zu befrieden.» (spanisch)
Aus News-Clip vom 13.11.2019.
abspielen
Inhalt

Machtwechsel in Bolivien Senatorin Añez erklärt sich zur Interimspräsidentin

  • Nach dem Rücktritt von Evo Morales hat sich die Senatorin Jeanine Añez am Dienstag zur Interimspräsidentin Boliviens erklärt.
  • Die 52-Jährige muss nun innerhalb von 90 Tagen Neuwahlen organisieren.

Trotz fehlender Beschlussfähigkeit des Parlaments erklärte sich Añez zur amtierenden Präsidentin Boliviens. Sie verwies auf die «Notwendigkeit, ein Klima des sozialen Friedens» in dem von einer tiefen politischen Krise erschütterten Land zu schaffen.

«Ich werde alle nötigen Massnahmen ergreifen, um das Land zu befrieden», sagte sie. «Wir wollen so schnell wie möglich Wahlen einberufen.» Zuvor waren zwei Versuche beider Parlamentskammern gescheitert, eine Beschlussfähigkeit festzustellen, da nicht genug Parlamentarier anwesend waren.

Morales: «Gefährlichster Staatsstreich der Geschichte»

Personen-Box aufklappenPersonen-Box zuklappen
Morales steigt aus einem Flugzeug
Legende:Evo Morales war am Dienstag in Mexiko gelandet.Keystone
  • Aus dem mexikanischen Exil verurteilte Evo Morales die jüngsten Ereignisse in La Paz.
  • «Das war der listigste und gefährlichste Staatsstreich der Geschichte», schrieb der ehemalige Staatschef auf Twitter.
  • Morales bezeichnet Jeanine Añez als «rechte Putschistin», die sich selbst zur Präsidentin des Senats und dann zur Interimspräsidentin Boliviens ernannt habe – ohne das nötige Quorum.

Añez sitzt seit 2010 im Senat. Weil neben Morales auch der Vizepräsident, die Präsidentin des Senats und der Präsident der Abgeordnetenkammer zurückgetreten waren, rückte sie als zweite Vizepräsidenten des Senats an die Regierungsspitze.

Jeanine Añez mit Präsidialschärpe und Bibel
Legende: Kurz nach ihrer Amtsübernahme sprach Jeanine Añez vom Regierungspalast aus zur Bevölkerung. Keystone

Plünderungen in La Paz

Nach massiven Protesten und auf Druck des Militärs war Staatschef Evo Morales am Sonntag nur drei Wochen nach seiner umstrittenen Wiederwahl zurückgetreten. Der Sozialist hatte sich nach der Abstimmung am 20. Oktober zum Sieger in der ersten Runde erklärt, obwohl die Opposition und internationale Beobachter erhebliche Zweifel angemeldet und ihm Wahlbetrug vorgeworfen hatten. Am Dienstag flog er ins Exil nach Mexiko.

Aufgebrachte Anhänger von Morales zogen durch die Strassen des Regierungssitzes La Paz und der Schwesterstadt El Alto. Medienberichten zufolge plünderten sie Geschäfte und legten Feuer. In einigen Vierteln errichteten die Bewohner Barrikaden, um sich gegen Plünderer zu schützen. Mindestens 20 Menschen wurden bei den Ausschreitungen verletzt.

Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Push-Mitteilungen aktivieren

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

8 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Bendicht Häberli  (bendicht.haeberli)
    Zuviel Macht schwächt die Sinne wie: Anstand, Vernunft, Bescheidenheit, Respekt und Toleranz. Darum ist Morales, nach anfangs gut politischer Arbeit, gescheitert. Es spricht nichts dagegen, dass nun ein Frau (Jeanine Anez) versucht, die Lage zu beruhigen und neue Ziele definiert.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von kurt trionfini  (kt)
    Ich freue mich über alles, was Herr Morales mit seiner linken Politik für sein Land leisten konnte. Chapeau! Geleistet ist geleistet! Ich bedaure es sehr, dass Herr Morales Opfer seiner Machtbesessenheit wurde. Genau so bedaure ich die unsäglichen Kommentare, welche lieber Militärputsch herbei schwafeln als die persönliche Schwäche von Herrn Morales einzugestehen: Machtgeilheit- Koste was es wolle.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Timeo Antognini  (Timeo)
    Ich bin in diesem Fall enttäuscht vom reporting von SRF. Man kann mit einer zusätzlichen amtszeit nicht einverstanden sein, bei der Wahl gibt es jedoch keinerlei Beweise für ein Fehlverhalten von Morales, was auch durch seine Bereitschaft zu einer wiederwahl bestätigt wurde. Dass er nur wenige Tage später zurücktritt deutet klar auf einen militärischen Putsch hin.
    Im Volk war Morales sehr beliebt.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen