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So schlimm wie 2020 in Bergamo dürfte es nicht mehr kommen
Aus SRF 4 News aktuell vom 25.02.2021.
abspielen. Laufzeit 06:27 Minuten.
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Mehr Neuinfektionen in Italien «Die Situation in Norditalien ist nicht mit 2020 vergleichbar»

In der Lombardei sind viele Spitäler wieder voll. SRF-Korrespondent Battel will die Lage aber nicht dramatisieren.

Steigende Inzidenz: Ein Jahr nach Ausbruch der Pandemie und den schrecklichen Bildern aus der Lombardei mit überfüllten Spitälern und Militärlastwagen-Konvois, die Särge abtransportieren, spitzt sich die Lage in Italien wieder zu. Im Norden bereitet vor allem die britische Virusvariante grosse Probleme, wie SRF-Italienkorrespondent Franco Battel weiss: «In Brescia stossen die Spitäler deshalb wie vor einem Jahr an ihre Kapazitätsgrenzen.» In Rom wiederum trieben Fälle der brasilianischen Virusvariante die Ansteckungszahlen hoch.

Shutdown in Brescia: In der norditalienischen Stadt wurde angesichts der vollen Spitäler vor zwei Tagen ein Shutdown verordnet. Doch es gibt ein Problem: Brescia ist stark mit der rund 60 Kilometer entfernten Metropole Mailand verbunden. «Es würde mich deshalb erstaunen, wenn man die Ausbreitung mit dem Shutdown in Brescia stoppen könnte», sagt Battel. Man werde wohl bald schon über weitere Gegenden der Lombardei neue Reiserestriktionen erlassen müssen.

Besser dran als 2020: Seit Ausbruch der Pandemie im letzten Frühjahr habe man in Sachen Pandemie viel dazugelernt, sagt Battel weiter. Man wisse, dass schnelle Schliessungen das Virus eindämmen können, auch seien die Italienerinnen und Italiener sehr diszipliniert, etwa beim Tragen von Schutzmasken. Seit Monaten herrscht in ganz Italien ausserdem eine nächtliche Ausgangssperre. «Italien ist heute viel besser aufgestellt als vor einem Jahr – man kann die aktuelle Lage deshalb nicht mit jener von vor einem Jahr vergleichen», ist der Korrespondent überzeugt.

Ärztin in Montur hält Fläschchen mit Impfstoff in die Kamera.
Legende: Italien verimpft vor allem das Vakzin von Astra-Zeneca – und dort gibt es bekanntlich Produktions- und Lieferverzögerungen. Reuters

Regionale Unterschiede: Einen neuen nationalen Shutdown in ganz Italien befürchtet Battel nicht. Zwar gelte seit Monaten landesweit eine nächtliche Ausgangssperre, doch ansonsten verfüge Italien über ein regionales Ampelsystem, in dem jede Region eigene Einschränkungen habe – je nach Inzidenz und Belegung in den Spitälern. «Italien reagiert regional mit unterschiedlicher Elle», sagt Battel. Das werde von der Bevölkerung gut akzeptiert – im Gegensatz dazu hätten die Italienerinnen und Italiener wohl mehr Mühe, einen neuen, nationalen Shutdown zu akzeptieren.

Zu wenig Impfstoff: «Italien ist schnell beim Impfen», weiss der Korrespondent. So verfüge das Land in den meisten Regionen über ein gut funktionierendes Gesundheitswesen. «Doch wie in der Schweiz, fehlen auch hier Impfdosen.» Erschwerend komme hinzu, dass Italien vor allem auf den Impfstoff von Astra-Zeneca gesetzt habe, der bekanntlich von Produktionsproblemen und Lieferengpässen betroffen sei. «Der Mix aus neuen Virusvarianten und zu wenig Impfstoff ist für Italien derzeit ein Stressmoment», bilanziert Battel.

SRF 4 News aktuell vom 25.2.2021, 07.50 Uhr;

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7 Kommentare

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  • Kommentar von Alex Schneider  (Alex Schneider)
    Nicht nur das BAG, auch die politische Führung hat am Anfang der Pandemie in der Schweiz versagt. Mit der konsequenten Verweigerung von Grenzschliessungen lieferte der BR die Tessiner Bevölkerung schonungslos der in Italien wütenden Epidemie aus.Das Argument war,„in der Lombardei handle es sich um lokale Ansteckungsherde“. Machen wir jetzt wieder den gleichen Fehler, um Italien und die EU nicht zu brüskieren?
    1. Antwort von Pascal Minnig  (Tidulidus)
      Das Problem ist eher, das wir nicht auf die grenzgänger verzichten können, unser ganzes wirtschaft und Gesundheitssystem ist abhängig davon.. So einfach radikal Gernzen zu schließen ist als Insel mitten in Europa nicht möglich.
  • Kommentar von Verena Schär  (Nachdenklich)
    Die neu positiv Getesteten sind wieder auf den Stand von vor ca 2 Monaten leicht angestiegen.
    Es sind trotzdem nur 139 km bis Chiasso.
    Ja es wird nicht mehr so extrem wie vor einem Jahr, denn es gibt erhebliche Reisebeschränkungen, Test, Masken.
    Ich hoffe, dass über Ostern nicht gelockert wird.
    Die Nordländer sollen einfach daheim bleiben.
  • Kommentar von Silke Altorfer  (SilkeA)
    Ich verstehe es einfach nicht. Nicht vergleichbar mit 2020, aber das gewählte Titelbild heizt die Gemüter wieder an. Ich höre definitiv auf Srf zu lesen. Ich habe einfach genug!
    1. Antwort von Richard Von Aesch  (Richard58)
      Das ist leider heutiger Journalismus. USA hat es vorgemacht. Schönwetternachrichten sind nicht spanend. Action, Sensation, Angst, Hysterie etc. das ist leider heutige Medienlandschaft. Läuft alles gut und problemlos, wen interressiert das schon...
    2. Antwort von Verena Schär  (Nachdenklich)
      Es ist leider so, dass in Italien immer noch hunderte versterben. Der Sarg ist zur Realität geworden.
      Auch ich würde gerne ein aufmunterndes Bild sehen.
    3. Antwort von Nenek Laviatur  (Nene)
      Im Gegenteil: In der Schweizer Tagesschau wird ellenlang Wochenendvolk an den Gestaden der Seen interviewt, dagegen sieht man kaum je Bilder aus den Intensivstationen, wie das etwa in Frankreich der Fall ist! Wegschauen ist bei uns die Devise.