New York bereitet sich auf die Fussball-WM vor. Acht Spiele, inklusive dem Final, finden im nahegelegenen Stadion in New Jersey statt. Doch noch ist die Stadt im Basketballfieber. Die New York Knicks stehen im Final der nordamerikanischen Profiliga NBA. Dieses Spektakel will sich auch Donald Trump nicht entgehen lassen. Als erster amtierender US-Präsident besuchte er am Montag ein Spiel der NBA-Final-Serie.
Er sei schon lange Fan dieses fantastischen Teams, sagt er. Trump will am Erfolg teilhaben. Ob er mit dem Matchbesuch seine niedrigen Umfragewerte verbessern kann, ist allerdings fraglich. Allein die hohen Ticketpreise geben nämlich nicht nur bei der Fussball-WM, sondern auch im Basketball-Final zu reden. Die günstigsten Tickets für das heutige Spiel kosten inzwischen fast 10'000 Dollar: Trumps Antwort: «So ist das Leben halt, man kann das Spiel ja auch im Fernsehen verfolgen.»
WM im Kontrast zu Trumps geopolitischer Agenda
Während der Fussball-WM will sich Trump als grossartiger Gastgeber auf der Weltbühne präsentieren. Doch seine politische Agenda ist von Abschottung und restriktiver Einwanderung geprägt. Sportsoziologe Simon Darnell sagt: «Die WM als grösster globaler Anlass passt deshalb im Grunde gar nicht zu Trumps USA.»
Mit dem Iran nimmt erstmals ein Land an einer Fussball-WM teil, das sich gleichzeitig im Krieg mit dem Gastgeberland befindet. Das zeige auch, dass der Weltfussballverband zwar betone, wie verbindend Fussball sei, doch der Sport die globalen Probleme nicht lösen könne, erst recht nicht mit Trumps geopolitischer Agenda, so Darnell.
Auch innenpolitisch hat Darnell grosse Fragezeichen, ob Trump mit der WM von den eigentlichen Problemen ablenken kann. Zum Beispiel den hohen Lebenshaltungskosten. Darnell hat nicht nur Bücher über die internationale Sportpolitik verfasst, sondern forscht auch zum Thema soziale Gerechtigkeit.
Obdachlose, Menschen in Armut oder Menschen mit schlecht bezahlten Jobs werden bei Grossanlässen wie der WM noch stärker an den Rand der Gesellschaft gedrängt.
Dabei zeige sich, dass sportliche Grossanlässe besonders für ärmere Menschen an den Austragungsorten negative Folgen hätten: «Obdachlose, Menschen in Armut oder Menschen mit schlecht bezahlten Jobs werden bei Grossanlässen wie der WM noch stärker an den Rand der Gesellschaft gedrängt.»
UFC-Fights vor dem Weissen Haus
Eigentlich ist Fussball weder Donald Trumps Lieblingssportart noch die seiner politischen Basis. An dieses Publikum richtet sich Trump am Sonntag mit einer Kampfsportveranstaltung. In Washington laufen die Vorbereitungen für einen Mixed-Martial-Arts-Kampfabend der Ultimate Fight Championship (UFC) auf Hochtouren. Ausgerechnet auf dem Rasen vor dem Weissen Haus werden Käfigkämpfe stattfinden.
-
Bild 1 von 2. Der Anlass vor dem Weissen Haus soll anlässlich Trumps 80. Geburtstag am 14. Juni stattfinden. Bildquelle: AP Photo / John McDonnell.
-
Bild 2 von 2. UFC-Chef Dana White unterstützte Donald Trump in seinem Präsidentschaftswahlkampf. (Bild: 16.11.2024). Bildquelle: AP Photo / Adam Hunger.
Schon seit Jahrzehnten pflegen US-Präsident Trump und UFC-Präsident Dana White eine enge Beziehung. White unterstützte Trump in den Wahlkämpfen. Trump stellte White Arenen für die Kampfsportart zur Verfügung, die wegen der Brutalität niemand veranstalten wollte.
Trumps Sports-Playbook
Kampfsport, Fussball, Basketball. Das sind nur die Beispiele dieser Woche. Sie sind Teil einer umfassenden PR-Strategie, wie sich Trump an beliebten Sportanlässen öffentlichkeitswirksam in Szene setzen soll.
Diese Strategie hält die Trump-Regierung laut Medienberichten sogar in einem internen «Sports-Playbook» fest. Kein anderer US-Präsident hat je die Nähe zu den grössten Sportplattformen der Welt so systematisch gesucht wie Donald Trump.