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MMA, Basketball, Fussball Trumps prall gefüllte Sportagenda

Es ist nicht neu, dass sich Politiker an Sportanlässen zeigen, doch so konsequent wie Trump hat sich noch kein US-Präsident inszeniert.

New York bereitet sich auf die Fussball-WM vor. Acht Spiele, inklusive dem Final, finden im nahegelegenen Stadion in New Jersey statt. Doch noch ist die Stadt im Basketballfieber. Die New York Knicks stehen im Final der nordamerikanischen Profiliga NBA. Dieses Spektakel will sich auch Donald Trump nicht entgehen lassen. Als erster amtierender US-Präsident besuchte er am Montag ein Spiel der NBA-Final-Serie.

Mehrere Personen in formeller Kleidung stehen hinter einer Glasscheibe.
Legende: Keystone/Mark Schiefelbein

Er sei schon lange Fan dieses fantastischen Teams, sagt er. Trump will am Erfolg teilhaben. Ob er mit dem Matchbesuch seine niedrigen Umfragewerte verbessern kann, ist allerdings fraglich. Allein die hohen Ticketpreise geben nämlich nicht nur bei der Fussball-WM, sondern auch im Basketball-Final zu reden. Die günstigsten Tickets für das heutige Spiel kosten inzwischen fast 10'000 Dollar: Trumps Antwort: «So ist das Leben halt, man kann das Spiel ja auch im Fernsehen verfolgen.» 

Trump bei NBA-Finals ausgebuht

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US-Präsident Donald Trump ist bei den NBA-Finals am Montagabend in seiner Heimatstadt New York von den Zuschauern ausgepfiffen worden. Die Buh-Rufe und Pfiffe brachen los, als die Bildschirme in der Arena kurzzeitig das Gesicht des Präsidenten zeigten, während er zur Nationalhymne salutierte. Im dritten Finalspiel standen die Knicks aus New York den San Antonio Spurs gegenüber. Die Knicks unterlagen im Spiel (dpa).

WM im Kontrast zu Trumps geopolitischer Agenda

Während der Fussball-WM will sich Trump als grossartiger Gastgeber auf der Weltbühne präsentieren. Doch seine politische Agenda ist von Abschottung und restriktiver Einwanderung geprägt. Sportsoziologe Simon Darnell sagt: «Die WM als grösster globaler Anlass passt deshalb im Grunde gar nicht zu Trumps USA.»

Mit dem Iran nimmt erstmals ein Land an einer Fussball-WM teil, das sich gleichzeitig im Krieg mit dem Gastgeberland befindet. Das zeige auch, dass der Weltfussballverband zwar betone, wie verbindend Fussball sei, doch der Sport die globalen Probleme nicht lösen könne, erst recht nicht mit Trumps geopolitischer Agenda, so Darnell.

Zwei Männer in Anzügen unter verschiedenen bunten Flaggen, begleitet von Fotografen.
Legende: Donald Trump und Gianni Infantino bei der Auslosung der WM in Washington im vergangenen Dezember, wo der Fifa-Chef dem US-Präsidenten einen neu geschaffenen Friedenspreis verlieh. AP Photo / Evan Vucci

Auch innenpolitisch hat Darnell grosse Fragezeichen, ob Trump mit der WM von den eigentlichen Problemen ablenken kann. Zum Beispiel den hohen Lebenshaltungskosten. Darnell hat nicht nur Bücher über die internationale Sportpolitik verfasst, sondern forscht auch zum Thema soziale Gerechtigkeit.

Obdachlose, Menschen in Armut oder Menschen mit schlecht bezahlten Jobs werden bei Grossanlässen wie der WM noch stärker an den Rand der Gesellschaft gedrängt.
Autor: Simon Darnell Sportsoziologe

Dabei zeige sich, dass sportliche Grossanlässe besonders für ärmere Menschen an den Austragungsorten negative Folgen hätten: «Obdachlose, Menschen in Armut oder Menschen mit schlecht bezahlten Jobs werden bei Grossanlässen wie der WM noch stärker an den Rand der Gesellschaft gedrängt.» 

UFC-Fights vor dem Weissen Haus

Eigentlich ist Fussball weder Donald Trumps Lieblingssportart noch die seiner politischen Basis. An dieses Publikum richtet sich Trump am Sonntag mit einer Kampfsportveranstaltung. In Washington laufen die Vorbereitungen für einen Mixed-Martial-Arts-Kampfabend der Ultimate Fight Championship (UFC) auf Hochtouren. Ausgerechnet auf dem Rasen vor dem Weissen Haus werden Käfigkämpfe stattfinden.

Schon seit Jahrzehnten pflegen US-Präsident Trump und UFC-Präsident Dana White eine enge Beziehung. White unterstützte Trump in den Wahlkämpfen. Trump stellte White Arenen für die Kampfsportart zur Verfügung, die wegen der Brutalität niemand veranstalten wollte.

Trumps Sports-Playbook

Kampfsport, Fussball, Basketball. Das sind nur die Beispiele dieser Woche. Sie sind Teil einer umfassenden PR-Strategie, wie sich Trump an beliebten Sportanlässen öffentlichkeitswirksam in Szene setzen soll.

Diese Strategie hält die Trump-Regierung laut Medienberichten sogar in einem internen «Sports-Playbook» fest. Kein anderer US-Präsident hat je die Nähe zu den grössten Sportplattformen der Welt so systematisch gesucht wie Donald Trump.

SRF-Podcastserie «König Gianni – die Infantino-Story»

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Abbild eines Mannes integriert in einen goldenen Pokal auf dunklem Hintergrund.
Legende: «König Gianni – die Infantino-Story» ist eine SRF-Podcastserie von News Plus Hintergründe. 

Der vierteilige SRF-Podcast «König Gianni – die Infantino-Story» erzählt, wie aus dem Einwandererkind im Wallis der mächtigste Mann des Weltfussballs wurde. Die Serie führt nach Brig, wo Infantino bei seiner Geburt beinahe ums Leben kam. Und ins Oval Office zu Donald Trump, wo deutlich wird, wie Infantino den Fussball mit Politik und globalen Machtinteressen verknüpft. 

«König Gianni – die Infantino-Story» erscheint unter srf.ch/audio, im Podcast-Feed von News Plus Hintergründe sowie auf den gängigen Podcastplattformen. 

Echo der Zeit, 8.6.2026, 18 Uhr; stal; wilh

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