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Fussball-WM in Nordamerika Wissenswertes zur Einreise in die USA

Bald beginnt die Fussball-WM auf dem nordamerikanischen Kontinent. Ist eine Reise in die USA zurzeit eine gute Idee?

In weniger als einem Monat beginnt in Nordamerika die Männerfussball-WM. Die Spiele finden in Kanada, Mexiko und den USA statt. Um als Touristin oder Tourist für maximal 90 Tage in die USA einzureisen, ist kein Visum, aber eine Esta-Reisegenehmigung nötig. Laut der Website des EDA sind Reisen in die USA grundsätzlich sicher.

Offizielle Tickets für die Matches

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Tickets für die Spiele können auf der offiziellen Fifa-Website bezogen werden. Die Preise werden dort automatisch in Schweizer Franken angezeigt, gibt man CHF als Währung oben rechts ein. Das zurzeit günstigste Spiel findet laut dieser Tabelle am 26. Juni in Houston im Houston Stadion statt: Es spielen die Mannschaften von Kap Verde gegen Saudi-Arabien, ein Billett kostet Fr. 105.40 in Kategorie 1. Wie diese Tabelle auch zeigt, sind die Preise für die Spiele sehr unterschiedlich.

Beispielsweise muss für einen Platz am Finalspiel am 19. Juli in New York mit mindestens Fr. 8083.45 gerechnet werden.

Seit dem zweiten Amtsantritt von Präsident Donald Trump ist die Beliebtheit von Reisen in die USA zurückgegangen. Das hat auch damit zu tun, dass Fälle von Personen bekannt geworden sind, die trotz gültiger Einreisepapiere nicht einreisen durften.

«Einreisekontrolle dauerte etwa zwei Minuten»

Globetrotter-Chef André Lüthi relativiert die schlechten Erfahrungen allerdings: «Ich bin kürzlich in die USA eingereist, bei mir hat die Kontrolle etwa zwei Minuten gedauert, es gab keine Probleme.» Aus seiner Sicht wurden die Einreiseprobleme in die USA medial aufgebauscht. Es habe auch unter anderen Regierungen jeweils zurückgewiesene Schweizer Bürgerinnen und Bürger gegeben, aus verschiedenen Gründen.

Wer einen gültigen Schweizer Pass und eine Esta-Bewilligung hat und zudem nichts verbrochen hat, für den gibt es und mit höchster Wahrscheinlichkeit kein Problem, in die USA einzureisen.
Autor: André Lüthi Chef von Globetrotter

Die Erfahrung, dass es nach wie vor kein Problem ist, in die USA einzureisen, teile er mit vielen anderen Reisenden, obwohl er der aktuellen US-Regierung nicht etwa unkritisch gegenüberstehe.

Bild von aussen vor einem Stadion, auf dem steht: Fifa World Cup 2026
Legende: Das Stadion in Philadelphia im Bundesstaat Pennsylvania ist bereit für die WM-Spiele. Reuters/Kyle Ross/Imagan Images

Kurz gesagt: «Wer einen gültigen Schweizer Pass und eine Esta-Bewilligung hat und zudem nichts verbrochen hat, für den gibt es mit höchster Wahrscheinlichkeit kein Problem, in die USA einzureisen.» Mit einer Warteschlange bei der Einreise sei aber zu rechnen.

Einreisebestimmungen Kanada:

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Um nach Kanada via Flugzeug einzureisen, benötigen Schweizer Staatsbürger und -bürgerinnen eine elektronische Reisegenehmigung (eTA) sowie einen Pass, der mindestens drei Monate über das geplante Rückreisedatum hinaus gültig ist und mindenstens noch zwei leere Seiten hat. Die eTA kostet 7 kanadische Dollar, das sind 4 Schweizer Franken.

Reisen nach Kanada gelten nach Angaben des EDA grundsätzlich als sicher. Trotzdem rät das EDA dazu, beim Besuch von Kultur- und Sportveranstaltungen Vorsicht walten zu lassen.

Lüthi sieht auch die positive Seite an der jetzigen Situation: Der Dollarkurs sei tief und an den Touristen-Hotspots – falls man nach der WM noch das Land bereisen wolle – werde es dieses Jahr weniger Gedränge geben.

Keine Probleme, aber ...

Dass die Einreise in die USA in den meisten Fällen ohne Probleme vonstattengeht, bestätigt auch Lorenz Wolffers, Anwalt in New York. Er ist spezialisiert auf Migrationsrecht und berät viele ausländische Klienten. «Einreisen in die USA für Schweizer Bürger mit gültigem Pass und Esta sind in den allermeisten Fällen problemlos. Schwierigkeiten gibt es allerdings, wenn eine Person Vorstrafen hat, sei es in den USA oder in der Schweiz.» Selbst geringfügige Vergehen wie Ge­schwin­digkeits­über­tretun­gen könnten dazu führen, dass das Esta kurzfristig annulliert oder die Einreise verweigert werde.

Wer sich bei einem USA-Aufenthalt regelmässig ins System seines Schweizer Arbeitgebers einloggt, bewegt sich bereits in einer Grauzone.
Autor: Lorenz Wolffers Immigrationsanwalt in New York

Probleme kann es auch geben, wenn die Behörden vermuten, dass man – trotz der Einreise als Tourist – in den USA arbeiten will. «Die Beamten der US-Einwanderungsbehörde können den Zweck der Reise infrage stellen. Wenn aufgrund der Umstände vermutet wird, dass jemand in den USA arbeiten wird, kann die Einreise verweigert werden.»

Die Kontrolle von Social Media

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Seit Februar 2026 müssen Reisende in die USA beim Ausfüllen des Esta-Formulars angeben, wie und ob sie auf Social Media in den letzten fünf Jahren aktiv waren. Dies begründen die US-Behörden mit Sicherheitsinteressen.

Vor dem Beginn der Reise sei es ratsam, problematische Inhalte zu entfernen oder die Einstellungen der Privatsphäre anzupassen. Allerdings können sehr restriktive Einstellungen bei der Privatsphäre auch als Versuch gewertet werden, etwas zu verbergen, wie das deutsche Onlinemagazin «inFranken» schreibt.

Das Magazin weist auch darauf hin, dass die US-Behörden auch während des Aufenthalts in den USA die Social-Media-Aktivitäten überprüfen können. Ein unbedachter Post könne schlimmstenfalls dazu führen, dass das Visum widerrufen werde.

Zu diesem Zweck könnten die Beamten auch Informationen von einem Handy oder vom Laptop des Reisenden verwenden, sagt der Anwalt. «Wer sich bei einem USA-Aufenthalt regelmässig ins System seines Schweizer Arbeitgebers einloggt, bewegt sich bereits in einer Grauzone.»

EDA warnt vor Anschlägen

Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) weist bei Reisen fast in allen Ländern auf die Gefahr von terroristischen Anschlägen hin, so auch bei der Einreise in die USA. Explizit zur Vorsicht mahnt das EDA beim Besuch von Sport- und Kulturveranstaltungen in den USA. Was mit «Vorsicht walten lassen» konkret gemeint ist, erklärt das EDA auch auf Nachfrage nicht weiter.

Einreisebestimmungen Mexiko

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Nach Mexiko kann man (für 180 Tage) als Schweizer Staatsbürger oder -bürgerin mit dem Flugzeug ohne Visum einreisen. Man braucht einen Pass, der mindestens sechs Monate ab Einreisedatum gültig ist und der sich in gutem Zustand befindet.

Zur Einreise auf dem Landweg (zum Beispiel aus den USA) wird ein Forma Migratoria Multiple (FMM) benötigt, dieses muss vorab beantragt werden.

Wie das EDA schreibt, ist die Gewaltkrimininalität in Mexiko sehr hoch. Schiessereien zwischen Sicherheitskräften und Drogenbanden kommen je nach Region häufig vor; das EDA rät deshalb, der persönlichen Sicherheit in Mexiko grosse Aufmerksamkeit zu widmen.

Tagesschau, 11.05.2026, 19:30 Uhr;liea

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