In weniger als einem Monat beginnt in Nordamerika die Männerfussball-WM. Die Spiele finden in Kanada, Mexiko und den USA statt. Um als Touristin oder Tourist für maximal 90 Tage in die USA einzureisen, ist kein Visum, aber eine Esta-Reisegenehmigung nötig. Laut der Website des EDA sind Reisen in die USA grundsätzlich sicher.
Seit dem zweiten Amtsantritt von Präsident Donald Trump ist die Beliebtheit von Reisen in die USA zurückgegangen. Das hat auch damit zu tun, dass Fälle von Personen bekannt geworden sind, die trotz gültiger Einreisepapiere nicht einreisen durften.
«Einreisekontrolle dauerte etwa zwei Minuten»
Globetrotter-Chef André Lüthi relativiert die schlechten Erfahrungen allerdings: «Ich bin kürzlich in die USA eingereist, bei mir hat die Kontrolle etwa zwei Minuten gedauert, es gab keine Probleme.» Aus seiner Sicht wurden die Einreiseprobleme in die USA medial aufgebauscht. Es habe auch unter anderen Regierungen jeweils zurückgewiesene Schweizer Bürgerinnen und Bürger gegeben, aus verschiedenen Gründen.
Wer einen gültigen Schweizer Pass und eine Esta-Bewilligung hat und zudem nichts verbrochen hat, für den gibt es und mit höchster Wahrscheinlichkeit kein Problem, in die USA einzureisen.
Die Erfahrung, dass es nach wie vor kein Problem ist, in die USA einzureisen, teile er mit vielen anderen Reisenden, obwohl er der aktuellen US-Regierung nicht etwa unkritisch gegenüberstehe.
Kurz gesagt: «Wer einen gültigen Schweizer Pass und eine Esta-Bewilligung hat und zudem nichts verbrochen hat, für den gibt es mit höchster Wahrscheinlichkeit kein Problem, in die USA einzureisen.» Mit einer Warteschlange bei der Einreise sei aber zu rechnen.
Lüthi sieht auch die positive Seite an der jetzigen Situation: Der Dollarkurs sei tief und an den Touristen-Hotspots – falls man nach der WM noch das Land bereisen wolle – werde es dieses Jahr weniger Gedränge geben.
Keine Probleme, aber ...
Dass die Einreise in die USA in den meisten Fällen ohne Probleme vonstattengeht, bestätigt auch Lorenz Wolffers, Anwalt in New York. Er ist spezialisiert auf Migrationsrecht und berät viele ausländische Klienten. «Einreisen in die USA für Schweizer Bürger mit gültigem Pass und Esta sind in den allermeisten Fällen problemlos. Schwierigkeiten gibt es allerdings, wenn eine Person Vorstrafen hat, sei es in den USA oder in der Schweiz.» Selbst geringfügige Vergehen wie Geschwindigkeitsübertretungen könnten dazu führen, dass das Esta kurzfristig annulliert oder die Einreise verweigert werde.
Wer sich bei einem USA-Aufenthalt regelmässig ins System seines Schweizer Arbeitgebers einloggt, bewegt sich bereits in einer Grauzone.
Probleme kann es auch geben, wenn die Behörden vermuten, dass man – trotz der Einreise als Tourist – in den USA arbeiten will. «Die Beamten der US-Einwanderungsbehörde können den Zweck der Reise infrage stellen. Wenn aufgrund der Umstände vermutet wird, dass jemand in den USA arbeiten wird, kann die Einreise verweigert werden.»
Zu diesem Zweck könnten die Beamten auch Informationen von einem Handy oder vom Laptop des Reisenden verwenden, sagt der Anwalt. «Wer sich bei einem USA-Aufenthalt regelmässig ins System seines Schweizer Arbeitgebers einloggt, bewegt sich bereits in einer Grauzone.»
EDA warnt vor Anschlägen
Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) weist bei Reisen fast in allen Ländern auf die Gefahr von terroristischen Anschlägen hin, so auch bei der Einreise in die USA. Explizit zur Vorsicht mahnt das EDA beim Besuch von Sport- und Kulturveranstaltungen in den USA. Was mit «Vorsicht walten lassen» konkret gemeint ist, erklärt das EDA auch auf Nachfrage nicht weiter.