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Legende: Video Urteil nach Mord an Backpackerinnen abspielen. Laufzeit 02:10 Minuten.
Aus 10vor10 vom 18.07.2019.
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Mord an Backpackerinnen 20 Jahre Gefängnis für Schweizer in Marokko

  • Im Prozess um die mutmasslich islamistisch motivierte Ermordung zweier skandinavischer Rucksack-Touristinnen in Marokko sind drei Angeklagte zum Tode verurteilt worden.
  • Ein mitangeklagter schweizerisch-spanischer Doppelbürger erhielt 20 Jahre Gefängnis.
  • Das entschied ein Gericht im marokkanischen Salé.
Legende: Video Aus dem Archiv: Verstrickungen eines Schweizer Doppelbürgers abspielen. Laufzeit 05:15 Minuten.
Aus 10vor10 vom 11.07.2019.

Angeklagt waren insgesamt 24 Verdächtige aus der radikal-islamischen Szene. Die drei Hauptverdächtigen hatten den Mord an den jungen Frauen aus Dänemark und Norwegen im Dezember gestanden.

Der nun wegen «Gründung einer terroristischen Organisation» verurteilte Schweizer hatte stets seine Unschuld beteuert. Das Gericht verhängte gegen ihn die von der Staatsanwaltschaft geforderte Haftstrafe. Der Mann hat die spanische und die schweizerische Staatsangehörigkeit und ist zum Islam konvertiert. Er soll den Haupttätern beigebracht haben, wie sie verschlüsselte Nachrichten verschicken und Waffen benutzen.

Wir erwarten Strafen, die der Grausamkeit der Tat entsprechen.
Autor: Anwalt eines Opfers

«Es gibt keinen Gott neben Gott», sagte der Hauptverdächtige, der in traditioneller salafistischer Kleidung vor Gericht erschien, während der letzten Anhörung. «Lass ihn mir vergeben», fügte er an.

Die Staatsanwaltschaft hatte bereits im Dezember die Todesstrafe für die drei Hauptangeklagten gefordert. Die Staatsanwälte gehen davon aus, dass einer von ihnen der Anführer des für die Morde verantwortlichen Dschihadistennetzwerks war.

Mutter eines Opfers forderte Todesstrafe

Auch die Mutter des dänischen Mordopfers hatte die Todesstrafe gegen die Täter gefordert. «Am gerechtesten wäre es, gegen diese Bestien die Todesstrafe zu verhängen, die sie verdienen», hatte die Dänin vergangene Woche in einem von ihrem Anwalt vor Gericht verlesenen Brief erklärt.

Der Anwalt der dänischen Opferfamilie sagte vor der Urteilsverkündung: «Wir erwarten Strafen, die der Grausamkeit der Tat entsprechen.»

Gebäude im maurischen Stil.
Legende: Der Prozess erfolgte vor dem marokkanischen Gericht in Salé. Keystone / Archiv

Die 24-jährige dänische Studentin Luisa Vesterager Jespersen und ihre vier Jahre ältere norwegische Freundin Maren Ueland waren im Dezember beim Zelten im Atlas-Gebirge brutal ermordet worden. In einem nach dem Mord verbreiteten Video hatten die mutmasslichen Täter dem Anführer der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS), Abu Bakr al-Bagdadi, die Treue geschworen. Ein weiteres Video zeigte die Enthauptung eines der beiden Opfer. Der Fall hatte in ganz Marokko für Entsetzen gesorgt.

Alle Mittäter sind IS-Anhänger

Alle ausser den drei Hauptangeklagten hatten sich während des Prozesses als IS-Anhänger bezeichnet. Für sie forderte die Staatsanwaltschaft Haftstrafen von mindestens 15 Jahren. Für einen der Mittäter plädierte sie auf lebenslange Haft. Der 33-jährige Klempner hatte die drei Hauptverdächtigen begleitet, den Tatort aber kurz vor den Morden verlassen.

Nach Auffassung der Ermittler waren die Verdächtigen von der IS-Ideologie inspiriert, hatten aber keinen Kontakt zu den Dschihadisten in Syrien oder dem Irak. Der IS selbst reklamierte die Tat nie für sich.

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7 Kommentare

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  • Kommentar von Beat Gurzeler  (B.Gurzeler, alias Rollstuhlrocker)
    Für den Spanisch- Schweizerbürger gelten in diesen Ländern andere Regeln, wer dies
    nicht war nimmt, der ist selber schuld. Mit solchen Leute habe gar kein Erbarmen.
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  • Kommentar von Alexander Ognjenovic  (Alex)
    Die Schweiz und das Schweizer Volk zählen für mich schon seit längerem zu denjenigen Gruppen auf der Welt die man über die Schulter und auf die Finger schauen sollte genauso wie den Amis, Deutschen, Österreichern, Muslimen und einigen weiteren! Immer mehr Islamkonvertiten und immer mehr die im Auftrag des Islams Terroranschläge begehen, dann wäre da noch die bedingungslose Sympathien zum Iran trotz Todesstrafen und Schiffsentführungen! Sorry aber das ist schon verdächtig!
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  • Kommentar von Jakob Solenthaler  (Taraxacum)
    Schlimm, was im Namen Gottes alles passiert. Warum nicht Auge um Auge, Zahn um Zahn. Das Todesurteil darf aber nie der Staat aussprechen sondern müssten die Hinterbliebenen tun. Ausführen muss aber der Staat. Gerade bei solchen „Menschen“ muss es möglich sein darüber zu diskutieren.
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    1. Antwort von Hans Haller  (panasawan)
      Die Hinterbliebenen sollen eine Todesstrafe aussprechen? - Also ich kann mich da Ihren Anschauungen nicht anschliessen und halte so eine Forderung für sehr problematisch wenn nicht gar gefährlich.
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