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Nach dem Ja des Volkes Irisches Parlament schafft Abtreibungsverbot ab

  • Abtreibungen sind in der Republik Irland nun bis zur zwölften Woche der Schwangerschaft erlaubt.
  • In bestimmten Fällen sind Abbrüche auch später zulässig. Zum Beispiel, wenn das Leben der Mutter in Gefahr ist.
  • Die Iren hatten im Mai 2018 in einer Volksabstimmung Ja gesagt zu Abtreibungen mit einer Mehrheit von 66 Prozent.
Legende: Video Aus dem Archiv: Irland sagt «Ja» abspielen. Laufzeit 04:01 Minuten.
Aus Tagesschau vom 26.05.2018.

Das Parlament der Republik Irland hat ein Gesetz verabschiedet, das Abtreibungen legalisiert. Das Gesetz folgt nach einem Referendum im Mai 2018. Damals sagte das Volk deutlich Ja zu Schwangerschaftsabbrüchen.

Der Abstimmungen waren jahrelange Diskussionen vorangegangen. Irland ist ein sehr katholisch geprägtes Land. Entsprechend intensiv waren die Debatten rund um das Thema Schwangerschaftsabbrüche.

Das neue Gesetz erlaubt Abbrüche ohne Strafe bis zur zwölften Woche der Schwangerschaft. Bei schweren Missbildungen des Fötus oder wenn das Leben der Mutter in Gefahr ist, sind Abbrüche auch später erlaubt.

Die bisherige Regelung in Irland

Bislang waren Abtreibungen in Irland selbst bei Vergewaltigung, Inzest oder einer tödlichen Fehlbildung des Fötus verboten. Bei einer Abtreibung drohten Frauen bis zu 14 Jahre Haft. Seit 1980 reisten geschätzt 170'000 irische Frauen nach Grossbritannien, um eine Abtreibung vornehmen zu lassen.

Die Debatten im Parlament hatten schon im Oktober begonnen. Das neue Gesetz muss jetzt noch vom Präsidenten der Republik Irland unterschrieben werden. Premierminister Leo Varadkar sprach am Donnerstag von einem «historischen Moment für irische Frauen».

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3 Kommentare

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  • Kommentar von Jürg Häusermann (Ebenda)
    Schlimm, wie kirchliche-ideologische Verblendung die Entwicklung der Gesellschaft zu verhindern mag.
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  • Kommentar von I. Bürgler (I.Bürgler)
    Der Papst sagte bei seiner Generalaudienz: »Einen Menschen zu beseitigen, ist wie die Inanspruchnahme eines Auftragsmörders, um ein Problem zu lösen. Ist es richtig, einen Auftragsmörder anzuheuern, um ein Problem zu lösen?» Wie kann eine Handlung, die unschuldiges Leben beseitigt, therapeutisch, zivilisiert und menschlich sein?»Eine Schwangerschaft «im Namen des Schutzes anderer Rechte» abzubrechen sei wie jemanden zu beseitigen. Ist es richtig, ein Leben zu beseitigen, um ein Problem zu lösen?
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    1. Antwort von Michel Koller (Mica)
      Die Kirche redet viel, wenn der Tag lang ist. Sie ist noch immer im gleichen Muster gefangen wie zu Beginn, als man möglichst viele Gläubige brauchte und da waren viele Kinder ein Segen. Es macht keinen Sinn das Leben zu erzwingen aber es ist einfach, Anderen die Verantwortung dafür auszubürden.
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