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Nach Eklat an Pressekonferenz Neue Regeln aus dem Weissen Haus für Journalisten

  • Das Weisse Haus hat formelle Regeln für Pressekonferenzen erlassen und droht Journalisten beim Verstoss dagegen mit dem Entzug der Akkreditierung. Hintergrund ist der Streit um den CNN-Korrespondenten Jim Acosta.
  • Der Journalist wird nun wieder dauerhaft für Pressekonferenzen zugelassen, wie das Weisse Haus und CNN mitteilten.
  • Die zugleich erlassenen Regeln bedeuten aber schlechtere Bedingungen für Journalisten insgesamt bei Pressekonferenzen.
Legende: Video Aus dem Archiv: Trump zu CNN-Reporter – «Es reicht!» abspielen. Laufzeit 01:25 Minuten.
Aus News-Clip vom 07.11.2018.

Das Weisse Haus teilte am Montag mit, Journalisten dürften eine einzelne Frage stellen, wenn sie aufgerufen würden. Es bleibe dem Präsidenten oder anderen Vertretern des Weissen Hauses vorbehalten, ob der jeweilige Journalist Folgefragen stellen dürfe.

Danach müsse das Mikrofon abgegeben werden. Verstösse könnten mit der Suspendierung oder dem Entzug der Akkreditierung geahndet werden. Bisher waren Folgefragen üblich und wurden nicht geahndet.

Fall Acosta: CNN zieht Klage zurück

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CNN-Reporter Jim Acosta vor Journalisten
Legende:CNN-Reporter Acosta darf wieder aus dem Weissen Haus berichten.Keystone
  • Mit dem Zugang zu Pressekonferenzen für Jim Acosta ist das von CNN angestrengte Gerichtsverfahren vom Tisch. «In der Folge ist unsere Klage nicht mehr länger notwendig», teilte CNN mit. «Wir freuen uns darauf, weiter über das Weisse Haus zu berichten.»
  • CNN gehört zu den Medien, die am kritischsten über US-Präsident Donald Trump berichten.
  • Trump hatte den Entzug der Akkreditierung Acostas nach einem Wortgefecht bei einer Pressekonferenz am 7. November angeordnet.
  • Am vergangenen Freitag erliess ein Bundesgericht dann eine einstweilige Verfügung, wonach Acosta bis zu einer endgültigen richterlichen Entscheidung wieder zu Pressekonferenzen zugelassen werden muss.
  • Das Weisse Haus akkreditierte Acosta daraufhin wieder.

Sarah Sanders bedauert neue Regeln

White-House-Sprecherin Sarah Sanders teilte mit: «Wir haben diese Regeln mit einem gewissen Bedauern geschaffen.» Sie hätte es vorgezogen, weiterhin Pressekonferenzen abzuhalten, «die sich auf eine Reihe von allgemein anerkannten beruflichen Normen stützen».

Wegen der Haltung von CNN habe man sich nun aber gezwungen gesehen, die bisherigen Praktiken durch ausdrückliche Regeln zu ersetzen. Trump hatte in dem Streit «Anstand» von Journalisten im Weissen Haus eingefordert.

Trump steht vor fragenden Journalisten
Legende: Künftig dürfen Journalisten an Pressekonferenz im Weissen Haus nur noch eine Frage stellen. Keystone

Kritik vom Journalistenverband

Die Vereinigung der beim Weissen Haus akkreditierten Korrespondenten äusserte sich zufrieden darüber, dass Acosta seine Akkreditierung dauerhaft zurückbekommt. Mit den neuen Regeln des Weissen Hauses kann der Verband aber nichts anfangen.

«Solange es Pressekonferenzen im Weissen Haus gibt, haben Reporter immer Folgefragen gestellt», erklärte der Zusammenschluss von Journalisten. «Wir erwarten, dass diese Tradition fortgesetzt wird.» Freie und unabhängige Medien seien wesentlich für das Wohlergehen des Landes.

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71 Kommentare

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  • Kommentar von marlene Zelger (Marlene Zelger)
    Alle Trump-Gegner meckern über die neuen Regeln der Pressekonferenz. Aber immerhin dürfen Journalisten eine frei gewählte Frage stellen. Im Europa Forum Luzern werden keine Publikumsfragen während der Podiumsdiskussion mehr geduldet, seit vor Jahren ein Zuschauer eine etwas "unbequeme" Frage stellte, welche den Herren auf der Bühne nicht genehm war. Tja, das ist die neue Reglung des EUropa Forums.
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    1. Antwort von Alex Volkart (Lex18)
      An Frau Zelger: Dass mag ja alles sein, aber das Europaforum ist nun mal nicht der Präsident des einflussreichsten Landes der Welt.
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  • Kommentar von Hans Bernoulli (H.Bernoulli)
    Wenn die US-Medien einem halben Duzend Milliardärsfamilien oder US-Wirtschaftsimperien gehören, wie frei ist diese Presse dann? Eine freie Presse würde sich übrigens für Assange stark machen und wäre an die Inhalte von Wikileaks interessiert bzw. würde mit Recherchen dort anknüpfen.
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  • Kommentar von Daniele Röthenmund (Daniele Röthenmund)
    Einige Trump Fans werden Heute beim Eröffnen der Börse blöd aus dem Kontor schauen! Da zeigt sich langsam was diese Genie drauf hat! Außer eine große Klappe ! Nachdem die Börse seit einer Woche praktische nur eins Kennt, Abwärts! Heute ein schwarzer Sonntag! Aber Schuld sind natürlich die andern!
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    1. Antwort von R. Sommerhalder (rso)
      @D. Röthenmund: Die US-Börse hat seit 1 Woche gerade 1,68% verloren. Ihre Aussage, die Börse kenne seit 1 Woche praktisch nur den Abwärtstrend, entspricht also absolut nicht der Wahrheit. Wenn auch heute Dienstag die US-Börse im Minus eröffnen wird (in der Vorbörse ist das Minus beim Dow-Jones zurzeit 1,1%) ist zur Kenntnis zu nehmen, dass der Dow Jones-Index in den letzten 3 Jahren 41 % zugelegt hat. Viele Schweizer Pensionskassen haben von den guten Börsenergebnissen ebenfalls profitiert.
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    2. Antwort von Daniele Röthenmund (Daniele Röthenmund)
      Herr Sommerhalder, 4 von 5 tagen hat man mit minus geschlossen, gestern hat man über 2 % verloren und jetzt leigt man schon wieder beim Dow Jones bei einem Minus von 1,5 % ebenso verschweigen sie das der Nasdaq letzte Woche extrem verloren hat, Gestern über 3% und zurzeit wieder 2 % im Minus sind. es fangen an sich die Resultate Trumps Regierung auszuwirken. Viele Aktien sind schon wieder auf den Kurs vor Trumps Wahl abgestürzt und sie werden es sehen es werden jetzt Turbulente Zeiten kommen.
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    3. Antwort von Daniele Röthenmund (Daniele Röthenmund)
      Was sie auch nicht sagen Herr Sommerhalder das seit Juni der Down wie der Nasdaq massiv verloren haben, mehr als 10 %, deshalb Twitter der Trump über andere Themen, den solche Nachrichten ignoriert er Bewusst!
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    4. Antwort von Daniele Röthenmund (Daniele Röthenmund)
      Ich hoffe sie werden nun nicht Behauten das die Zunahme der 41% der verdienst Trumps ist. Den dem seine Politik und seine Auswirkungen werden wir jetzt zu spüren bekommen. Die Arbeitslosenzahlen werden in den USA im Januar schon wieder steigen. Amerika first halt!
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    5. Antwort von R. Sommerhalder (rso)
      @D. Röthenmund: Dass man sich bei Börsenkursen täuschen kann ist nachvollziehbar. Aber was Sie für Falschaussagen betr. Dow Jones machen ist für mich unerklärlich! Sie behaupten beispielsweise, der Dow Jones Index habe seit letzten Juni über 10% verloren. Tatsache ist aber dass der Dow Jones Index seit Juni im schlechtesten Falle 1.76% verloren, hat, im besten Fall sogar 2,4% zulegte (Vergleich mit den Schlusskursen von gestern Montag Abend).
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