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Nach Gipfel mit Nordkorea Washington bleibt auf Peking angewiesen

China beobachtet genau, was zwischen Trump und Kim passiert. Dabei verfolgt Peking eigene Interessen.

Legende: Audio China ruft USA und Nordkorea zu weiterem Dialog auf abspielen. Laufzeit 03:14 Minuten.
03:14 min, aus Rendez-vous vom 01.03.2019.

China rief die USA und Nordkorea am Tag nach dem geplatzten Treffen zwischen US-Präsident Donald Trump und dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong-un dazu auf, den Dialog weiterzuführen. Ein Sprecher des chinesischen Aussenministeriums sagte, die beiden Seiten müssten sich in der Mitte treffen. Man hoffe, dass die Gespräche weitergingen.

«China nimmt in den Verhandlungen eine wichtige Rolle ein», sagt der chinesische Nordkorea-Experte Lü Chao. Lü leitet die Abteilung für Nordkorea-Studien am Sozialwissenschaftlichen Institut in Liaoning.

Peking will politische Einigung

So habe China etwa auch dieses Mal sichergestellt, dass Kim Jong-un und dessen Delegation zum Gipfel reisen konnten: «Noch nie konnte ein ausländischer Regierungschef quer mit dem Zug durch China fahren. Auch dies zeigt, dass China hier hilfreich ist.»

Eine politische Einigung zwischen den USA und Nordkorea sei der einzige Weg, hiess es von Chinas Regierung. Denn zu einer Rückkehr zu gegenseitigen Kriegsdrohungen zwischen Kim und Trump – wie noch vor zwei Jahren – hat Chinas Regierung kein Interesse.

Es darf auf der koreanischen Halbinsel nicht zum Chaos kommen.
Autor: Lü ChaoLeiter Abteilung für Nordkorea-Studien, Universität Liaoning

«Die Nordkorea-Frage hat mit der Sicherheitslage in Chinas direkter Nachbarschaft zu tun», betont Lü. Deshalb sei China auch klar für eine atomwaffenfreie koreanische Halbinsel. Wichtig sei, dass das Problem auf friedliche Weise gelöst werde. «Es darf nicht zum Chaos kommen.»

China ist also gegen ein militärisches Eingreifen der USA, dazu noch direkt an der eigenen Grenze. China will einerseits keine Kriegsrhetorik zwischen Trump und Kim sehen, andererseits betrachtet es eine allzu rasche Annäherung der beiden Seiten ebenfalls mit Skepsis.

China hofft auf Vorteil im Handelskonflikt

Dass es am Treffen zwischen Trump und Kim in Hanoi zu keiner Einigung kam, sei für China gar nicht so schlecht, sagt Steve Chung, Nordkorea-Experte an der Chinese University in Hongkong. China werde nun versuchen, das Thema Nordkorea zu nutzen, um mit den USA zu feilschen. Insbesondere da der Handelskonflikt mit den USA ja noch nicht gelöst sei.

Trump und Kim gehen nebeneinander und sprechen zusammen.
Legende: Peking will, dass die Gespräche zwischen Trump und Kim nicht abbrechen. Ziel: Chaos verhindern. Reuters

«China hofft so womöglich, mehr Zugeständnisse von den USA zu bekommen, weil die USA wiederum auf Chinas Hilfe mit Nordkorea angewiesen sind.» Dies gilt insbesondere für die Wirtschaftssanktionen gegen Nordkorea – die wichtigste Trumpfkarte der USA. Schliesslich werden die Sanktionen bislang offiziell auch von China mitgetragen.

Trump braucht Pekings Druck auf Pjöngjang

China ist der mit Abstand grösste Handelspartner von Nordkorea, hat aber in der Vergangenheit die Sanktionen in der Praxis nicht immer gleich streng umgesetzt. «Trump wird deshalb weiterhin auf China angewiesen sein», sagt Chung. Washington brauche Peking, damit dieses den Druck auf Pjöngjang aufrecht erhalte, die Verhandlungen mit den USA weiterzuführen.

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7 Kommentare

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  • Kommentar von Wolfgang Bortsch (a2b3c4d5)
    Die Zeit der “Kanonebootdiplomatie “ , um die Ausdrucksform aus Peking zu verwenden , ist für Ostasien vorbei . Jetzt müssen die internationalen Politiker sich anderes einfallen lassen , um in Ostasien und nicht nur in dieser Weltregion , Brauchbares zu erreichen. China gehört nicht nur wirtschaftlich , sondern auch politisch zu den Großmächten.Es dürfte also in Zukunft schwerer werden - ohne China . Wirtschaftlich ein Riese , also..............
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  • Kommentar von Ursula Keller (Note)
    Zum Glück können wir jetzt, nachdem Juan Guaido als das entlarvt worden ist was er ist, ein wenig über Nordkorea schreiben, wo die USA selbstverständlich auch nichts zu suchen hat. Aber Nordkorea hat im Gegenteil zu Venezuela eine Schutzmacht im Hintergund und kann nicht angegriffen werden (zumindest nicht zu einem akzeptablen Preis für die USA). Schön wäre wenn auch Südamerika da ein wenig dazulernen würde. In times of distress you stick together or you fail !
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  • Kommentar von marlene Zelger (Marlene Zelger)
    Es wäre ein Wunder, würden die zwei harten Grinden einig.
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