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EU wappnet sich für Brexit-Verhandlungen
Aus Echo der Zeit vom 13.12.2019.
abspielen. Laufzeit 07:18 Minuten.
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Nach Wahl in Grossbritannien Brüssel sehnt das Ende der Brexit-Odyssee herbei

Am EU-Gipfel schielten die Staats- und Regierungschefs auf die britische Insel. Team Europa rüstet sich für Halbzeit 2.

Am zweiten Tag des EU-Gipfels der Staats- und Regierungschefs in Brüssel waren die britischen Wahlen natürlich ein Diskussionsthema. Etwas Bedauern war immer noch zu vernehmen, dass Grossbritannien den Club nun verlässt. Vor allem aber war grosse Erleichterung hör- und spürbar, dass nun endlich klare Verhältnisse beim Thema Brexit herrschen.

Die Lehren aus der Vergangenheit mahnen zur Vorsicht, was die Prognosen über den weiteren Verlauf betrifft. Vor allem, wenn es um den Brexit geht. Den Ball flach halten, würde man im fussballverrückten Grossbritannien sagen.

Keine Zölle, keine Quoten für Handelswaren – und kein Sozial-Dumping durch die Briten. Darauf zielen wir ab.
Autor: Ursula von der LeyenChefin der EU-Kommission

Darum erwarte die EU vom Parlament des Vereinigten Königreichs nun endlich den Abpfiff von Halbzeit Eins, deren Nachspielzeit schon viel zu lange dauert. Also: Zustimmung zum Scheidungsabkommen. Endlich, nach diesem Sieg von Boris Johnson so rasch als möglich, unterstrich der belgische Ratspräsident Charles Michel.

Bis Ende Januar muss ja auch noch das Europäische Parlament seine Zustimmung erteilen. Eine Formsache.

n EU-Ratspräsident Charles Michel (Mitte) und EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen
Legende: Vom Spielfeldrand beobachteten EU-Ratspräsident Charles Michel (Mitte) und EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen das Geschehen im Vereinigten Königreich. Bald greifen sie selbst ein. Keystone

Für Halbzeit Zwei, die nachfolgenden Verhandlungen über ein neues Freihandelsabkommen zwischen der EU und Grossbritannien, sei man gut vorbereitet: Drei Treffer gelte es zu erzielen, unter gewaltigem Zeitdruck freilich, betonte EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen: «Keine Zölle, keine Quoten für Handelswaren – und kein Sozial-Dumping durch die Briten. Darauf zielen wir ab.»

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Von der Leyen: «Grossbritannien wird ein guter Nachbar»
Aus News-Clip vom 13.12.2019.
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Die EU plädiert für faire Spielregeln unter Nachbarn, damit diese Freunde bleiben können. Nur ein knappes Jahr steht für diese politisch heiklen und technisch hochkomplexen Verhandlungen zur Verfügung.

Never change a winning team

Team Europa geht mit viel Selbstvertrauen an den Start. Die EU schickt das gleiche Team um Chefunterhändler Michel Barnier aufs Feld. Er war schon Spielmacher beim Aushandeln des Austrittsabkommens, zeigte viel Ausdauer, Kreativität und Flexibilität, um trotz wiederholter Spielverzögerungen einen Vorsprung über die Runden zu bringen.

Wenn ich mich schon damit abfinden muss, dass Grossbritannien die EU verlässt, sehe ich darin auch ein belebendes Element.
Autor: Angela MerkelDeutsche Bundeskanzlerin

Ein eingespieltes Team, das sich in Halbzeit Eins in fast allen wichtigen Punkten gegenüber den wechselnden britischen Verhandlungs-Teams auf der anderen Platzhälfte durchzusetzen vermochte. Sicher kein Nachteil.

Die 27 Mitglieder der EU werden ihre Interessen zu verteidigen wissen. Denn viel steht auf dem Spiel, auch für die EU. Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel heizt von der Linie aus an: Die EU stelle sich dem System-Wettbewerb mit Grossbritannien gerne.

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Angela Merkel: «Die Verhandlungen werden eine grosse Herausforderung»
Aus News-Clip vom 13.12.2019.
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«Vor unserer Tür sitzt ein Wettbewerber, der der Welt zeigen will, was in ihm steckt. Das kann uns auch beflügeln, schneller und entschiedener zu agieren», blickt die Kanzlerin voraus. Und: «Wenn ich mich schon damit abfinden muss, dass Grossbritannien die EU verlässt, sehe ich darin auch ein belebendes Element.»

Diese Botschaft aus Brüssel auf die Insel in Richtung London war auch häufig zu hören: Die EU will spielbestimmend bleiben – auch in der zweiten Halbzeit des Brexit.

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47 Kommentare

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  • Kommentar von B. Moser  (moser.b)
    Selbstverständlich sind die Bürokraten und Regierungschefs nicht glücklich (dies ist eine Selbstlüge)!

    Schliesslich könnte bald jede menge Geld fehlen. Immerhin war UK nach der BRD der zeitgrösste Nettozahler. Und irgendwo muss dieses Geld eingetrieben oder gespart werden (ca. 6 Milliarden).
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  • Kommentar von Toni Koller  (Tonik)
    Das sind keine „Vorschriften“. Es sind Bedingungen, die die Briten erfüllen sollen, wenn sie mit der EU freien Handel treiben wollen. Auch GB wird seine Bedingungen in die Verhandlung bringen. Ganz normal alles - und gewiss kein Anlass für das notorische EU-Bashing seitens der Nationalstääteler.
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    1. Antwort von Florian Kleffel  (Hell Flodo)
      Da erwartet man wieder den Foifer, das Weggli und dazu noch ein Gratis-Dessert. Und macht den Verhandlungspartner zum Inbegriff des Bösen, wenn der auch seine Interessen einbringt. Gleichzeitig geht man davon aus, ein System von Nationalstaaten, in dem dann tausende solche Verhandlungen geführt werden müssten, sei besser und und absolut friedenserhaltend. Tja. Ist halt so eine der kognitiven Dissonanzen der Nationalstääteler.
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  • Kommentar von Willy Gruen  (wgruen)
    Nachdem der Brexit (endlich) erledigt ist, können wir dann wieder über den EU-Beitritt der Schweiz reden?
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