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Legende: Audio Grossbritannien: Debatte der fünf Anwärter auf die Nachfolge von Theresa May abspielen. Laufzeit 02:15 Minuten.
Aus HeuteMorgen vom 19.06.2019.
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Nachfolge von Theresa May Da waren's nur noch fünf

Die verbliebenen Kandidaten für die Nachfolge der britischen Premierministerin duellierten sich erstmals im TV. Am Donnerstag wollen die Tories dann ein Zweierticket präsentieren.

Nach dem Ausscheiden des früheren Brexit-Ministers Dominic Raab bleiben in der konservativen Parlamentsfraktion noch fünf Kandidaten für die Nachfolge von Premierministerin Theresa May übrig. Bis am Donnerstagabend soll der Zweiervorschlag feststehen, der den Parteimitgliedern vorgelegt wird.

Der frühere Bürgermeister von London und frühere Aussenminister Boris Johnson erhielt im zweiten Wahlgang deutlich mehr Stimmen als die beiden nächstplatzierten Kandidaten zusammen. Bisher hatte er sich von öffentlichen Debatten ferngehalten – nun machte er mit.

Johnson warnt vor Vertrauensverlust

Der britische Austritt aus der EU müsse am 31. Oktober stattfinden, ansonsten drohe ein katastrophaler Vertrauensverlust in die Politik, sagte Johnson in der von der BBC übertragenen Debatte. Manche Briten haben dieses Vertrauen nach drei Jahren bereits verloren. Doch Boris Johnson präsentiert sich als Alternative zur Brexit-Partei von Nigel Farage, die die Europawahl gewonnen hatte. Er will raus, auch ohne Vertrag.

Wer wählt den neuen Premierminister?

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Vorgesehen ist, dass die Unterhausabgeordneten der Tories das Bewerberfeld in einem mehrstufigen Verfahren auf zwei Kandidierende reduzieren – bei jeder Runde scheidet jeweils der Letztplatzierte aus. Diese zwei Anwärter auf das Amt des Premierministers stellen sich dann den rund 160’000 Parteimitgliedern in einer Urabstimmung zur Wahl. Mitte Juli soll der Nachfolger feststehen. Erst dann bittet die bereits am 7. Juni vom Parteivorsitz zurückgetretene Theresa May Königin Elisabeth II. um ihre Entlassung. Bis dahin bleibt sie für die Regierungsgeschäfte zuständig.

Sein Rivale, Landwirtschaftsminister Michael Gove, will ein paar Tage Spielraum lassen, aber auch er will den vertragslosen Zustand riskieren: No Deal. Natürlich stelle das Herausforderungen, aber Grossbritannien sei ein grossartiges Land, das dies bewältigen könne. – Augen zu und durch, so Gove.

Die amtierenden Aussen- und Innenmister, Jeremy Hunt und Sajid Javid – letzterer nur mit einem blauen Auge noch im Rennen – hatten einst gegen den Brexit gestimmt. Nun wollen auch sie ihn durchziehen. Brüssel werde neu verhandeln, sagten sie alle im Widerspruch zu den Verlautbarungen der EU.

Stewart als einzige Alternative

Nur ein Kandidat bietet sich als Alternative an: der ehemalige Diplomat Rory Stewart, seit kurzem Entwicklungshilfeminister. Der einzige Ausweg aus diesem Schlamassel führe durchs Parlament, sagte Stewart. Er suche nach dem Schlüssel, während alle anderen an die Wand starren und bloss schreien würden «wir müssen unserer Heimat vertrauen!»

Da hat er recht. Aber bei der erzkonservativen Basis, den rund 160'000 Mitgliedern der Konservativen Partei, hat dieser nüchterne und unorthodoxe Realismus keine Chancen. Boris Johnson dagegen gilt als deren Liebling.

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