Das ist passiert: Ein schweres Zugunglück ereignete sich am Sonntagabend in der Nähe von Adamuz in der andalusischen Provinz Córdoba. Zwei Hochgeschwindigkeitszüge entgleisten, wobei nach Angaben der Regionalregierung Andalusiens 42 Menchen ums Leben kamen und viele weitere verletzt wurden. Die Zahl der als vermisst gemeldeten Personen lag weiter bei 43 und die Suche nach möglichen weiteren Opfern dauerte an.
Der Unfallhergang: Ein Iryo-Hochgeschwindigkeitszug der italienischen Trenitalia mit über 300 Menschen an Bord entgleiste gegen 19:40 Uhr auf dem Weg von Málaga nach Madrid und geriet auf das benachbarte Gleis. Ein entgegenkommender Hochgeschwindigkeitszug der spanischen Gesellschaft Renfe, der mit rund 200 Passagieren von Madrid nach Huelva fuhr, entgleiste daraufhin ebenfalls. «Der Aufprall war so heftig, dass die beiden vorderen Wagen des Renfe-Zuges infolgedessen aus den Gleisen geschleudert wurden», meinte Verkehrsminister Óscar Puente. Diese Waggons stürzten eine vier Meter hohe Böschung hinunter und wurden weitgehend zerstört.
Opferzahlen und Rettungseinsatz: Der Iryo-Zug hatte über 300 Passagiere an Bord, der Renfe-Zug rund 200. Insgesamt wurden mindestens 41 Todesopfer bestätigt. Die Behörden befürchten aber, dass die Zahl noch steigen könnte. Es lägen 43 Vermisstenanzeigen vor, sagte Innenminister Fernando Grande-Marlaska dem staatlichen TV-Sender RTVE. Angaben zur Zahl der Verletzten variierten. Während die Polizei nach dem Unfall von mehr als 170 gesprochen hatte, berichtete der staatliche TV-Sender später von 122 Verletzten.
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Bild 1 von 4. Beim schweren Eisenbahnunglück in Spanien sind zwei Hochgeschwindigkeitszüge entgleist. Bildquelle: @ibuprofeno600mg via X.
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Bild 2 von 4. Die Rettungsarbeiten dauerten die ganze Nacht an, da befürchtet wurde, dass sich noch weitere Opfer in den Trümmern befinden. Bildquelle: REUTERS/Leonardo Benassatto .
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Bild 3 von 4. Die Ursache des schweren Unglücks ist bislang unklar und gibt Rätsel auf. Bildquelle: REUTERS/Alex Gallegos .
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Bild 4 von 4. Viele Menschen in der 4000-Einwohner-Gemeinde Adamuz zeigten sich solidarisch und brachten Decken, Arznei- und Lebensmittel ins Gemeindezentrum. Bildquelle: REUTERS/Alex Gallegos.
Schwierige Identifizierung: Die Identifizierung der Opfer gestaltete sich schwierig. Grande-Marlaska sagte am Montagabend, es seien bis dahin sieben Todesopfer identifiziert worden. Die Behörden baten Familien um DNA-Proben, um die Identifikation zu beschleunigen. Im Fernsehen beklagten Angehörige mangelnde und nur schleppende Informationen über das Schicksal von Vermissten.
Unebenheiten in Schienen: Der spanische Schienennetzbetreiber Adif drosselte die Höchstgeschwindigkeit für Züge auf einem Teilstück der wichtigsten Verbindung des Landes zwischen Madrid und Barcelona auf 160 Kilometer pro Stunde. Zugführer hätten von Unebenheiten in den Schienen berichtet, die nun in der kommenden Nacht untersucht werden sollten, teilte Adif mit. Die Fahrtzeit der Züge, die bisher fast durchgehend 300 Kilometer pro Stunde fuhren, verlängere sich um rund 30 Minuten auf dann drei Stunden, berichteten spanische Medien.
Tragödie wirft Fragen auf: Die Ursache des Unglücks ist noch unklar. Ein Gleisschaden oder ein Fehler an einem der Züge werde derzeit nicht ausgeschlossen, sagte sagte Innenminister Fernando Grande-Marlaska dem staatlichen TV-Sender RTVE. Die Tragödie gibt Rätsel auf. Mehrere von Medien befragte Experten zeigten sich erstaunt. Das Sicherheitssystem hätte einen solchen Unfall eigentlich verhindern müssen, ohne dass der Lokführer eingreift, meinte etwa Ingenieur Jorge Trigueros. Die italienische Betreiberin Iryo teilte ausserdem mit, ihr Zug sei vor vier Tagen letztmals gewartet worden. Der spanische Premierminister Pedro Sánchez sagte derweil seine Teilnahme am World Economic Forum WEF wegen des Zugunglücks ab. Der spanische König Felipe, der in Athen weilte, hat umgehend seine Rückkehr angekündigt.