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Nähe von Córdoba 42 Tote bei Zugunglück in Spanien – Suche nach Vermisstem

Bei einem schweren Eisenbahnunglück in Spanien sind zwei Hochgeschwindigkeitszüge zusammengestossen. Der Überblick.

Das ist passiert: Ein schweres Zugunglück ereignete sich am Sonntagabend in der Nähe von Adamuz in der andalusischen Provinz Córdoba. Zwei Hochgeschwindigkeitszüge entgleisten, wobei nach Angaben der Regionalregierung Andalusiens 42 Menchen ums Leben kamen und viele weitere verletzt wurden. Die Zahl der als vermisst gemeldeten Personen lag weiter bei 43 und die Suche nach möglichen weiteren Opfern dauerte an.

SRF-Auslandredaktorin: «Vertrauen in Eisenbahn leidet wieder»

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Karina Rierola, SRF-Auslandredaktorin: «‹Wie konnte das passieren?› Es ist die Frage, die man sich in Spanien gerade stellt, allen voran Verkehrsminister Oscar Puente. Denn: Der zuerst entgleiste Zug war ein relativ neues Modell, die Bahngleise wurden vor wenigen Monaten erneuert, das Ganze passierte auf einer schnurgeraden Strecke. Nichts, was auf mögliche Ursachen hindeutet. Umso mehr Fragen stellen sich, umso länger könnten die Ermittlungen zur Ursache dauern. Sie sind wichtig, um künftige Tragödien zu verhindern – und für die Angehörigen.

Diese trauern um ihre toten Liebsten, bangen um die Schwerverletzten. «Heute ist eine Nacht tiefster Trauer für unser Land», sagt Ministerpräsident Pedro Sánchez. Es sind schwere Stunden in einem Land, das sich rasch an die Zug-Tragödie bei Santiago de Compostela 2013 erinnerte, als 80 Menschen starben. Das Vertrauen in die Eisenbahn war wieder zurück, doch nun leidet es. ‹Restrisiko›, ‹Schicksal›, ‹Trauer› – es sind gerade die meistgehörten Worte.»

Der Unfallhergang: Ein Iryo-Hochgeschwindigkeitszug der italienischen Trenitalia mit über 300 Menschen an Bord entgleiste gegen 19:40 Uhr auf dem Weg von Málaga nach Madrid und geriet auf das benachbarte Gleis. Ein entgegenkommender Hochgeschwindigkeitszug der spanischen Gesellschaft Renfe, der mit rund 200 Passagieren von Madrid nach Huelva fuhr, entgleiste daraufhin ebenfalls. «Der Aufprall war so heftig, dass die beiden vorderen Wagen des Renfe-Zuges infolgedessen aus den Gleisen geschleudert wurden», meinte Verkehrsminister Óscar Puente. Diese Waggons stürzten eine vier Meter hohe Böschung hinunter und wurden weitgehend zerstört.

Opferzahlen und Rettungseinsatz: Der Iryo-Zug hatte über 300 Passagiere an Bord, der Renfe-Zug rund 200. Insgesamt wurden mindestens 41 Todesopfer bestätigt. Die Behörden befürchten aber, dass die Zahl noch steigen könnte. Es lägen 43 Vermisstenanzeigen vor, sagte Innenminister Fernando Grande-Marlaska dem staatlichen TV-Sender RTVE. Angaben zur Zahl der Verletzten variierten. Während die Polizei nach dem Unfall von mehr als 170 gesprochen hatte, berichtete der staatliche TV-Sender später von 122 Verletzten.

Schwierige Identifizierung: Die Identifizierung der Opfer gestaltete sich schwierig. Grande-Marlaska sagte am Montagabend, es seien bis dahin sieben Todesopfer identifiziert worden. Die Behörden baten Familien um DNA-Proben, um die Identifikation zu beschleunigen. Im Fernsehen beklagten Angehörige mangelnde und nur schleppende Informationen über das Schicksal von Vermissten.

Unebenheiten in Schienen: Der spanische Schienennetzbetreiber Adif drosselte die Höchstgeschwindigkeit für Züge auf einem Teilstück der wichtigsten Verbindung des Landes zwischen Madrid und Barcelona auf 160 Kilometer pro Stunde. Zugführer hätten von Unebenheiten in den Schienen berichtet, die nun in der kommenden Nacht untersucht werden sollten, teilte Adif mit. Die Fahrtzeit der Züge, die bisher fast durchgehend 300 Kilometer pro Stunde fuhren, verlängere sich um rund 30 Minuten auf dann drei Stunden, berichteten spanische Medien. 

EDA: Noch keine Kenntnis über Schweizer Opfer

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Das Eidgenössische Amt des Äusseren hat Kenntnis vom Zugunglück bei Adamuz in Spanien genommen. Die Schweizer Vertretung in Madrid stehe in Kontakt mit den zuständigen Behörden vor Ort, teilt das EDA mit.

Derzeit lägen keine Informationen über Schweizer Opfer vor. Entsprechende Abklärungen seien im Gang. Schweizerische Staatsangehörige vor Ort sind gehalten, die Anweisungen der lokalen Behörden zu befolgen.

Bundespräsident Guy Parmelin bekundete Spanien seine tiefe Solidarität. Seine Gedanken seien bei den Opfern, ihren Familien und dem gesamten spanischen Volk.

Tragödie wirft Fragen auf: Die Ursache des Unglücks ist noch unklar. Ein Gleisschaden oder ein Fehler an einem der Züge werde derzeit nicht ausgeschlossen, sagte sagte Innenminister Fernando Grande-Marlaska dem staatlichen TV-Sender RTVE. Die Tragödie gibt Rätsel auf. Mehrere von Medien befragte Experten zeigten sich erstaunt. Das Sicherheitssystem hätte einen solchen Unfall eigentlich verhindern müssen, ohne dass der Lokführer eingreift, meinte etwa Ingenieur Jorge Trigueros. Die italienische Betreiberin Iryo teilte ausserdem mit, ihr Zug sei vor vier Tagen letztmals gewartet worden. Der spanische Premierminister Pedro Sánchez sagte derweil seine Teilnahme am World Economic Forum WEF wegen des Zugunglücks ab. Der spanische König Felipe, der in Athen weilte, hat umgehend seine Rückkehr angekündigt.

Tagesschau kompakt, 19.1.2026, 12:45 Uhr ; 

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