Das ist passiert: Ein schweres Zugunglück ereignete sich am Sonntagabend in der Nähe von Adamuz in der andalusischen Provinz Córdoba. Zwei Hochgeschwindigkeitszüge entgleisten, wobei laut dem spanischen Innenminister Fernando Grande-Marlaska mindestens 40 Menschen ums Leben kamen und rund 170 weitere verletzt wurden. Die Rettungsarbeiten dauerten die ganze Nacht an, da befürchtet wurde, dass sich noch weitere Opfer in den Trümmern befinden könnten.
Der Unfallhergang: Ein Iryo-Hochgeschwindigkeitszug der italienischen Trenitalia mit über 300 Menschen an Bord entgleiste gegen 19:40 Uhr auf dem Weg von Málaga nach Madrid und geriet auf das benachbarte Gleis. Ein entgegenkommender Hochgeschwindigkeitszug der spanischen Gesellschaft Renfe,, der mit rund 200 Passagieren von Madrid nach Huelva fuhr, entgleiste daraufhin ebenfalls. «Der Aufprall war so heftig, dass die beiden vorderen Wagen des Renfe-Zuges infolgedessen aus den Gleisen geschleudert wurden», meinte Verkehrsminister Óscar Puente. Diese Waggons stürzten eine vier Meter hohe Böschung hinunter und wurden weitgehend zerstört.
Opferzahlen und Rettungseinsatz: Der Iryo-Zug hatte über 300 Passagiere an Bord, der Renfe-Zug rund 200. Insgesamt wurden mindestens 40 Todesopfer bestätigt. Rund 170 Menschen wurden verletzt, davon 24 schwer und fünf sehr schwer. Mehr als 70 Verletzte wurden in sechs Spitäler gebracht, einige mussten notoperiert werden. Die Identifizierung der Opfer soll bald beginnen. Regionalpräsident Juanma Moreno schloss nicht aus, dass in den «Trümmerhaufen aus Metall» weitere Leichen liegen könnten. «Die Regierung arbeitet gemeinsam mit den zuständigen Behörden und den Rettungsdiensten daran, den Fahrgästen zu helfen», schrieb der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez auf X.
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Bild 1 von 4. Beim schweren Eisenbahnunglück in Spanien sind zwei Hochgeschwindigkeitszüge entgleist. Bildquelle: @ibuprofeno600mg via X.
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Bild 2 von 4. Die Rettungsarbeiten dauerten die ganze Nacht an, da befürchtet wurde, dass sich noch weitere Opfer in den Trümmern befinden. Bildquelle: REUTERS/Leonardo Benassatto .
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Bild 3 von 4. Die Ursache des schweren Unglücks ist bislang unklar und gibt Rätsel auf. Bildquelle: REUTERS/Alex Gallegos .
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Bild 4 von 4. Viele Menschen in der 4000-Einwohner-Gemeinde Adamuz zeigten sich solidarisch und brachten Decken, Arznei- und Lebensmittel ins Gemeindezentrum. Bildquelle: REUTERS/Alex Gallegos.
Verkehrsunterbrechung: Der Verkehr auf der wichtigen Strecke zwischen Madrid und Andalusien sollte den ganzen Montag unterbrochen bleiben. Viele Menschen, die in verschiedenen Städten von Zugausfällen aufgrund des Unfalls betroffen waren, verbrachten die Nacht in Bahnhöfen.
Das ist schon ein extrem ungewöhnlicher Unfall.
Tragödie wirft Fragen auf: Die Ursache des Unfalls blieb zunächst unklar – die Tragödie gibt Rätsel auf. «Das ist schon ein extrem ungewöhnlicher Unfall», sagte Minister Puente. «Gerade Strecke, ein ziemlich neuer Zug, ein erst jüngst mit einer Investition von 700 Millionen Euro renovierter Streckenteil.» Man müsse nun das Ergebnis der Ermittlungen abwarten. Mehrere von Medien befragte Experten zeigten sich genauso erstaunt. Das Sicherheitssystem hätte einen solchen Unfall eigentlich verhindern müssen, ohne dass der Lokführer eingreift, meinte etwa Ingenieur Jorge Trigueros. Die italienische Betreiberin Iryo teilte ausserdem mit, ihr Zug sei vor vier Tagen letztmals gewartet worden. Der spanische Premierminister Pedro Sánchez sagte derweil seine Teilnahme am World Economic Forum WEF wegen des Zugunglücks ab. Der spanische König Felipe, der in Athen weilte, hat umgehend seine Rückkehr angekündigt.