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Nähe von Córdoba Mindestens 40 Tote bei Zugunglück in Spanien

Bei einem schweren Eisenbahnunglück in Spanien sind zwei Hochgeschwindigkeitszüge zusammengestossen. Der Überblick.

Das ist passiert: Ein schweres Zugunglück ereignete sich am Sonntagabend in der Nähe von Adamuz in der andalusischen Provinz Córdoba. Zwei Hochgeschwindigkeitszüge entgleisten, wobei laut dem spanischen Innenminister Fernando Grande-Marlaska mindestens 40 Menschen ums Leben kamen und rund 170 weitere verletzt wurden. Die Rettungsarbeiten dauerten die ganze Nacht an, da befürchtet wurde, dass sich noch weitere Opfer in den Trümmern befinden könnten.

SRF-Auslandredaktorin: «Vertrauen in Eisenbahn leidet wieder»

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Karina Rierola, SRF-Auslandredaktorin: «‹Wie konnte das passieren?› Es ist die Frage, die man sich in Spanien gerade stellt, allen voran Verkehrsminister Oscar Puente. Denn: Der zuerst entgleiste Zug war ein relativ neues Modell, die Bahngleise wurden vor wenigen Monaten erneuert, das Ganze passierte auf einer schnurgeraden Strecke. Nichts, was auf mögliche Ursachen hindeutet. Umso mehr Fragen stellen sich, umso länger könnten die Ermittlungen zur Ursache dauern. Sie sind wichtig, um künftige Tragödien zu verhindern – und für die Angehörigen.

Diese trauern um ihre toten Liebsten, bangen um die Schwerverletzten. «Heute ist eine Nacht tiefster Trauer für unser Land», sagt Ministerpräsident Pedro Sánchez. Es sind schwere Stunden in einem Land, das sich rasch an die Zug-Tragödie bei Santiago de Compostela 2013 erinnerte, als 80 Menschen starben. Das Vertrauen in die Eisenbahn war wieder zurück, doch nun leidet es. ‹Restrisiko›, ‹Schicksal›, ‹Trauer› – es sind gerade die meistgehörten Worte.»

Der Unfallhergang: Ein Iryo-Hochgeschwindigkeitszug der italienischen Trenitalia mit über 300 Menschen an Bord entgleiste gegen 19:40 Uhr auf dem Weg von Málaga nach Madrid und geriet auf das benachbarte Gleis. Ein entgegenkommender Hochgeschwindigkeitszug der spanischen Gesellschaft Renfe,, der mit rund 200 Passagieren von Madrid nach Huelva fuhr, entgleiste daraufhin ebenfalls. «Der Aufprall war so heftig, dass die beiden vorderen Wagen des Renfe-Zuges infolgedessen aus den Gleisen geschleudert wurden», meinte Verkehrsminister Óscar Puente. Diese Waggons stürzten eine vier Meter hohe Böschung hinunter und wurden weitgehend zerstört.

Opferzahlen und Rettungseinsatz: Der Iryo-Zug hatte über 300 Passagiere an Bord, der Renfe-Zug rund 200. Insgesamt wurden mindestens 40 Todesopfer bestätigt. Rund 170 Menschen wurden verletzt, davon 24 schwer und fünf sehr schwer. Mehr als 70 Verletzte wurden in sechs Spitäler gebracht, einige mussten notoperiert werden. Die Identifizierung der Opfer soll bald beginnen. Regionalpräsident Juanma Moreno schloss nicht aus, dass in den «Trümmerhaufen aus Metall» weitere Leichen liegen könnten. «Die Regierung arbeitet gemeinsam mit den zuständigen Behörden und den Rettungsdiensten daran, den Fahrgästen zu helfen», schrieb der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez auf X.

Verkehrsunterbrechung: Der Verkehr auf der wichtigen Strecke zwischen Madrid und Andalusien sollte den ganzen Montag unterbrochen bleiben. Viele Menschen, die in verschiedenen Städten von Zugausfällen aufgrund des Unfalls betroffen waren, verbrachten die Nacht in Bahnhöfen.

Das ist schon ein extrem ungewöhnlicher Unfall.
Autor: Óscar Puente Spanischer Verkehrsminister

EDA: Noch keine Kenntnis über Schweizer Opfer

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Das Eidgenössische Amt des Äusseren hat Kenntnis vom Zugunglück bei Adamuz in Spanien genommen. Die Schweizer Vertretung in Madrid stehe in Kontakt mit den zuständigen Behörden vor Ort, teilt das EDA mit.

Derzeit lägen keine Informationen über Schweizer Opfer vor. Entsprechende Abklärungen seien im Gang. Schweizerische Staatsangehörige vor Ort sind gehalten, die Anweisungen der lokalen Behörden zu befolgen.

Bundespräsident Guy Parmelin bekundete Spanien seine tiefe Solidarität. Seine Gedanken seien bei den Opfern, ihren Familien und dem gesamten spanischen Volk.

Tragödie wirft Fragen auf: Die Ursache des Unfalls blieb zunächst unklar – die Tragödie gibt Rätsel auf. «Das ist schon ein extrem ungewöhnlicher Unfall», sagte Minister Puente. «Gerade Strecke, ein ziemlich neuer Zug, ein erst jüngst mit einer Investition von 700 Millionen Euro renovierter Streckenteil.» Man müsse nun das Ergebnis der Ermittlungen abwarten. Mehrere von Medien befragte Experten zeigten sich genauso erstaunt. Das Sicherheitssystem hätte einen solchen Unfall eigentlich verhindern müssen, ohne dass der Lokführer eingreift, meinte etwa Ingenieur Jorge Trigueros. Die italienische Betreiberin Iryo teilte ausserdem mit, ihr Zug sei vor vier Tagen letztmals gewartet worden. Der spanische Premierminister Pedro Sánchez sagte derweil seine Teilnahme am World Economic Forum WEF wegen des Zugunglücks ab. Der spanische König Felipe, der in Athen weilte, hat umgehend seine Rückkehr angekündigt.

Tagesschau kompakt, 19.1.2026, 12:45 Uhr ; 

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