Geplante Unterzeichnung - Die 14 Punkte des Rahmenabkommens zwischen Iran und USA
Vor der offiziellen Unterzeichnung des Rahmenabkommens hat ein US-Regierungsbeamter den Wortlaut des Dokuments bestätigt, den Medien vorab verbreitet hatten. Das ist zum Inhalt bekannt.
Was ist der Stand? Mehrere internationale Medien haben einen 14 Punkte umfassenden Text veröffentlicht, bei dem es sich um den kompletten Inhalt des Rahmenabkommens handeln soll. Der Text sei einigen ausgewählten Journalisten von einem hochrangigen US-Beamten vorgelesen worden, berichten US-Medien. Auch die amtliche iranische Nachrichtenagentur IRNA hat den Wortlaut des Abkommens zwischen den USA und dem Iran inzwischen veröffentlicht.
Was steht im Rahmenabkommen? Die Beendigung des Kriegs, die Öffnung der Strasse von Hormus und Fragen rund um Sanktionen, sowie Finanzhilfen für den Iran stehen im Zentrum des vorab von Medien veröffentlichten Textes (siehe Box). Weitere Verhandlungen sollen in einem recht knapp bemessenen Zeitraum von 60 Tagen folgen.
Das steht im Rahmenabkommen:
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Die Vereinigten Staaten von Amerika und die Islamische Republik Iran sowie ihre Verbündeten im aktuellen Krieg unterzeichnen diese Absichtserklärung, um die sofortige und dauerhafte Beendigung der militärischen Operationen an allen Fronten, einschliesslich im Libanon, zu erklären. Sie verpflichten sich von nun an, keinen Krieg und keine militärischen Operationen gegeneinander zu beginnen, sowie darauf, von der Androhung oder Anwendung von Gewalt gegeneinander abzusehen und die territoriale Integrität und Souveränität des Libanon zu gewährleisten. Das endgültige Abkommen wird die dauerhafte Beendigung des Krieges an allen Fronten, einschliesslich im Libanon, sowie die weiteren Bestimmungen dieses Absatzes bestätigen.
Die USA und der Iran verpflichten sich, die Souveränität und territoriale Integrität des jeweils anderen Staates zu achten und sich jeglicher Einmischung in die inneren Angelegenheiten des jeweils anderen zu enthalten.
Die USA und der Iran verpflichten sich, das endgültige Abkommen innerhalb von höchstens 60 Tagen auszuhandeln und abzuschliessen. Diese Frist kann im gegenseitigen Einvernehmen verlängert werden.
Unmittelbar nach der Unterzeichnung dieser Absichtserklärung werden die USA mit der Aufhebung ihrer Seeblockade sowie aller Behinderungen gegenüber dem Iran beginnen und die Seeblockade innerhalb von 30 Tagen vollständig beenden. Während dieses Zeitraums wird der Schiffsverkehr in dem Umfang wiederhergestellt, der dem Verkehrsaufkommen vor dem Krieg entspricht. Die USA verpflichten sich, ihre Streitkräfte innerhalb von 30 Tagen nach Abschluss des endgültigen Abkommens aus der Nähe des Iran abzuziehen.
Nach Unterzeichnung dieser Absichtserklärung wird der Iran nach besten Kräften Vorkehrungen treffen, um Handelsschiffen für einen Zeitraum von ausschliesslich 60 Tagen die sichere und gebührenfreie Durchfahrt vom Persischen Golf zum Arabischen Meer und umgekehrt zu ermöglichen. Der Schiffsverkehr von Handelsschiffen wird unverzüglich aufgenommen, (…) die Minenräumung wird durch den Iran innerhalb von 30 Tagen eingeleitet. Der Iran wird mit dem Oman einen Dialog führen, um die künftige Verwaltung in der Strasse von Hormus in Absprache mit anderen Anrainerstaaten der Strasse von Hormus (…) festzulegen.
Die USA verpflichten sich gemeinsam mit regionalen Partnern, einen endgültigen, einvernehmlich vereinbarten Plan mit einem Umfang von mindestens 300 Milliarden US-Dollar für den Wiederaufbau und die wirtschaftliche Entwicklung der Islamischen Republik Iran zu entwickeln. Der Mechanismus zur Umsetzung dieses Plans wird im Rahmen eines endgültigen Abkommens innerhalb von 60 Tagen festgelegt.
Die USA verpflichten sich, alle Arten von Sanktionen gegen den Iran, einschliesslich der Resolutionen des UNO-Sicherheitsrats, der Resolutionen der IAEO sowie aller US-Sanktionen (…) aufzuheben.
Der Iran bekräftigt, dass sie keine Kernwaffen beschaffen oder entwickeln wird. Die USA und der Iran haben vereinbart, die Entsorgung der gelagerten Bestände an angereichertem Material zu regeln, (…) wobei als Mindestmassnahme eine Verdünnung vor Ort unter Aufsicht der IAEO vorgesehen ist. Die beiden Parteien haben vereinbart, die Anreicherung sowie die nuklearen Bedürfnisse des Iran zu erörtern.
Bis zum Abschluss des endgültigen Abkommens vereinbaren die USA und der Iran, den Status quo aufrechtzuerhalten: Der Iran bei ihrem Nuklearprogramm und die USA werden keine neuen Sanktionen verhängen und keine zusätzlichen Streitkräfte in der Region stationieren.
Die USA verpflichten sich, Ausnahmegenehmigungen für den Export von iranischem Rohöl, Erdölprodukten und Derivaten sowie für alle damit verbundenen Dienstleistungen, einschliesslich Bankgeschäften, Versicherungen, Transport usw., zu erteilen.
Die USA verpflichten sich, die eingefrorenen Vermögenswerte der Republik Iran uneingeschränkt zur Nutzung freizugeben. Beide Seiten werden sich auf die Verfahren zur Freigabe dieser Gelder einigen. (…)
Die USA und der Iran kommen überein, dass ein Durchführungsmechanismus eingerichtet wird, um die erfolgreiche Umsetzung dieser Absichtserklärung und die künftige Einhaltung des endgültigen Abkommens zu überwachen.
Nach der Unterzeichnung dieser Absichtserklärung (…) werden die USA und der Iran Verhandlungen über das endgültige Abkommen aufnehmen.
Das endgültige Abkommen wird durch eine verbindliche Resolution des UNO-Sicherheitsrats bestätigt.
Unterzeichnung bereits am Donnerstag? US-Präsident Donald Trump stellte zudem eine früher als ursprünglich geplante Unterzeichnung der gemeinsamen Erklärung in Aussicht – möglicherweise schon für diesen Donnerstag. «Das Abkommen, das wir am Sonntag mit dem Iran erzielt haben, wird in Kürze unterzeichnet werden – morgen oder vielleicht übermorgen», sagte Trump am Mittwoch beim G7-Gipfel im französischen Évian. Nähere Angaben machte er dazu nicht. Bisher war geplant, dass das Rahmenabkommen am Freitag unterzeichnet wird. Auf eine Reporterfrage, warum er nicht selbst für die Unterzeichnung in Europa bleibe, sagte Trump, vielleicht werde er das tun. Bisher war davon ausgegangen worden, dass Vizepräsident JD Vance zur Unterzeichnung in die Schweiz reist. Wie das Portal «Axios» berichtete, steht eine vorgezogene Unterschrift zur Debatte, weil so auch die Strasse von Hormus früher als geplant geöffnet würde. Sollte es dazu kommen, würde die Unterschrift elektronisch erfolgen, hiess es unter Berufung auf zwei mit der Sache vertraute Personen. Das für Freitag geplante Treffen in der Schweiz solle aber trotzdem stattfinden, sagte eine der beiden Quellen.
Heute Morgen, 17.06.2026, 6:40 Uhr
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sda/dpa/baus;neur