Professionell produzierte KI-Animationen zielen auf die US-amerikanische Regierung und werden millionenfach geklickt. Die Inhalte, meist auf Englisch und abgestimmt auf westliche soziale Plattformen, sollen gezielt die öffentliche Wahrnehmung des Konflikts beeinflussen und Widerstand dagegen fördern.
Gegen Trump und Verbündete
Seit Beginn des aktuellen Kriegs am 28. Februar – ausgelöst durch gemeinsame US-israelische Angriffe – nehmen pro-iranische Memes vor allem amerikanische Entscheidungsträger ins Visier. Sie stellen US-Präsident Donald Trump als schweissgebadet, isoliert und politisch angeschlagen dar, greifen Spekulationen über seinen Gesundheitszustand auf und spielen auf Konflikte innerhalb des Maga-Lagers an. Sie zeigen Szenen aus dem Krieg und verzerren die Ereignisse teilweise stark.
Besonders auffällig ist eine Serie im Stil der «Lego»-Animationsfilme. Die technische Qualität und der notwendige Internetzugang sprechen laut Expertinnen dafür, dass die Macher dieser Videos zumindest indirekt mit staatlichen Stellen kooperieren. Im Iran ist der Internetzugang stark eingeschränkt, besonders seit den jüngsten Protesten.
Staatliche iranische Medien haben mehrere dieser Inhalte weiterverbreitet. Darunter Inhalte des Accounts «Explosive Media», der hinter den Lego-ähnlichen Videos steht. Die Gruppe bezeichnet sich selbst als unabhängig und freiwillig organisiert. Man arbeite aus dem Iran heraus, um die jahrzehntelange Dominanz westlicher Medien zu durchbrechen.
Die BBC hat mit einem Repräsentanten von «Explosive Media» gesprochen, der gegenüber dem britischen Sender zugab, dass die iranische Regierung ein Klient sei. Jedoch erklärt der Mann, der «Mr. Explosive» genannt werden möchte, dass man eine unabhängige Organisation sei. Das betont der Account auch auf der Plattform X. Das Team bei «Explosive Media» bestehe aus weniger als zehn Mitarbeitern. Auf die Frage, warum man sich für die Lego-Optik entschieden hatte, antwortete Mr. Explosive: «Weil das eine Weltsprache ist.»
Stark inszenierte Botschaften
Die Videos transportieren ähnliche, teils auch wiederkehrende Botschaften. Einerseits inszenieren sie den Iran als Akteur, der sich gegen einen aus seiner Sicht übermächtigen globalen Gegenspieler behauptet – die Vereinigten Staaten. Andererseits stellen einige Beiträge die kulturelle und zivilisatorische Bedeutung der USA infrage, während sie zugleich die reiche Geschichte des Iran betonen.
In einem Video wird eine Gegenüberstellung der beiden Länder im historischen Verlauf gezeigt. Die USA erscheinen darin als konfliktgetriebene Macht mit kolonialer Vergangenheit, während der Fokus auf iranischer Seite auf kulturellen Errungenschaften liegt, wie etwa auf Persepolis, antiken Aquädukten sowie weiteren bedeutenden Bauwerken und Erfindungen.
Der Account wurde mittlerweile auf diversen Plattformen gesperrt, darunter Youtube und Instagram.