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Videos und Posts im Check Raketen, Lügen und das Netz: Desinformation im Iran-Krieg

Iranische Raketeneinschläge in Israel oder eine Todesmeldung zu Benjamin Netanjahu: Falschmeldungen machen derzeit die Runde.

Iranische Raketeneinschläge mitten in Israel oder die Behauptung, der israelische Minister Itamar Ben-Gvir sei tot und Israel versuche dies zu vertuschen: Solche Falschmeldungen kursieren derzeit im Netz – und sollen den Eindruck vermitteln, Israel sei härter getroffen worden, als zuvor angenommen.

Israels Armee fährt eine strenge Linie bei Aufnahmen

Laut dem Israeli Institute for National Security Studies (Universität Tel Aviv) kamen in Israel seit Kriegsbeginn 14 Menschen bei iranischen Angriffen ums Leben (12 Zivilisten, 2 Soldaten), und 2600 wurden verletzt.

Nächtlicher Stadtblick mit Leuchtspuren am Himmel.
Legende: Das israelische Raketenabwehrsystem Iron Dome gilt als sehr effektiv.(Bild: 8. Oktober 2023) REUTERS/Amir Cohen

Obwohl in Israel zahlreiche internationale Journalistinnen und Journalisten arbeiten, ist die Ausstrahlung von Material, das die nationale Sicherheit gefährden könnte, durch die Militärzensur streng geregelt. So schreibt etwa der US-Nachrichtensender CNN: «Die Militärzensur hat klargestellt, dass die Ausstrahlung von Bildern, die den Standort von Abfangraketen oder von feindlichen Projektilen getroffenen Militärstandorten zeigen, verboten ist, insbesondere in Live-Übertragungen.»

Diese strenge Handhabung könnte ein Grund für die Zirkulation von Falschmeldungen sein.

Desinformation zu Angriffen auf Netanjahus Bruder

Viele der in sozialen Medien geteilten Aufnahmen zeigen angebliche Schäden oder behaupten, führende Politiker seien getötet worden. So etwa ein weit verbreitetes Video, das ein brennendes Haus als die Residenz von Benjamin Netanjahus Bruder, Iddo, darstellt.

Tweet über Iddo Netanjahus angeblichen Tod und Bild mit 'Old Content'-Markierung.
Legende: EBU Spotlight

Bei genauerem Hinschauen entpuppt es sich aber als alte Aufnahme eines Brandes in US-Bundesstaat New Jersey vom 10. Februar.

Zwei Bilder eines Hauses
Legende: EBU Spotlight

Auch sehr alte Videos werden fälschlicherweise als aktuelle Angriffe präsentiert. So sind auf einem Video vom 9. März, das Netanjahus Privatresidenz zeigen soll, Aufnahmen der brennenden Twin Towers vom 11. September 2001 zu sehen.

Explosionsszene an einem Hochhaus mit eingeblendetem Tweets und 'Old Footage'-Hinweis.
Legende: EBU Spotlight

In einigen Beiträgen wird sogar das Gerücht verbreitet, dass der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu getötet worden sei – dies obwohl er seither mehrfach öffentlich aufgetreten ist. In anderen Beiträgen wird spekuliert, Itamar Ben-Gvir sei bei einem Autounfall ums Leben gekommen. Ein entsprechendes Video erreichte 1.3 Millionen Aufrufe.

Social-Media-Beitrag zeigt Tweet mit Breaking-News und 'Kein Beweis'-Kennzeichnung.
Legende: EBU Spotlight

Die Meldung enthält ein Körnchen von Wahrheit – Ben Gvir war im Jahr 2024 tatsächlich in einen Autounfall verwickelt. Der Minister reagierte auf die anhaltenden Falschmeldungen am 10. März mit einem kurzen Eintrag auf X - wo er nur schrieb «Ich bin am Leben.»

Brände in Tel Aviv? Videos entpuppen sich als Fälschungen

Neben Personalfalschmeldungen zirkulieren auch Aufnahmen angeblicher Brände in Israel. Ein Video eines gigantischen Flammenmeers in einem Strassenzug, das einen «Feuerwehreinsatz in Tel Aviv nach iranischen Raketenangriffen» zeigen soll, zeigte tatsächlich einen Brand im schottischen Glasgow vom 8. März.

Bild von Gebäudebrand bei Nacht, ovales Fenster und Fehletikettierung im Vordergrund.
Legende: EBU Spotlight

In einem auf der Plattform X geteilten Beitrag vom Morgen des 10. März heisst es: «Heute Abend sind Hunderte Raketen auf Tel Aviv niedergegangen. Es steht in Flammen und Israel droht mit fünf Jahren Haft für die Veröffentlichung dieser Aufnahmen.» Tatsächlich zirkulierten dies Aufnahmen bereits vor dem Krieg – sie waren auf einem auf Instagram publizierten Clip vom 31. Januar zu sehen.

Screenshots von Social-Media-Posts mit Feuerbild und 'MISCAPTIONED'-Hinweis.
Legende: EBU Spotlight

Nach zwei Wochen gegenseitigem Beschuss dürfte der Krieg in eine neue Phase treten. Angaben zu grossflächiger Zerstörung von beiden Seiten müssen weiterhin besonders gründlich geprüft werden.

Das ergaben die Spotlight-Recherchen

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Lesen Sie mehr in der passenden Spotlight-Recherche vom 11. März 2026. (Eurovision News Spotlight)

Echo der Zeit, 12.03.26, 18 Uhr

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