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Verhandlungen ohne Einigung Trump steckt in der Iran-Sackgasse

21 Stunden haben US-Vizepräsident JD Vance und der iranische Parlamentspräsident Mohammend Bagher Ghalibaf in Islamabad verhandelt, bis tief in die sonntägliche Nacht. Am Ende werfen sich beide Seiten gegenseitig dasselbe vor: dass die andere Partei maximalistische und somit unrealistische Forderungen habe.

Das war voraussehbar, denn zwischen der amerikanischen und der iranischen Position gab es im Vorfeld keinerlei Überschneidung. Doch das Scheitern der Gespräche zeigt: Trump steckt in seinem Irankrieg in einer Sackgasse.

Trumps Optionen

Der US-Präsident hat nun vornehmlich drei Optionen, die allesamt wenig erfolgversprechend sind. Natürlich kann erwartet werden, dass Trump nun wieder auf seinem sozialen Netzwerk in Grossbuchstaben Drohungen ausstösst wie vergangene Woche, als er drohte, die iranische Zivilisation auszulöschen.

Doch eine Rückkehr zu militärischer Eskalation wird kaum die von der US-Regierung gewünschten Resultate hervorbringen. Iran hat bislang gezeigt, dass es die Schläge trotz hoher Kosten absorbieren und den Konflikt seinerseits auf für die USA und die gesamte Welt schmerzhafte Gebiete ausweiten kann.

Verhandlungen oder einseitiges Kriegsende

Eine baldige weitere Verhandlungsrunde wiederum dürfte kaum ein anderes Ergebnis hervorbringen als dasjenige von letzter Nacht, mit einem Iran, der nicht bereit ist einzulenken, und einer US-Regierung, die nicht bereit ist, von ihren Forderungen abzurücken.

Und ein einseitiges Kriegsende ohne eine Vereinbarung wäre nur ein vorübergehendes Ende, bei dem die nächste Eskalation nur eine Frage der (nahen) Zeit wäre.

Falsche Grundannahme

Der Grund für diese strategische Sackgasse, in der US-Präsident Trump steckt, liegt in der falschen Grundannahme der US-Regierung, dass das iranische Regime mit Luftangriffen gestürzt, und eine neue, den US-Forderungen gegenüber folgsamere Regierung herbeigebombt werden könne. Doch die Iraner traten in Islamabad mit dem Gefühl an den Verhandlungstisch, erfolgreich Widerstand geleistet zu haben, und vor allem, die Zeit auf ihrer Seite zu haben.

Donald Trump hingegen läuft die Zeit davon. Und er ist gefangen in einer Eskalationsfalle, aus der er bislang nicht herausfindet.

Pascal Weber

USA-Korrespondent

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Pascal Weber arbeitet seit 1999 für SRF. Er studierte Politikwissenschaft, Geschichte und Völkerrecht an der Universität Zürich (Lizentiat). Von 2010 bis 2021 war er SRF‑Nahostkorrespondent und lebte über elf Jahre in Tel Aviv, Kairo und Beirut – unter anderem während des Arabischen Frühlings, des Syrienkriegs und des US‑Abzugs aus Afghanistan. Er hat zwei Bücher veröffentlicht und arbeitet heute als USA‑Korrespondent in Washington.

SRF 4 News, 14.04.2026, 07:00

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