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Schlimme Umweltkatastrophe in der russischen Arktis
Aus Rendez-vous vom 05.06.2020.
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Naturkatastrophe in Russland Riesige Verschmutzung nach Dieselausfluss

Der Klimawandel und untätige Behörden werden verantwortlich gemacht. Doch Putin selbst hätte es auch verhindern können.

Befürchtete Umweltkatastrophe in der Arktis: 20'000 Tonnen Diesel sind aus einem Tank eines Kraftwerks in der russischen Industriestadt Norilsk ausgelaufen. Das Kraftwerk wird vom Nickelhersteller Nornickel betrieben. «Das Ausmass der Verschmutzung ist sehr gross», sagt David Nauer, SRF-Russland-Korrespondent. Die Flüsse Daldykan und Ambarnaja sind verschmutzt. «Die Umweltschützer sagen, eine so grosse Verschmutzung habe es im Norden Russlands noch nie gegeben.» Laut Greenpeace werde es Jahrzehnte dauern, bis sich die Natur davon erholt habe.

Aufräumarbeiten sind in Gange: «Auf den Flüssen wurden Ölsperren eingerichtet und mehrere Hundert Helfer sind in die Region gebracht worden», sagt Nauer. Die Ölsperren sollen verhindern, dass noch mehr Diesel in die Karasee, die ein Teil des Grossen Arktischen Schutzgebietes ist, fliesst. In zwei Wochen sei alles wieder aufgeräumt, behaupten die Behörden von Norilsk. Doch der Korrespondent merkt an, dass zurzeit erst 200 Tonnen von den 20'000 Tonnen Dieselöl entsorgt seien.

Ursache des Unglücks: Die Betreiber des Kraftwerks machen die Klimaerwärmung für den Unfall verantwortlich. Da der Permafrost auftaue, sei ein Stützpfeiler des Tanks abgesunken. Diese Erklärung hält Nauer für plausibel. Im Norden Russlands stürzten immer wieder Gebäude ein, weil der Permafrost auftaut. «Das Problem ist aber, dass bei diesem ganzen Öllager so gut wie keine Sicherheitsbauten vorhanden waren. Es gab kein Rückhaltebecken.» So gesehen sei nicht nur die Klimaerwärmung verantwortlich, sondern auch die Menschen.

Einreise nach Norilsk ist verboten: Ausländern ist die Einreise in die Industriestadt nur mit einer Sondergenehmigung erlaubt, aber das war schon vor dem Dieselunglück so. Die Stadt liegt über dem Polarkreis. «Das ganze Gebiet ist eine Sonderzone, vor allem wegen seiner Grenznähe. Da brauchen Ausländer eine Spezialbewilligung», sagt der Korrespondent. Diese Regelung stamme noch aus der Sowjetzeit und sei einfach beibehalten worden.

Putin ist ungehalten: Der russische Staatspräsident Wladimir Putin habe den Gouverneur des Gebiets zusammengestaucht, vor allem auch, weil die Behörden vor Ort versucht hätten, das Unglück zu vertuschen. Putin hat den nationalen Notstand ausgerufen. «Doch diese Standpauke ist auch als politische Show zu sehen, denn Putin ist seit zwanzig Jahren an der Macht», sagt Nauer. Er hätte längst genug Zeit gehabt, griffige Umweltgesetze zu erlassen.

Video
Sibirien: Millionen Liter Diesel fliessen in arktisches Ökosystem
Aus 10vor10 vom 04.06.2020.
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19 Kommentare

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  • Kommentar von Daniel Meier  (Danimeier)
    Also wenn 20'000 Liter Diesel als riesige Menge betitelt wird, wie war der Titel dann bei Deepwater Horizon? Dort waren es Millionen Liter Öl. Aber da es sich um GB und BP gehandelt hat, war der Aufschrei natürlich nicht so gross wie jetzt bei den bösen Russen.
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    1. Antwort von SRF News (SRF)
      Es handelt sich um 20'000 Tonnen Diesel, nicht Liter - wir haben diese frühere fehlerhafte Angabe am Freitag korrigiert.
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  • Kommentar von Peter König  (Vignareale)
    Welch günstige Gelegenheit einmal wieder Putin die Schuld zu geben. Seid doch froh darüber. Wartet nur bis unsere Verbindungswege durch
    aufgetautes Permafrostfels verschüttet und unbrauchbar sind, dann
    wie der zuständige BR haftbar gemacht. Schuldige sind
    Immer schnell gefunden, aber brauchbare Vorschläge
    fehlen meist.
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  • Kommentar von Hanspeter Flueckiger  (Hpf)
    Wo bleiben die Demos von WWF, Greenpeace und der sonst immer so lautstarken, "besorgten Zivilgesellschaft ("Klimajugend" und deren Helfershelfer). Schweigen!!! Man stelle sich vor, die Kathastrophe wäre in den USA oder Brasilien geschehen. Aber hier fehlen die Sonderkorrespondenten. Wenn wunderts, schliesslich geschah es im Nachfolgestaat der UdSSR, der geistigen Heimat all der "Betroffenen".
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