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Kampfflugzeug Typ F-35A: Wie hoch sind die Kosten wirklich?
Aus Rendez-vous vom 20.08.2021.
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Neue Schweizer Kampfjets Nach F-35-Entscheid: Applaus, aber auch Warnungen aus den USA

Der F-35A biete den höchsten Nutzen bei tiefsten Kosten, so der Bundesrat. Doch ein Bericht des unabhängigen US-Rechnungshofs warnt vor hohen Zusatzkosten. Wer hat recht?

Der Bundesrat habe die Kosten richtig berechnet, sagt der Militärexperte John Venable vom konservativen Thinktank Heritage Foundation. Denn der F-35A-Kampfjet sei weit billiger und weit fähiger als alle anderen Mitbewerber auf dem Markt.

Lockheed Martin habe den Stückpreis seit Produktionsbeginn dramatisch gesenkt, auf knapp 80 Millionen Dollar im Jahr 2022, so Venable. Und auch die Betriebskosten seien am Sinken. Wie der Bundesrat streicht er heraus, dass das Simulationstraining es möglich mache, die Flugstunden zu reduzieren.

Aber leider seien militärische Beschaffungen in Washington eine politische Angelegenheit, und angeblich eskalierende Kosten seien ein wunderbares Mittel, um Zweifel zu streuen, sagt Venable. Es seien die Konkurrenzunternehmen, die diese Steine wärfen – wie etwa Lobbyisten von Boeing, die im Verteidigungsdepartement und im Kongress gute Beziehungen pflegten. Deshalb laufe die F-35A-Kontroverse im US-Kongress derzeit heiss.

Abgeordnete versuchen, Kosten zu drücken

Im April warnte der unabhängige US-Rechnungshof davor, dass die steigenden Unterhaltskosten für den F-35A-Kampfjet für das US-Verteidigungsbudget untragbar seien. Darauf platzte einigen Abgeordneten im US-Kongress der Kragen. Zum Beispiel dem Demokraten John Garamendi. Er versuche, seinen Ärger im Zaum zu halten angesichts dessen, dass das Programm das Budget sprenge.

Legende: Der demokratische Abgeordnete John Garamendi (links) ärgert sich über die Kosten. Reuters

Garamendi und andere Kongressabgeordnete versuchen nun, das F-35A-System zu kürzen. In den USA finde man gerade heraus, wie teuer dieser Kampfjet wirklich sei, sagt Militärexperte Dan Grazier von der unabhängigen Aufsichtsorganisation Pogo. Lockheed Martin habe nun zwar den Stückpreis gesenkt, stelle dafür aber sogenannte Modernisierungen und Upgrades extra in Rechnung.

Anderes Flugverhalten als bei der Simulation

Auch die Flugstundenkosten seien bisher nicht massgeblich gesunken. Das seien nur Versprechungen und er hoffe, die Schweizer Kundschaft sei sich dessen bewusst, so Grazier. Auch das Argument, das Simulationstraining sei kostensparend, hält er für aufgeblasen und sogar für gefährlich. Ein F-35A-Kampfjet sei im Mai 2020 in Florida abgestürzt, unter anderem, weil er sich in der Luft anders verhalten habe als im Simulator.

Wäre er ein Schweizer Bürger, so Grazier von Pogo, dann würde ihn vor allem eines beschäftigen: Wenn man das F-35-System kauft, stehe man im Wettbewerb mit all den anderen Ländern, die den Jet haben. Da sei man schnell am Ende der logistischen Kette. Auch in den USA gebe es Probleme mit dem Nachschub von Ersatzteilen. Im Moment seien zum Beispiel die Motoren knapp, sagt Grazier.

Der Schweizer Kauf des F-35A-Kampfflugzeugs gibt in Washington zu reden. Die einen warnen und die anderen applaudieren. Aber beide Seiten wünschen der Schweiz Glück mit dem US-amerikanischen Wunderjet.

Text der die Postergrafik beschreibt

Rendez-vous, 20.08.2021, 12:30 Uhr

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30 Kommentare

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  • Kommentar von vonschallen adolf  (Avonschallen)
    Wenn es dann schon sein muss, ist es egal welchen Flieger wir kaufen. Einen Nutzen für die Sicherheit bringt keiner etwas. Zu was soll er eigentlich eingesetzt werden?
    1. Antwort von Franz Heeb  (fheeb)
      In Friedenszeiten können wir neben dem Eindringling herfliegen, sofern er nicht schneller ist.
  • Kommentar von Dorian Grey  (Dorian Grey)
    Auf nur einen Lieferanten zu setzen ist falsch. Ich verstehe nicht, warum man die Flotte nicht mischt, Erfahrung sammelt und je nach Situation am besten und kostengünsten nachrüsten kann. Das kann ja nicht so schwer sein, einen Jet von anderen Anbietern gleich mitzuwarten. Ausserdem hat man für künftige Bestellungen Erfahrungswerte und muss sich nicht auf fremde Angaben verlassen.
  • Kommentar von Fritz Meier  (FriMe)
    Ich bin klar für einen 5. Generationen-Jet. Da die CH ohnehin für diese Welt selten militärische Verantwortung übernimmt, soll sie wenigstens keine Verteidigungs-Lücke am europ. Himmel bilden.
    Kein Mensch kauft heute ein Auto mit Baujahr 1991, welches dann "aufgemotzt" nochmals 30 Jahre fahren soll.
    Übrigens: Auch NO, NL u. DK fliegen diesen Typ: "Aviatik-Experten seien überrascht, wie gut sich die Maschine seit dem Frühjahr 2020 an der langen norweg. Küste bewähre..." (SRF v. 01.07.2021).
    1. Antwort von Franz Heeb  (fheeb)
      Wieso machen wir dann nicht ein Verdteidigungsbüdnis mit unsern Nachbarstaaten ? Das wäre doch konsequent.
    2. Antwort von Christian Dubois  (facepalm)
      Herr Meier, in der Schweiz gibt es leider keine LANGE norwegische Küste.

      Also ist diese Aussage für uns wohl nicht wirklich relevant – wir bräuchten, wenn schon, für unser kleines Land definitiv ein anderes Steig-, Beschleunigungs- und Manövrierverhalten.