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Neue US-Sanktionen gegen Iran Rohani wirft USA «psychologische Kriegsführung» vor

Legende: Video US-Sanktionen gegen den Iran abspielen. Laufzeit 00:54 Minuten.
Aus SRF News vom 07.08.2018.
  • Irans Präsident Hassan Rohani reagiert scharf auf die neuen US-Sanktionen gegen sein Land.
  • Die Kombination aus Sanktionen und gleichzeitigem Verhandlungsangebot von US-Präsident Trump bezeichnet Rohani als «unsinnig».
  • Trump müsse nach dem Vertragsbruch zuerst beweisen, dass man ihm trauen könne, sagt Rohani.

«Sie wollen einen psychologischen Krieg gegen die iranische Nation führen und das Volk spalten», sagte Rohani in einem Fernsehinterview. Trump hatte im Mai den Ausstieg der USA aus dem internationalen Atomabkommen mit dem Iran angekündigt und neue Strafmassnahmen gegen die islamische Republik beschlossen. Zugleich forderte er Verhandlungen über ein erweitertes Atomabkommen.

Iran hält an Atomabkommen fest

Am Montag erneuerte Trump diese Forderung. Er forderte andere Länder auf, sich mit den USA in dem Streben nach einem solchen Abkommen zusammenzuschliessen. «Verhandlungen mit Sanktionen zu verknüpfen ist unsinnig», sagte Rohani in dem Fernsehinterview. «Sie verhängen Sanktionen gegen iranische Kinder, gegen Kranke und gegen die Nation.»

Mehrere Konzerne ziehen sich aus Iran zurück

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Die am Dienstag in Kraft tretenden Sanktionen richten sich gegen Irans Zugang zu US-Banknoten, den Automobilsektor und den Export von Metallen, Agrarprodukten und Teppichen. Der zweite Teil der Sanktionen soll am 5. November in Kraft treten. Dann ist unter anderem der Ölsektor die Zielscheibe.

Allein in Erwartung der Sanktionen brach die iranische Landeswährung ein. Die US-Sanktionen richten sich auch gegen Unternehmen aus Drittländern, die Geschäfte mit dem Iran machen. Mehrere Konzerne wie Total, Peugeot und Renault, die nach dem Abkommen in den Iran zurückgekehrt waren, haben daher bereits ihren Rückzug verkündet.

Der Iran will nach Angaben Rohanis trotz der US-Sanktionen am Atomabkommen festhalten. «Wir werden trotz der Sanktionen der Welt zeigen, dass wir unser Wort halten und uns an internationale Verträge halten», sagte er dem staatlichen Fernsehsender IRIB weiter. Die Sanktionen werde das Land mit Solidarität und Einheit innerhalb der politischen Führung und im Volk bewältigen.

Gespräche mit den USA schloss Rohani zwar nicht völlig aus, doch Trump müsse nach dem Vertragsbruch zuerst beweisen, dass man ihm trauen könne. Als alternative Kanäle für Irans Öl- und Finanzgeschäfte stütze sich Rohani auf China und Russland. Die iranische Zentralbank lockerte die Bestimmungen für Wechselstuben in der Hoffnung, so trotz amerikanischer Strafmassnahmen dringend benötigte Devisen ins Land zu bringen.

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42 Kommentare

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  • Kommentar von A. Keller (eyko)
    US-Sanktionen! Das Sanktions-Diktat der USA ist nicht neu. Die EU-Staaten und die Schweiz haben sich US-Gesetzen meist ohne zu murren unterworfen. Warum nur? Diese akzeptieren, dass einige US-Gesetze und -Erlasse «extraterritorial» gelten, also auch in der EU und in der Schweiz. Diese fordern nicht einmal ein Gegenrecht. Wenn die Regierungen der EU oder der Schweizer Bundesrat verkünden, sie würden sich bestimmten Sanktionen nicht anschliessen, streuen sie der Öffentlichkeit Sand in die Augen.
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  • Kommentar von A. Keller (eyko)
    Die USA sollten das klare politische Signal erhalten, dass sich Europa nicht so einfach amerikanischen Alleingängen unterwirft. Die USA haben viel Porzellan zerschlagen. Mit ihren Sanktionen will Trump grösstmöglichen Druck auf Teheran ausüben. Das ist eine riskante und gefährliche Politik. Der Iran sollte sich aus allen Konflikten in der in der Nachbarschaft zurückziehen.
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  • Kommentar von A. Keller (eyko)
    Geschäfte deutscher Firmen mit dem Iran würden von der Regierung weiterhin finanziell abgesichert, teilte das deutsche Wirtschaftsministerium am Montag mit. Die EU will sich zudem dafür einsetzen, dass die Islamische Republik auch über Oktober hinaus Erdöl exportieren kann. Die USA wollen das verhindern und haben Ländern Strafen angedroht, die sich nicht daran halten. Der Iran wappnet sich unterdessen gegen die bevorstehenden US-Massnahmen und ihre Folgen für Wirtschaft und Bevölkerung.
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    1. Antwort von Hans Haller (panasawan)
      Also wenn ich Deutscher wäre, würde ich mich gerade speziell als Deutscher gegenüber dem Iran sehr zurückhalten und mich da generell nicht einschalten. Das kommt nicht gut raus gerade speziell für Deutschland.
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