Zum Inhalt springen
Inhalt

US-Sanktionen gegen Iran Neue Nackenschläge gegen Teheran

Legende: Audio Rohani gerät immer stärker unter Druck abspielen. Laufzeit 01:40 Minuten.
01:40 min, aus HeuteMorgen vom 06.08.2018.
  • Mit neuen Sanktionen gegen Iran wollen die USA offenbar das Regime in Teheran zu Fall bringen.
  • In der iranischen Bevölkerung mehren sich bereits die Proteste gegen den sich abzeichnenden Niedergang der Wirtschaft.
  • Eine zweite Tranche der Strafmassnahmen hat Washington bereits in der Pipeline. Sie sollen ab November greifen.

Das iranische Regime solle mit den Sanktionen zu Verhandlungen über einen neuen Atomvertrag gezwungen werden, der viel schärfer formuliert wäre. So die offizielle Linie aus Washington.

Hintergedanken der USA

Doch Vertreter der Regierung Trump haben in den letzten Wochen wiederholt durchblicken lassen, dass sie im Grunde den Sturz des islamistischen Regimes anstreben. Oder zumindest einen radikalen Kurswechsel.

Das Mullah-Regime in Teheran hat in den letzten Jahren direkt oder via verbündete schiitische Milizen wachsenden Einfluss in der Region gewonnen. Dies missfällt den sunnitisch geprägten Nachbarstaaten, aber auch Israel.

Erwartet wird, dass die amerikanische Regierung ab heute Mitternacht Washingtoner Zeit Geschäfte mit Dollar, Gold und anderen Edelmetallen verbietet. Diese erste Tranche von Sanktionen dürfte ausserdem Industrie- und Handelsgüter betreffen, vom Automobilsektor bis hin zu Perserteppichen.

pompeo
Legende: Die Führung in Teheran habe versagt, erklärte US-Aussenminister Pompeo in der Nacht. Keystone

Protestwelle im Land schwillt weiter an

Die iranische Führung habe versagt. Die Menschen seien unzufrieden, argumentierte US-Aussenminister Pompeo letzte Nacht, als er die Rückkehr zum Sanktionsregime bekräftigte. Tatsächlich mehren sich in den letzten Wochen die Meldungen über Protestkundgebungen in verschiedenen Städten Irans. Die Dimension dieses Protests ist allerdings schwer abzuschätzen.

Sicher ist nur: Die Krise trifft die Bevölkerung schwer. Allein die Ankündigung von Sanktionen war ein Schlag für die iranische Wirtschaft. Die Landeswährung verlor in wenigen Monaten die Hälfte ihres Wertes.

Revolutionsgarden als Profiteure

Experten erwarten, dass regimenahe Eliten die Sanktionen für Umgehungsgeschäfte nutzen werden. Insbesondere die sogenannten Revolutionsgarden, die den Hardlinern im iranischen Regime nahestehen, könnten profitieren, wird spekuliert.

In einer zweiten Tranche will Washington ab November die Sanktionen gegen Iran auf den gesamten Ölhandel und alle Transaktionen mit der iranischen Zentralbank ausdehnen.

Bleiben Sie fair

Liebe Kommentarschreiber, bitte bleiben Sie beim Thema. Verzichten Sie auf persönliche Angriffe und halten Sie sich an die Netiquette.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

36 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Stefan von Känel (Trottel der feinen Gesellschaft)
    Die IAEA hat immer wieder bestätigt, dass sich Iran an alle Bedingungen des Abkommens gehalten hat. Trump ist die willige Marionette der Neocons und Aipac, von welchen die Iraner als Terroristen betitelt werden, während mit den Wahhabiten aus KSA ein Kuschelkurs gefahren wird. Das ist widersinnig und unverantwortlich. Diese Sanktionen sind nur dazu geeignet, die Lage so weit eskalieren zu lassen bis es knallt. Spätestens wenn Iran die Strasse von Hormus schliesst ist Schluss mit Frieden.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von max baumann (phönix)
    Es ist eindeutig : die USA wollen den Iran genau wie damals den Irak in einen Krieg zwingen. Es geht nur um das Öl !!!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Alex Volkart (Lex18)
    Sanktionen schaden in erster Linie immer der unschuldigen Bevölkerung und nicht deren Regierungen. Auch ist Herr Trump nicht glaubwürdig wenn er die gleichen Sanktionen nicht auch gegen die Türkei und Saudi-Arabien durchführt, denn diese Ländern schaden der Region deutlich mehr als der Iran.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen