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UNO-Flüchtlingsbericht zeichnet katastrophales Bild
Aus Tagesschau vom 18.06.2020.
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Neuer Rekord Fast 80 Millionen Menschen sind weltweit auf der Flucht

  • Die Zahl der Menschen auf der Flucht steigt weltweit immer weiter.
  • Ende vergangenen Jahres war rund ein Prozent der Weltbevölkerung wegen Kriegen, Gewalt, Konflikten oder Angst vor Verfolgung aus ihrer Heimat vertrieben.
  • Insgesamt waren 79.5 Millionen Menschen auf der Flucht, wie das UN-Flüchtlingskommissariat (UNHCR) in seinem Bericht zum Weltflüchtlingstag vom Wochenende mitteilte.
  • Die Coronakrise und damit verbundene Armut betroffener Bevölkerungen dürfte die Flucht Richtung Europa verstärken, sagte UNHCR-Chef Filippo Grandi in Genf.

Die Zahl von fast 80 Millionen Menschen ist ein neuer Rekord in der fast 70-jährigen Geschichte des UNHCR. Sie hat sich in neun Jahren, zwischen 2010 mit gut 40 Millionen und 2019, fast verdoppelt. Der neue Anstieg ist mit fast neun Millionen oder gut zwölf Prozent ist rasant.

Das liegt aber auch daran, dass das UNHCR Venezolaner, die vor der Misere im eigenen Land geflohen sind, erstmals in einer neuen Kategorie zählte. Die 3.6 Millionen Venezolaner, die seit 2015 überwiegend in Nachbarländer flüchteten, haben zwar grösstenteils keinen Flüchtlingsstatus beantragt. Sie brauchen aber nach UNHCR-Angaben trotzdem Schutz und dürften zum Beispiel nicht abgeschoben werden.

Mehr Flüchtlinge im eigenen Land

Aber auch ohne die Venezolaner waren mehr Menschen auf der Flucht als ein Jahr zuvor. Die Zahl der Flüchtlinge ausserhalb des eigenen Landes blieb mit 26 Millionen zwar praktisch konstant. Aber die Zahl der im eigenen Land Vertriebenen stieg von 41.3 Millionen Ende 2018 auf 45.7 Millionen.

Auch die Zahl der Asylsuchenden stieg von 3.5 auf 4.2 Millionen. Weil darunter auch Migranten sind, die letztlich nicht als Flüchtlinge anerkannt werden, listet das UNHCR sie gesondert auf.

Coronakrise verschärft die Situation

Filipo Grandi sieht vor allem die Arbeitsplatzverluste durch die Coronakrise als Treiber weiterer Flucht und Migration: «Ich habe keinen Zweifel, dass die wachsende Armut und der Mangel an Lösungen sowie die Fortsetzung von Konflikten zu mehr Bevölkerungsbewegungen führen wird, in den Regionen und darüber hinaus, nach Europa etwa.»

Schuld am Mangel von Lösungen seien auch Länder, die eigene Interessen in Konfliktgebieten verfolgten und Konfliktlösungen behinderten. Während in den 90er-Jahren im Durchschnitt jedes Jahr 1.5 Millionen Flüchtlinge in ihre Heimat zurückkehrten, waren es in den vergangenen zehn Jahren im Schnitt weniger als 400'000 im Jahr.

SRF4 News, 18.06.2020, 07:00 Uhr;

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17 Kommentare

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  • Kommentar von Bruno Müller  (Krötenprinz)
    Die Flüchtlings- und Migrantenströme sind unaufhaltsam und werden immer grösser. Krieg, Armut und wirtschaftl. Misere sind Ursachen, die immer genannt werden. Unerwähnt bleibt stets die extrem hohe Geburtenrate in den Herkunftsländern. Wie können Eltern Kinder zur Welt bringen, die Hunger und Durst leiden, die keine med. Versorgung haben, genötigt in Armut aufwachsen und keine Arbeit finden werden.Diese schutzlosen Kinder werden als Migranten geboren und ihrem Schicksal überlassen. Eine Schande!
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    1. Antwort von Kurt Looser  (Dremel)
      Ein ganz natürlicher Effekt, den wir vor unserem großen Wohlstand auch kannten. Ohne soziale Absicherung werden Kinder gezeugt damit diese später die Familie versorgen. Die Menschen sind sich auch im klaren, dass nicht alle Kinder überleben werden.
      Ein Großteil der Weltbevölkerung lebt nicht so wohlbehütet wie wir. Auch wenn der einzelne Bürger das nicht möchte, so wissen doch alle irgendwie, dass wir dank deren Billigarbeit unseren Saus und Braus genießen.
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  • Kommentar von Ueli von Känel  (uvk)
    Mich macht es traurig, dass hier wie in anderen Kolumnen - vor allem auch in jener von gestern oder vorgestern mit den 11,25 Mia Fr. für die internationale Entwicklungszusammenarbeit - einem wenig Grossherzigkeit und Wille für die IZA entgegenströmt. Wo sind wir als Gesellschaft gelandet - in der Schweiz, die mit Henri Dunant einer der grossen Menschenrechtler hervorgebracht hat. Denn: Alle Menschen haben ein Recht auf Nahrung. Niemand ist mehr wert als andere und umgekehrt.
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    1. Antwort von Walter Matzler  (wmatz)
      Ein erheblicher Teil der Flüchtlingsströme sind auf kriegerische Handlungen, religiöse oder ethnische Auseinandersetzungen, Stammesfehden und weiteren Ereignissen, die wir - Sie und ich - nicht beeinflussen können. Ob die Schweiz nun etwas mehr oder weniger zur Linderung beiträgt, es bleibt ein Tropfen auf dem heissen Stein. Das ist die Realität.
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    2. Antwort von Kurt Looser  (Dremel)
      @ Matzler Kriege finden fast ausschließlich in Ländern mit Rohstoffen statt, an die der Westen ran möchte und die Regierungen nicht so spuren wie sie sollten. Wenn sie sich die Länder anschauen, werden sie neben Öl, Piplineprojekte der falschen Seite und neuerdings Rohstoffe wie Lithium und Kobalt finden. Wir sind sehr wohl beteiligt, nur redet sich jeder ein er wüsste nichts davon.
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  • Kommentar von Stefan Gisler  (Stefan Gisler)
    Wir die sogenannten fortschrittlichen Länder beuten, Länder in Afrika, Südamerika und Asien seit Jahrhunderten aus. Unser Fortschritt / Wohlstand geht auf Kosten vieler anderer Länder. Unsere Konsumwelt, Sucht ist ein Auslöser dafür. Um unseren Wohlstand zu erhalten beuten wir aus, importieren Soja, Mineralien, billige Kleider etc. Dass es den Leuten schlecht geht ist der Politik in Europa/USA der letzten 200 Jahre geschuldet. Es wird Zeit das einzusehen. Wir sind schuldig im Sinne der Anklage.
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