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Neuer Ton im Pentagon Wie der US-Verteidigungsminister über den Iran-Krieg spricht

Der Ton von Pete Hegseth ist martialisch. Er propagiert das, was er den «Krieger-Ethos» nennt.

So wie Pete Hegseth hat wohl noch kein US-Verteidigungsminister gesprochen. Seine angriffige Sprache fällt auf. «Das sollte nie ein fairer Kampf sein und ist es auch nicht. Wir schlagen sie, während sie am Boden sind, exakt so, wie es sein sollte», sagte er auf einer seiner Medienkonferenzen zu den US-Militärschlägen gegen den Iran.

Zum versenkten iranischen Kriegsschiff sagte er: «Es dachte, es sei in internationalen Gewässern sicher. Stattdessen wurde es von einem Torpedo versenkt. Stiller Tod.» Für die Feinde gebe es «kein Pardon und keine Gnade».

Mann in Anzug sprich vor US-Flagge an einem Podium. Er gestikuliert stark und hat einen starken Gesichtsausdruck.
Legende: «Das Regime, das ‹Tod den USA und Israel› skandierte, bekam Tod durch die USA und Israel geschenkt», sagte US-Verteidigungsminister Pete Hegseth auf einer seiner Medienkonferenzen. REUTERS/Elizabeth Frantz

Ein Krieg ohne Gnade für den Feind ist illegal. Selbst wenn es nur Rhetorik sein sollte, scheint Hegseth, ein Veteran des Irak-Krieges, die Regeln der Kriegsführung generell geringzuschätzen. Schon vor seiner Zeit im Pentagon kritisierte er das angeblich verweichlichte «woke» Militär und «dämliche Einsatzregeln», die US-Soldaten im Kampf zurückhalten würden.

Im Gegensatz zu so vielen unserer traditionellen Verbündeten, die sich entrüstet geben, wenn es um Gewaltanwendung geht, entfesseln die USA die tödlichste Luftkampagne der Geschichte.
Autor: Pete Hegseth US-Verteidigungsminister

In Trumps erster Amtszeit wirkte Hegseth auf den Präsidenten ein, um ihn davon zu überzeugen, Militärangehörige zu begnadigen, denen Kriegsverbrechen vorgeworfen wurden oder die bereits dafür verurteilt worden waren. Hegseth scheint Geringschätzung dafür zu zeigen, was die internationale Gemeinschaft denkt, wenn er erklärt, die USA würden im Iran die «tödlichste Luftkampagne der Geschichte» führen, ungeachtet der «traditionellen Verbündeten», die sich empört zeigten, oder von dem, was «sogenannte internationalen Institutionen» zu sagen hätten.

Zu alledem passt, wie auch das Weisse Haus mit diesem Krieg umgeht. Auf den offiziellen Social-Media-Kanälen häufen sich Videos von Luftschlägen, manchmal zusammengeschnitten mit Szenen aus Videospielen, Filmen und TV-Serien.

Einsilbig bleibt Hegseth, wenn es um einen Angriff auf eine iranische Mädchenschule geht, bei dem gemäss Amnesty International 168 Menschen ums Leben kamen, viele davon Kinder. Fast sicher trafen US-Marschflugkörper die Schule. Er wolle das Resultat einer Untersuchung abwarten, so Hegseth.

Die iranische Blockade der wichtigen Strasse von Hormus spielt Hegseth herunter. «Sie greifen zu verzweifelten Mitteln. Damit gehen wir um. Man muss sich keine Sorgen machen.»

Männer in Anzügen und Uniform salutieren.
Legende: Unter Pete Hegseth wurde das US-Verteidigungsministerium in Kriegsministerium umbenannt. Auch das verdeutlicht Hegseths Gangart. REUTERS/Nathan Howard

Von Anfang an gab es grosse Zweifel an Hegseths Kompetenz. Doch der ehemalige Moderator des rechten Senders Fox News bringt mit, was Trump wichtig ist. Er wirkt gut im Fernsehen und er verbreitet genau wie Trump heftige Angriffe gegen Medien, die nicht in seinem Sinne über den Krieg berichten.

Berichte, wonach die Trump-Regierung die Folgen für die Strasse von Hormus unterschätzt habe, bezeichnet er als «offenkundig lächerlich». Die zuständige US-Kommunikationskommission, geleitet von einem Trump-Loyalisten, drohte bereits Fernsehsendern, die nicht im öffentlichen Interesse berichteten, würden ihre Sendelizenz verlieren.

Gebet für totalen Sieg seiner Krieger

Wahrscheinlich eine leere Drohung, aber Teil einer Druckkampagne, zu der auch Pete Hegseth gehört. Dieser trägt seine grauen Haare kunstvoll nach hinten gekämmt, eine kleine US-Flagge in der Brusttasche. Nicht zu sehen: Das grosse Kreuz, das auf seiner Brust tätowiert ist, und auf Lateinisch auf dem Arm: «Gott will es.» Ein Spruch, der mit den Kreuzzügen in Verbindung gebracht wird. Tatsächlich scheint ein christlicher Nationalismus durchzudrücken, wenn Hegseth für den totalen Sieg der Krieger betet. «Totaler Sieg über jene, die versuchen, ihnen Schaden zuzufügen.»

Echo der Zeit, 17.03.2026, 18:00 Uhr;stal

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