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Weisses Haus im Internet Krieg als Videospiel: US-Regierung irritiert erneut mit X-Post

  • In einem Video auf X mischt die US-Regierung Szenen aus einem Videospiel mit Aufnahmen aus dem Krieg im Iran.
  • Seit der Veröffentlichung vergangene Woche hat das Video für zahlreiche negative Reaktionen gesorgt.
  • Es ist nicht das erste Mal, dass die US-Regierung mit Ausschnitten aus Videospielen kommuniziert.

Das Video zeigt etwa eine Spielfigur, die einen Golfball abschlägt. Bei der Landung des Balls folgt der harte Schnitt auf die Szene eines US-Militärschlags auf eine iranische Anlage. Der Text «Hole in one» wird überblendet. Im Golfen bedeutet er das direkte Einlochen mit dem ersten Abschlag – er steht aber auch für einen Volltreffer.

Satellitenbild mit Text 'Hole in one', 'UNCLASSIFIED' in grün.
Legende: Die Textüberblendung «Hole in one» stammt aus einem Videospiel. Die Aufnahme des US-Luftschlags im Iran ist echt. Screenshot X/WhiteHouse

Das Motiv wiederholt sich mit anderen Game-Schnipseln: Ein Baseballspieler trifft einen Ball, ein Basketballer macht einen Korb, und ein Bowling-Spieler wirft alle Kegel um. Dazwischen kommen Aufnahmen von echten Explosionen, welche die US-Armee verursacht hat. Unterlegt ist das Video mit leichter Musik.

Die Game-Szenen des Videos stammen aus Wii Sports von Nintendo, das eigentlich als familienfreundliches Spiel bekannt ist. In der Vergangenheit hat sich das Weisse Haus für Videos auch bei anderen Videospielen bedient, etwa bei Call of Duty oder GTA San Andreas.

unangemessen, kindisch und inakzeptabel
Autor: Paul Rieckhoff Gründer US-Veteranenorganisation IVA

Paul Rieckhoff, Gründer der US-Veteranenorganisation IVA, nannte auf X ein ähnliches Video Anfang März «unangemessen, kindisch und inakzeptabel». Auch zwei frühere US-Militärs zeigten sich gegenüber dem TV-Sender NBC News empört über die Social-Media-Beiträge der US-Regierung. «Das ist absolut respektlos gegenüber allen Beteiligten, einschliesslich der Iraner selbst, die sich im Krieg befinden, und respektlos gegenüber den Amerikanern, die ihr Leben riskiert haben.»

Trotz Empörung kommen die Videos bei US-Präsident Donald Trumps Anhängerschaft gut an. Das beobachtet auch USA-Kenner Thomas Jäger von der Universität Köln. Am Anfang sei der Iran-Krieg in der MAGA-Bewegung («Make America Great Again») völlig unbeliebt gewesen. «Durch seine Kommunikation hat er das gedreht. Inzwischen hat er in seiner Bewegung eine Zustimmung von fast 90 Prozent, während die Mehrheit der Amerikaner den Krieg ablehnt.»

SRF 4 News, 16.3.2026, 16:30 Uhr ; 

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