Zum Inhalt springen

Header

Inhalt

Nordkorea Kim Jong-un provoziert mit weiteren Raketentests

  • Nordkoreas Militär hat weitere mutmasslich ballistische Raketen von seiner Ostküste aus in Richtung Japanisches Meer abgefeuert.
  • Im Gegensatz zu Marschflugkörpern sind Nordkoreas Tests mit ballistischen Raketen per UNO-Resolution verboten.
  • Die Abschüsse folgten auf erst am letzten Wochenende durchgeführte Test mit Marschflugkörpern.
Audio
Archiv: Im März feuerte Nordkorea zwei Raketen in Richtung Japan
01:19 min, aus HeuteMorgen vom 25.03.2021.
abspielen. Laufzeit 01:19 Minuten.

Die ballistischen Raketen seien am frühen Mittwochnachmittag (Ortszeit) von Yangdok im nordkoreanischen Inland gestartet und dann etwa 800 Kilometer weit in Richtung Japanisches Meer (koreanisch: Ostmeer) geflogen. Dies teilte Südkoreas Generalstab mit. Im Gegensatz zu Marschflugkörpern verbieten UN-Resolutionen der selbst erklärten Atommacht Nordkorea die Erprobung ballistischer Raketen, die je nach Bauart auch atomare Sprengköpfe tragen können.

Über den Typ der Raketen und ihre Flugweite lagen zunächst keine Angaben vor. Zusammen mit US-Behörden werde der jüngste Raketentest durch Nordkorea analysiert, hiess es. Beim jetzigen Test erreichten die Raketen dem südkoreanischen Militär zufolge eine Flughöhe von bis zu 60 Kilometern. In Seoul wollte – wie üblich in solchen Fällen – der Nationale Sicherheitsrat über die Lage beraten.

Das bedroht den Frieden und die Sicherheit Japans sowie der Region.
Autor: Yoshihide Suga Ministerpräsident Japans

Auch Japan ging beim jüngsten nordkoreanischen Waffentest vom Start zweier ballistischer Raketen aus. Ministerpräsident Yoshihide Suga verurteilte den Test. Dieser bedrohe «den Frieden und die Sicherheit Japans sowie der Region». Die Raketen seien ausserhalb der «exklusiven Wirtschaftszone» Japans ins Meer gestürzt, berichtete die japanische Nachrichtenagentur Kyodo unter Berufung auf die Küstenwache.

Nichts Neues von Kim Jong-un

Der neuerliche Waffentest durch Nordkorea kam nach Meinung von Beobachtern nicht überraschend. Wie schon einige Monate zuvor erfolgten auch die jüngsten Waffentests nach einer gemeinsamen Militärübung der Streitkräfte der USA und Südkoreas. Die Kommandoübung, die Pjöngjang scharf kritisiert hatte, wurde nach neun Tagen am 26. August beendet. Im März hatte Nordkorea ebenfalls Marschflugkörper nach einer solchen Kommandoübung in Südkorea unternommen. Wenige Tage später folgte dann ein Test mit ballistischen Kurzstreckenraketen.

Auch dieses Mal gingen den ballistischen Raketen von heute am Wochenende Tests von Langstrecken-Marschflugkörpern voraus. Diese seien nach 1500 Kilometern wie geplant in die Hoheitsgewässer des Landes gestürzt, meldete die staatliche Nachrichtenagentur KCNA am Montag. Die USA, Japan und Südkorea hatten zwar den Einsatz der Marschflugkörper kritisiert, zeigten sich aber zu Abrüstungsverhandlungen mit dem kommunistischen Land weiterhin bereit.

Ballistische Geschosse und Marschflugkörper

Box aufklappen Box zuklappen
Legende: Eine ballistische nordkoreanische Rakete, abgefeuert im Juli 2017. Keystone

Eine ballistische Rakete ist in der Regel eine militärische Rakete, die ein Bodenziel erreicht. Dabei verläuft ihre Flugbahn nach den Gesetzen der Ballistik, also gleich wie eine in die Luft abgefeuerte Kugel. Bei nicht zu steilem Abschuss entspricht ihre Flugbahn einer klassischen Wurfparabel.

Ein Marschflugkörper ist ein ausschliesslich militärischer Lenkflugkörper, der bewegliche und unbewegliche Ziele am Boden und in der Luft erreicht. Der Marschflugkörper lenkt sich selbst ins Ziel und kann mit unterschiedlichen Sprengköpfen bestückt sein.

Die Regierung in Pjöngjang hat ihre Waffensysteme stetig weiterentwickelt, während die Gespräche über den Abbau ihres Nuklear- und Raketenprogramms im Gegenzug zur Aufhebung der US-Sanktionen seit 2019 ins Stocken geraten sind. Nach Schätzungen der amerikanischen Organisation Arms Control Association vom August 2020 lagern in Nordkorea 30 bis 40 Atomsprengköpfe. Nordkorea hat sich zwar offen für Verhandlungen gezeigt, sieht dafür bislang aber keine Grundlage, da die USA die Sanktionen nicht lockerten.

SRF4 News, 13.09.21, 07:00 Uhr;

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.
Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

2 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Andi Raschle  (aras)
    NK und KJU kommt mir manchmal vor wie Kinder in einem Sandkasten. Das eigene Volk nagt am Hungertuch. Als Schuldige werden die USA und der Westen an sich, durch die Staatspropaganda systematisch kultiviert. Kim sitzt im Sandkasten und wirft mit Steinen in die Umgebung. Was dabei wirklich herausspringen soll erschliesst sich wohl den wenigsten.
  • Kommentar von Bruno Hochuli  (Bruno Hochuli)
    Statt zu schauen, dass es der Bevölkerung besser geht, gibt die Regierung das Geld für Kriegsmaterial (Lenkwaffen usw.) aus. Wenn eine Hungersnot eintritt muss dann der Westen einspringen und die Menschen dort Retten. Was für eine Schizophrenie. Leider steht das Volk noch hinter ihren Führern, oder tut als ob. Zu Sagen haben sie sowieso nichts.