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Nordkorea Kim Jong-un testet neuartige Marschflugkörper

  • Nordkorea hat eigenen Angaben zufolge am Wochenende erfolgreich neuartige Marschflugkörper mit grosser Reichweite getestet.
  • Es handle sich um eine «strategische Waffe von grosser Bedeutung», berichten Staatsmedien.
  • Laut Beobachtern deutet die selbst erklärte Atommacht Nordkorea damit an, dass der neue Lenkflugkörper das Potenzial habe, Atomsprengköpfe zu befördern.
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Aus dem Archiv: Nordkorea reaktiviert Atomanlage Yongbyon
03:08 min, aus SRF 4 News aktuell vom 31.08.2021.
abspielen. Laufzeit 03:08 Minuten.

Südkorea bestätigte die Tests seines Nachbarlands zunächst nicht. Der südkoreanische Generalstab teilte mit, derzeit würden die Angaben in Zusammenarbeit mit den USA untersucht.

Raketentests: UNO hat Sanktionen verhängt

Nordkorea ist wegen seines Atomwaffenprogramms weitgehend isoliert. UNO-Resolutionen verbieten dem Land den Test von ballistischen Raketen, die je nach Bauart auch atomare Sprengköpfe tragen können.

Tests von Marschflugkörpern hingegen unterliegen diesen Sanktionen nicht. Anders als ballistische Raketen verfügen Marschflugkörper über einen permanenten eigenen Antrieb.

Ziele in 1500 Kilometern Entfernung getroffen

Getestet wurde der neue Typ nordkoreanischen Staatsmedien zufolge am Samstag und Sonntag. Die Lenkflugkörper seien gut zwei Stunden lang auf einer ovalen Flugbahn über dem Festland und den Gewässern in Nordkorea geflogen. Sie hätten ihre Ziele in 1500 Kilometer Entfernung getroffen.

Der Typ sei in zweijähriger Entwicklungsarbeit entstanden. Detaillierte Tests von Raketenteilen, eine Vielzahl von Triebwerkstests am Boden, Kontroll- und Lenkungstests seien dabei erfolgreich durchgeführt worden. Die Entwicklung sei «von strategischer Bedeutung für den Besitz eines weiteren effektiven Abschreckungsmittels, um zuverlässiger die Sicherheit des Staats zu garantieren und die Militärmanöver feindseliger Kräfte gegen die Volksrepublik in Schach zu halten», hiess es.

Manöver ist Reaktion auf US-Militärübung

Wie schon einige Monate zuvor erfolgten auch die jüngsten nordkoreanischen Waffentests nach einer gemeinsamen Militärübung der Streitkräfte der USA und Südkoreas. Die gemeinsame Kommandoübung, die von Pjöngjang kritisiert wurde, endete nach neun Tagen am 26. August. Im März hatte Nordkorea ebenfalls Marschflugkörpertests nach einer ähnlichen Kommandoübung in Südkorea unternommen.

Pjöngjang wirft den USA eine feindselige Politik vor. Die Verhandlungen der Vereinigten Staaten mit Nordkorea über sein Atomprogramm kommen seit gut zweieinhalb Jahren nicht mehr voran. Im Februar 2019 war ein Gipfeltreffen des früheren US-Präsidenten Donald Trump mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un in Vietnam gescheitert.

Bei einem Parteikongress Anfang dieses Jahres hatte Kim angekündigt, sein Land werde die nukleare Abschreckung mit neuen Waffen einschliesslich neuer Interkontinentalraketen stärken.

SRF 4 News, 13.09.2021, 01:00 Uhr;

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16 Kommentare

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  • Kommentar von Reto Weber  (SPQR)
    Solche Distanzen konnten schon die Deutschen im 2.WK mit der Fieseler Fi 103 (V1) locker erreichen.
    Nicht auf die Reichweite sondern auf die Treffgenauigkeit kommt es an.
    1. Antwort von Andreas Müller  (Hugh Everett)
      Um die Stadt Seoul zu treffen braucht es fast keine Treffgenauigkeit und Seoul ist nur 100km entfernt von Nordkorea. Tokyo hingegen 1200km und das ist der Spinnefeind.
  • Kommentar von Barbara Jermann  (BarbaraJ)
    Und einmal mehr denke ich mit Wehmut an die Bevölkerung dieses Staates die ihr ganzes Leben in einer Welt verbringt, die nichts mit unserer zu tun hat. Die sicher tatsächlich glauben, dass ihr Leben eben DAS LEBEN ist, weils sie's einfach nicht anders wissen können. Es tut mir einfach weh um dieses Volk.
  • Kommentar von Benny Schmid  (.Ben)
    Zwei Stunden Flugzeut für ein 1500 Meter entferntes Ziel? Ich fall gleich um vor Lachen! Da wäre er wohl ohne Rakete um einiges schneller am Ziel.
    1. Antwort von Albert Planta  (Plal)
      1500 km, nicht m.
    2. Antwort von SRF News editor
      @Albert Planta Sehr geehrter Herr Planta, korrekt, der Marschflugkörper flog 1500 Kilometer weit. Wir haben die Passage entsprechend korrigiert. Freundliche Grüsse, SRF News