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International «Panama Papers»: Auch Fifa-Chef Infantino gerät unter Druck

Nun gerät auch der neue Fifa-Chef Infantino in Erklärungsnot. Die «Süddeutsche Zeitung» berichtet, dass er in seiner Zeit beim Europäischen Fussballverband Uefa in dubiose Geschäfte mit einer Briefkastenfirma verstrickt war. Dabei ging es um TV-Rechte. Die Fifa will keine Voruntersuchung einleiten.

Gianni Infantino hät sich einen Finger an die Schläfe
Legende: Fifa-Präsident Gianni Infantino hat in seiner Zeit bei der Uefa offenbar umstrittene Fernsehverträge unterzeichnet. Keystone
Legende: Video Infantino taucht in «Panama Papers» auf abspielen. Laufzeit 1:56 Minuten.
Aus Tagesschau Nacht vom 05.04.2016.

Der neue Fifa-Chef Gianni Infantino hat laut einem Bericht der «Süddeutschen Zeitung» als Direktor der Uefa-Rechtsabteilung Verträge mit einer Briefkastenfirma gezeichnet, deren Eigentümer zwei der heutigen Angeklagten im Fifa-Skandal waren.

Die südamerikanischen TV-Rechtehändler Hugo und Mariano Jinkis erwarben durch diese Verträge Rechte an der Champions League und verkauften diese mit hohem Gewinn an Lateinamerika weiter.

«Nicht persönlich involviert»

Infantino weist alle Vorwürfe zurück. «Ich bin bestürzt und werde nicht akzeptieren, dass meine Integrität von bestimmten Bereichen der Medien angezweifelt wird – zumal die Uefa bereits ausführlich alle Fakten in Bezug auf diese Verträge angegeben hat. Infantino bestreitet, dass er persönlich in die Verhandlungen involviert war, «da die Ausschreibung von Team Marketing im Auftrag der Uefa durchgeführt wurde».

Die Uefa zeigt sich «bestürzt» über die Anschuldigungen und stellte aus ihrer Sicht klar, dass es keine verwerflichen Verträge gegeben habe. Dies hätten alle Überprüfungen der Vorgänge ergeben.

Fifa leitet keine Voruntersuchungen ein

In den vergangenen Monaten hatte die «Süddeutsche Zeitung» mehrere Anfragen an Infantino geschickt. Fifa-Sprecher erklärten, Infantino «persönlich» habe in seiner Uefa-Zeit mit den beiden TV-Rechtehändlern und deren Firma weder «geschäftlich» noch «wissentlich anderweitig zu tun gehabt». Auch die Uefa leugnete die Verbindung zunächst. Vor wenigen Tagen räumte der Verband ein: Der fragliche Vertrag trage Infantinos Unterschrift.

Laut der deutschen Nachrichtenagentur dpa gibt es aktuell keine Voruntersuchungen gegen den seit Februar amtierenden Infantino. Die Fifa-Ethikkommission wollte sich auf Anfrage nicht zu den Berichten beziehungsweise gegen den Nachfolger von Sepp Blatter äussern. Noch wird der zehn Jahre zurückliegende Vorgang offenbar nicht als moralisch verwerflich oder gar strafrechtlich relevant gewertet.

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18 Kommentare

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  • Kommentar von Angela Keller (kira)
    Ob Infantino wirklich eine so saubere West hat bezweifle ich. Dies Machtgierigen und gut verdienenden Mitarbeiter der Fifa und Uefa haben ihre Milliönchen sicher im Trockenen und in Staaten angelegt wo Verschleierung möglich ist. Warten wir es ab, was noch alles schwarz auf weiss ans Tageslicht kommt. Zuerst wird ja immer viel gelogen bis es nachweisbar ist. Beispiele gibt es viele.
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  • Kommentar von Werner Boesiger (P.Werner Boesiger)
    @Hans Haller (panasawan), 212/4 B.Panasawan Die Anmahnung einer ausgleichenden Gerechtigkeit im Jenseits tut sehr gut und hilft vielen, wenn auch nicht allen, die Gerechtigkeit nicht mit Fuessen zu treten. Ein Dominikaner aus Vitebsk sagte den Jugendlichen: "Es gibt gar keine Hoelle". "Wirklich?" "Ja, ja wir werden im Himmel mit Hitler Kaffee trinken". Wozu sich dann alzu sehr anstrengen? Wenn es nicht einmal dort eine Gerechtigkeit gibt? Der Gedanke ist heilsam aber nicht immer und fuer alle.
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  • Kommentar von Christophe Bühler ((Bühli))
    Scheint doch alles konstant, das System Wallis geht in der FIFA weiter.
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