Zum Inhalt springen

Header

Zur Übersicht von Play SRF Audio-Übersicht

Schweizer Islamwissenschaftler Pariser Gericht verurteilt Tariq Ramadan wegen Vergewaltigung

  • Der Schweizer Islamwissenschaftler Tariq Ramadan ist vom Pariser Strafgericht wegen Vergewaltigung von drei Frauen zu 18 Jahren Freiheitsstrafe verurteilt worden.
  • Das Gericht urteilte in Abwesenheit und unter Ausschluss der Öffentlichkeit.
  • Der 63-Jährige mit ägyptischen Wurzeln wurde wegen Vergewaltigung und Vergewaltigung einer schutzbedürftigen Person für schuldig befunden.

«Einwilligung in sexuelle Handlungen bedeutet nicht, dass man jeder sexuellen Handlung, egal welcher Art, zustimmt», betonte die Vorsitzende Richterin Corinne Goetzmann. Sie ordnete an, dass Ramadan acht Jahre lang unter gerichtliche Aufsicht gestellt wird, wobei ihm insbesondere untersagt wird, Kontakt zu den Opfern aufzunehmen. Zudem darf er auch keine Werke, audiovisuellen Beiträge oder öffentlichen Äusserungen verbreiten, die sich auf diese Straftat beziehen.

Ausserdem verhängte die Richterin gegen Ramadan ein endgültiges Einreiseverbot für Frankreich nach Verbüssung seiner Strafe. Tariq Ramadan ist ein in Genf geborener Enkel von Hassan al-Banna, dem Begründer der ägyptischen Muslimbrüder, der bereits von der Schweizer Justiz wegen Vergewaltigung einer Frau verurteilt worden war. Er stand seit dem 2. März in Paris wegen Vergewaltigungen vor Gericht, die zwischen 2009 und 2016 an drei weiteren Frauen begangen worden sein sollen.

Mann in grauem Mantel im Freien.
Legende: Tariq Ramadan verlässt das Genfer Gerichtsgebäude während des Berufungsverfahrens im Mai 2024. KEYSTONE/Martial Trezzini

Dabei handelt es sich um eine schwere Vergewaltigung mit Gewaltanwendung an einer schutzbedürftigen Person, begangen in Lyon im Oktober 2009. Und eine Vergewaltigung, die sich 2012 in Paris ereignet haben soll, an einer ehemaligen Salafistin, die zur säkularen Aktivistin wurde und den Fall ins Rollen brachte, indem sie im Oktober 2017 Anzeige erstattete. Sowie eine weitere Vergewaltigung an einer dritten Frau aus dem Jahr 2016.

Vergewaltigung auch in der Schweiz

Der Islamwissenschaftler war zuvor auch schon in der Schweiz wegen Vergewaltigung und sexueller Nötigung verurteilt worden. Im Sommer 2025 wies das Bundesgericht einen Rekurs Ramadans gegen das Urteil des Genfer Kantonsgerichts ab.

Die Richter waren zum Schluss gekommen, dass Ramadan der Vergewaltigung und sexuellen Nötigung einer Frau schuldig sei, mit der er im Oktober 2008 in einem Genfer Hotel zusammengekommen war. Sie verurteilten ihn zu drei Jahren Gefängnis, davon eines auf Bewährung.

SRF 4 News, 25.3.2026, 22 Uhr ; 

Meistgelesene Artikel