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Legende: Video Sozialdemokraten feiern Wahlsieg in Finnland abspielen. Laufzeit 00:16 Minuten.
Aus News-Clip vom 15.04.2019.
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Parlamentswahl in Finnland Knapper Wahlsieg der Sozialdemokraten

  • Bei der Parlamentswahl in Finnland haben die Sozialdemokraten nach Auszählung aller Stimmen hauchdünn gewonnen.
  • Sie stellen nach 20 Jahren wieder den Regierungschef.
  • Auf dem zweiten Platz liegt die rechtskonservative Partei «Die Finnen», gefolgt von der Nationalen Koalitionspartei.
  • Dem Land steht eine schwierige Regierungsbildung bevor.

Die Sozialdemokraten um ihren Vorsitzenden Antti Rinne kam nach Auszählung von 100 Prozent der Stimmen in der Nacht zum Montag auf 40 der 200 Sitze im finnischen Parlament. Die vorläufigen Berechnungen seien abgeschlossen, teilte das finnische Justizministerium mit. Das offizielle Endergebnis sollte bis Mittwoch veröffentlicht werden.

Antti Rinne .
Legende: Auf den Sieger der Wahl, den zukünftigen Regierungschef Antti Rinne, warten schwierige Verhandlungen. Reuters

Rinne erklärte, seine Partei sei erstmals seit 1999 wieder die stärkste Kraft in Finnland geworden. «Wir wollen das Vertrauen der finnischen Bevölkerung wiederherstellen.» Der Ex-Finanzminister und frühere Gewerkschaftschef kündigte an, «vor Ende Mai» eine Koalitionsregierung bilden zu wollen.

Rechtspopulisten verdoppeln Sitzzahl

Offen liess Rinne die Frage, ob er mit den rechtspopulistischen Finnen zusammenarbeiten könnte. Er habe «Fragen» an die Partei, die mit einem scharfen Kurs gegen Einwanderung Wahlkampf gemacht hatte. Dabei gehe es unter anderem um «Werte».

Die Finnen sind bei der Wahl mit 39 Mandaten auf Platz zwei gelandet, die konservative Nationale Sammlungspartei mit 38 Mandaten auf dem dritten Platz. Die Rechtspopulisten halten damit neu mehr als doppelt so viele Sitze wie die bislang. Der bisherige Ministerpräsident Juha Sipilä und seine liberale Zentrumspartei kamen mit kräftigen Verlusten und 31 Sitzen nur auf Rang vier.

«Ich hätte ein solches Ergebnis nicht erwartet, keiner hätte dies erwartet», sagte «Die Finnen»-Parteichef Jussi Halla-aho. Seine Partei sei bereit, in eine Regierungskoalition einzutreten, aber nicht «um jeden Preis». Die Rechtspopulisten hatten sich im Wahlkampf unter anderem dafür ausgesprochen, die Aufnahme von Asylbewerbern auf «fast null» zu begrenzen.

Ungewöhnliches Ergebnis

Keine der Parteien erreichte ein Fünftel der Stimmen – das ist ungewöhnlich in Finnland. In dem Wahlergebnis vom Sonntag spiegelt sich nach Ansicht von Beobachtern die wachsende Besorgnis in der Bevölkerung über den Umgang mit der Immigration und über die Zukunft des Sozialsystems. Sipiläs Regierung war Anfang März am Streit über eine geplante Gesundheitsreform zerbrochen.

Rinnes Suche nach einer mehrheitsfähigen Regierung wird kein einfaches Unterfangen: Trotz der Zugewinne seiner Sozialdemokraten sowie der Grünen und Linken hätte ein linkes Regierungsbündnis keine Mehrheit. Der 56-Jährige dürfte also auch auf eine der anderen grossen Parteien zugehen, wahrscheinlich auf Sipiläs Zentrum. Ein Bündnis mit den Rechtspopulisten galt bisher als unwahrscheinlich.

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3 Kommentare

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  • Kommentar von Janusz Kaltenbacher (anti_sozialist)
    Peter Beutler, nur nicht übertreiben, die finnischen Sozis haben nicht einmal 18% Wähleranteil, nur gerade 0,2% mehr als die Wahren Finnen, die auch keine Sitze verloren haben wie Sie behaupten, sondern sogar noch einen dazugewonnen haben, bei einem minimalen Verlust von 0,2%. Auch die Sozis haben gemessen am Wähleranteil nicht zur alten Stärke zurückgefunden. Zusammen mit den Grünen und den Liberalen haben die Sozis nur eine knappmöglichste Mehrheit von 101 Sitzen. Mitte-Rechts deutlich mehr.
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  • Kommentar von Janusz Kaltenbacher (anti_sozialist)
    Mal nur nicht übertreiben Peter Beutler, die Sozis in Finnland haben nicht einmal 18 % Wähleranteil erreicht, nur 0.2% vor den Wahren Finnen, die ihrerseits trotz Abspaltung nur 0,2% verlieren, aber keine Sitze verloren haben, sondern sogar noch einen Sitz dazugewinnen, um ganz genau zu sein; die Sozis haben zusammen mit den Grünen auch nur 71 von 200 Sitzen, mit der Zentrumspartei auch gerade nur die knappstmögliche Mehrheit von 101, während Mitte-Rechts auf eine komfortable Mehrheit kommt.
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  • Kommentar von Peter Beutler (Plinius)
    Die SP kommt wieder! Es ist nicht richtig, dass die rechtspopulisten ihre Sitzzahl verdoppelt haben. Sie haben verglichen mit der Wahl 2015 sogar an Sitzen und Stimmen verloren. Damals erhileten die Finnen-Demokraten 41 Sitze. 2017 spalteten sie sich in zwei Gruppen. Die Abslatergruppe ging nubt leer aus. Die neu aufgestellten Finnendemokraten sind nun fast - aber nicht ganz - zur alten Stärke zurückgekehrt. Die SP wird mit den Grünen und den Zentrumparteien eine neue Regierung bilden.
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