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Per Dekret Abholzung im Amazonas wird für 120 Tage verboten

Die brasilianische Regierung hat das Abbrennen von Flächen im Amazonas-Gebiet und im Pantanal für 120 Tage verboten.

Das von Umweltminister Ricardo Salles und Präsident Jair Bolsonaro unterschriebene Dekret wurde in dem Amtsblatt «Diario Oficial» veröffentlicht und trat noch am Donnerstag in Kraft.

Ausnahmen macht das Dekret allerdings für kontrollierte Brände zu landwirtschaftlichen Zwecken ausserhalb des Amazonas-Gebiets und des Pantanals. Farmer nutzen das Feuer, um den Boden günstig zu säubern und bereits abgeholzte Flächen für Landwirtschaft und Viehzucht zu gewinnen.

Sorgen um Brasiliens Image

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Die gigantischen Brände im Jahr 2019 haben die Zerstörung des grössten Regenwaldes der Welt dramatisch vor Augen geführt und internationale Kritik hervorgerufen. In den vergangenen Wochen ist nun erneut Kritik an Bolsonaro hochgekocht. Der Druck der Wirtschaft ist gestiegen, denn Brasilien ist in der Coronakrise auf inländische und ausländische Investoren angewiesen.

Nach einem Medienbericht haben 38 brasilianische und ausländische Firmen die Regierung zu konkreten Schritten gegen die Abholzung aufgerufen. Die Unternehmen sorgen sich offenkundig um das Image der grössten Volkswirtschaft Lateinamerikas.

Ob Brasilien nun tatsächlich seine Bemühungen gegen die Abholzung erhöht, ist fraglich. Umweltschützern zufolge funktioniert ein Verbot von Bränden allein nicht. Am Mittwoch hatte Vize-Präsident Hamilton Mourao gesagt, die Streitkräfte des Landes könnten bis 2022 in Amazonien bleiben, um Abholzung und Brände zu bekämpfen.

Ein Fünftel der Exporte hängen mit illegaler Abholzung zusammen

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Etwa ein Fünftel der jährlichen Exporte von Soja und Rindfleisch aus Brasilien in die Europäische Union stehen in Zusammenhang mit illegaler Abholzung im Amazonas-Gebiet und in der Cerrado-Savanne. Dies geht aus einer Studie hervor, die die US-Wissenschaftszeitschrift «Science» am Donnerstag veröffentlichte.

Die Studie mit dem Titel «Die faulen Äpfel der brasilianischen Landwirtschaft» untersucht anhand von mehr als 800'000 Flächen, wo illegale Abholzung in Verbindung mit Soja-Anbau und Viehzucht steht und wie viel der «faulen Äpfel» unter den Produkten in die EU gelangt.

Daniela Montalto von Greenpeace Brasil: «Die Umwelt zu überwachen, die Zerstörung zu stoppen und das Gesetz durchzusetzen – das Bolsonaro weiterhin systematisch demontiert – ist wesentlich.»

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14 Kommentare

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  • Kommentar von Alois Keller  (eyko)
    Tausende von Jahren haben die Ureinwohner im und vom Wald gelebt, ohne ihn zu zerstören. Für Plantagen werden sie nun vertrieben und verlieren mit dem Regenwald ihre Heimat und ihre Nahrungsgrundlage. Der Boden, auf dem vorher der Regenwald stand, wird unfruchtbar. Gut die Hälfte des Wassers befindet sich in einem ständigen Kreislauf über dem Regenwald. Bolsonaro handelt kriminell indem er Fläche für Goldsucher, Holzfäller und Farmer freigibt. Es tut weh, so viel Schönheit vernichtet zu sehen.
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    1. Antwort von Thomas Leu  (tleu)
      @ Alois Keller: Zu Zeiten der Ureinwohner hatte Brasilien auch noch nicht mehr als 200 Millionen Einwohner, sondern vielleicht 1-2 Millionen. Da war man nachhaltig, ohne dass man sich gross anstrengen musste dafür. Jetzt ist das anders. Man muss ein Modell finden, um die Entwicklung nachhaltig zu gestalten. Man kann bei waldreichen nördlichen Staaten nachfragen wie das geht. Beispielsweise keine totale Kahlholzungen, kleinere, nicht zusammenhängende Flächen holzen, sofort wieder aufforsten, etc.
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  • Kommentar von Alois Keller  (eyko)
    Abholzung im Amazonas wird für 120 Tage verboten - was sicher eine Farce ist. Je mehr Wald abgeholzt wird, desto schneller schreitet jedoch die Erderwärmung voran. Bei der Abholzung der Wälder wird häufig auch deren Lebensraum für immer zerstört. Viele Tierarten im tropischen Regenwald sind noch unentdeckt und werden vermutlich aussterben, bevor wir je von ihnen erfahren.Die Folgen der Abholzung sind dramatisch für die Menschen und Tiere in den Regenwaldländern – aber auch für uns.
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  • Kommentar von Thomas Leu  (tleu)
    Ist das eine gute oder eine schlechte Meldung? Was ist, wenn die 120 Tag vorbei sind? Ein Urwald wächst nicht in 120 Tagen.
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